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Mumpf

Der vom OSZF-Schulverband am Samstag, 18. Januar, in Mumpf auf die Beine gestellte Infoanlass in dem Gebäude, über dessen Verkauf am 9. Februar in den Fischingertal-Gemeinden abgestimmt wird, war als Podiumsdiskussion anberaumt worden. Es gab auch ein Podium. Doch darauf wollten die, welche das Referendum gegen den Verkauf ergriffen haben, nicht sitzen. Und noch ein Akteur war dem Anlass ferngeblieben.
HANS CHRISTOF WAGNER


Nicht offiziell auf dem Podium Platz nehmen wollte das Referendumskomitee, weil es dem Veranstalter Vorwürfe machte. Dieser habe Informationen vorenthalten, Bedingungen diktiert und mit Alfons P. Kaufmann keinen neutralen Moderator engagiert. «Das Komitee begrüsst grundsätzlich ein Podium unter fairen Bedingungen. Doch unter diesen einseitigen Umständen fühlen wir uns befangen und werden am Podium nicht teilnehmen», so Rolf Stampfli in einer schriftlichen Erklärung, die er zu Beginn verlas.

Wallbach aussen vor
Danach gehörte die Bühne dem Podium, dessen Zusammensetzung im Vorfeld niemand kannte. Und auf dem dann folgende Personen Platz nahmen: Astrid Zeiner, Co-Präsidentin des OSZF-Schulvorstandes, Eva Frei, Frau Gemeindeammann von Obermumpf, René Heiz, ebenfalls Co-Präsident OSZF und Gemeindeammann von Schupfart, Chris Eichenberger, Vater aus Schupfart, und Paul Herzog, Gemeindeammann von Wallbach. Gemeinderatsvertreter aus Mumpf aber, jener Gemeinde, auf der das zum Verkauf stehende Schulgebäude liegt, liessen sich nicht sehen. Und so richtig involviert schien auch Herzog nicht. Vielleich auch kein Wunder: Ist doch die gemeinsame Oberstufe seit 2019 Geschichte. Geht doch Wallbach auch im Primarschulbereich eigene Wege.

Wobei die Wallbacher eigentlich am meisten zu verlieren hätten, sollte am 9. Februar ein Nein zum Verkauf des früheren Oberstufenschulhauses in Mumpf an die Stiftung MBF in der Urne liegen – gut drei Millionen Franken. Denn wenn der Verkaufserlös aufgeteilt wird, entfällt auf Wallbach mit einem Drittel der Löwenanteil. Weil die Gemeinde an dem 2005 erbauten Schulhaus als grösste Fischingertalgemeinde auch das meiste bezahlt hat.

Jäher Niedergang
An den hoffnungsvollen Start, aber gleichwohl schon kurz nach 2005 einsetzenden jähen Niedergang des Oberstufengebäudes in Mumpf erinnerte Astrid Zeiner. Die Verkürzung auf drei Jahre Oberstufe und höhere Mindestgrössen bei den Klassen führte sie als Gründe an. «Die Schliessung war unausweichlich, auch wenn sie wehtat.»
Die Aussicht, die schwer an den Mann zu bekommende Immobilie jetzt doch noch für immerhin 9,3 Millionen Franken verkaufen zu können und dass diese auch weiterhin schulisch genutzt wird, nannte Zeiner einen «glücklichen Zufall», ein «Geschenk». Und Geschenke gibt man bekanntlich nicht gerne wieder her, zumal wenn, wie für den OSZF-Schulverband, gar kein Grund dazu vorliegt. Denn was sollte das Fischingertal damit anfangen? Es als gemeinsames und zentrales Primarschulhaus für Mumpf, Obermumpf und Schupfart nutzen, wie es das Referendumskomitee möchte? Zeiner schloss das kategorisch aus: «Selbst bei einem Nein am 9. Februar wird das nicht kommen.» Der Verkauf an MBF sei «die einzig sinnvolle Lösung.» Leerstand? Bei Betriebs- und Unterhaltskosten von einer halben Million Franken jährlich keine Option.
Auch Eva Frei und René Heiz machten deutlich: «Wir haben in den vergangenen Jahren Millionen in unsere Schulhäuser gesteckt. Und jetzt sollen wir sie Mumpf zuliebe aufgeben? Weil die dort nichts investiert haben? Das kommt nicht in Frage.» Sie seien unverzichtbar fürs Dorfleben, Domizile der örtlichen Vereine, Garanten kultureller Vielfalt und, analog zur OSZF-Liegenschaft, ohnehin nur schwer zu verkaufen und umzunutzen.

Lehrplan 21 kein Grund
Die Vertreter von Obermumpf und Schupfart sehen in der Einführung des Lehrplans 21 kein Argument für eine zentrale Lösung. Dessen Anforderungen erfüllten auch ihre dörflichen Schulgebäude. Dafür brauche es den modernen Ex-OSZF-Bau nicht. «Der Kanton schreibt ja beim Lehrplan 21 zusätzliche Räume nur bei Neubauten vor», erklärte Eva Frei.
Die im Primarschulverband Fischingertal im Raum stehenden Stufenbeschulung sieht das Referendumskomitee als Problem - das Pro-Verkauf-Lager als Chance. Das mache die Schüler früh fit und flexibel und fördere den Kontakt zwischen den drei Dörfern. Der Tenor: Mit der Stufenbeschulung müssen wir die Schüler aus Obermumpf und Schupfart für vier Jahre ins Nachbardorf schicken. Aber immer noch besser als für sechs – für die gesamte Primarschulzeit, dann, wenn das Zentrum Mumpf käme.

Bild: Auf dem Podium blieben so manche Stühle leer, auch weil Mumpf niemanden geschickt hatte, von links Moderator Alfons P. Kaufmann, Astrid Zeiner, Eva Frei, René Heiz, Chris Eichenberger und Paul Herzog. Foto: Hans Christof Wagner
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