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Gipf-Oberfrick

(ut) Ein Novum in der Geschichte der Gipf-Oberfricker Gemeindeversammlung, das Tragen einer Gesichtsmaske, führte zur Ungewissheit, wieviele Stimmberechtigte teilnehmen würden. Trotz dieser «Einschränkung» fanden sich 142 der total 2604 Stimmberechtigten zur Versammlung ein. Und die Maskenpflicht führte zu keinen nennenswerten Problemen oder Fragen.

Der Grund für die «Septembergemeindeversammlung» war das Wasserreservoir Langenwied. Nachdem bei der bald 100-jährigen Trinkwasserkammer undichte Stellen festgestellt wurden, muss rasch gehandelt werden. Gestützt auf drei von einem Ingenieurbüro ausgearbeiteten Varianten, schlug der Gemein-derat ein Neubau der Trinkwasserkammer mit gleichzeitiger Erweiterung des Volumens vor. Die Kosten dafür sind hoch. Sie liegen bei knapp einer Million Franken. Mit dem neuen Fassungsvermögen von 1300 m3 ist die Versorgungssicherheit des Dorfes aber bis zu 4500 Einwohnern gewährleistet. Trotz der hohen Investition ist eine Erhöhung des Wasserzinses nicht notwendig. Der Souverän stimmte dem Antrag nach einigen ergänzenden Fragen zu.
Ebenso wurden zwei Einbürgerungen und der Rechnungsabschluss 2019 genehmigt. Wiederum konnte ein guter Ab-schluss mit einem Ertragsüberschuss von 960 000 Franken ausgewiesen werden. Trotz laufender Investitionstätigkeit liegen die Schulden bei moderaten 2 Millionen Franken.

Ja zur abgespeckten Variante «Rössliwiese»
Zu diskutieren gab der Kreditantrag von 30 000 Franken für die Errichtung einer öffentlichen Allmend auf der «Rössliwiese». Das Projekt war bereits an der letzten Versammlung zur Redimensionierung zurückgewiesen worden. Obwohl nun eine abgespeckte Variante vorlag, beantragte die Finanzkommission, den Kredit abzulehnen, weil die Investition nicht notwendig sei. Der Souverän folgte jedoch dem Antrag des Gemeinderats und genehmigte den Kredit für die öffentliche Allmend. Somit ist der Weg frei, dass die Wiese bis im nächsten Frühsommer der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann.
Ohne Diskussion durchgewinkt wurde der Kredit von 420 000 Franken für die Sanierung der Müligass.

Oberstufe: Überweisungsantrag abgelehnt
In der abschlies­senden Umfragerunde wurde aus der Versammlungsmitte einmal mehr das Thema Oberstufe eingebracht. Beantragt wurde, dass der Gemeinderat den Vertrag für die Kreisschule Thierstein, also die Zusammenarbeit der Oberstufen Wegenstettertal und Gipf-Oberfrick, an die kommende Novembergemeindeversammlung traktandieren soll. Gleichzeitig soll der Gemeinderat Gipf-Oberfrick bei den anderen beteiligten Gemeinden darauf hinwirken, dass diese das Projekt ebenfalls der Winter­gemeindeversammlung unterbreiten. Zu diesem Antrag war es gekommen, weil die geplante Zusammenarbeit von Wittnau bisher blockiert wurde. Nach Diskussion und verschiedenen Voten, welche die Vorteile aber auch die Risiken einer Zusammenarbeit der beiden Oberstufen aufzeigten, wurde der Überweisungsantrag zur Abstimmung gebracht. 53 Stimmberechtigte sprachen sich für die Annahme aus, 61 lehnten den Überweisungsantrag ab. Somit werden von Seiten des Gemeinderats Gipf-Oberfrick bezüglich einer Zusammenarbeit der beiden Oberstufen keine weiteren Anstrengungen mehr unternommen.

Rücktrittankündigung von Gemeinde­ammann Regine Leutwyler
Im Anschluss an die Versammlung erfolgten Informationen zu Tempo 30 und zur Vertragsverlängerung Jurapark Aargau. Beide Geschäfte werden der kommenden Gemeindeversammlung vom November unterbreitet. Tempo 30 wurde einmal mehr kontrovers diskutiert. Weitere Diskussionen werden folgen. Abschliessend gab Gemeindeammann Regine Leutwyler bekannt, dass sie ihr Amt Ende 2022 niederlegt und für die neue Amtsperiode 2022-2025 nicht mehr kandidieren wird. Regine Leutwyler gehört dem Gemeinderat seit 2002 an und steht dem Rat als Ammann seit 2014 vor. Die anderen Gemeinderäte, Georg Schmid, Jos Bovens, Roger Merkle und Vreni Buol, stellen sich im Herbst 2021 wieder zur Wahl.

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