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Josef Binkert (links) erhält von Meinrad Bärtschi den VONV-Naturschutzpreis 2018 bzw. den Wanderpokal in Form eines aufgeschnittenen Ammoniten. Ganz links das Bild, das Meinrad Bärtschi während der Laudatio gemalt hat: ein Baum mit starken Wurzeln, der das feingliedrige Ineinandergreifen von Josef Binkerts nachhaltigem Wirken symbolisiert . Foto: Jörg Wägli(mb/jw) 48 Jahre seines Berufslebens verbrachte Josef Binkert im Wald, davon 37 Jahre als Förster von Laufenburg (und Ittenthal). Doch während all dieser Jahre befand er sich keineswegs auf dem Holzweg, engagierte sich vielmehr mit grossem Gespür für die Natur. Für sein jahrzehntelanges Engagement für die Nachhaltigkeit in Wald und Flur und weil er sich auch nach seiner frühzeitigen Pensionierung vor zwölf Jahren weiter für den Naturschutz einsetzte, erhielt Josef Binkert am Freitag den Naturschutzpreis 2018 für das obere Fricktal.

«Wieso verbringt eine Person ihr ganzes Leben in der Natur?», fragte Josef Binkert am späteren Freitagnachmittag anlässlich der Preisverleihung in der Kulturwerkstatt in Sulz vor den geladenen Gästen – um sogleich für seine Person die Antwort zu geben: Es waren insbesondere prägende Erlebnisse in seiner Jugendzeit, die er als Sohn eines Landwirten zusammen mit fünf älteren Schwestern und drei jüngeren Brüdern auf einem stattlichen Hof in Leuggern verbringen durfte. Als Beispiel nannte er etwa den Umstand, dass er als jugendlicher Feldmauer sein Sackgeld aufbessern konnte. Noch eindrücklicher aber die Erlebnisse mit den Jungfüchsen eines dem Bauernhof nahe gelegenen Fuchsbaus, denen er und seine Geschwister hin und wieder ein totes Huhn bringen durften. Die Beo­bachtung dieser Jungtiere seien «nicht kopierbare Erlebnisse» gewesen, betonte Binkert, welcher neben seinem Beruf als Förster auch als passionierter Jäger und leidenschaftlicher Bergsteiger in und mit der Natur lebte.

Meinrad Bärtschi malt während der Laudatio einen Baum mit Symbolcharakter. Foto: Jörg WägliNachhaltiges Wirken
Den Naturschutzpreis 2018 des Verbandes Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine (VONV) hatte sich Josef Binkert aber klar für sein nachhaltiges Wirken als Förster verdient. Dabei sei es ihm gelungen, so VONV-Präsident Meinrad Bärtschi in seiner Laudatio, den Bereichen Ökologie und Ökonomie gleichermassen gerecht zu werden und mit dem sozialen Bereich (Erholungsraum), der in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, engmaschig zu verknüpfen.
«Das Anliegen in seiner Tätigkeit als Förster war es, eine Brücke vom Gestern zum Morgen zu bauen. Er selber sagt, dass dies immer eine Gratwanderung zwischen naturnahem Waldbau und Wirtschaftswald war», führte Bärtschi aus. Ausschlaggebend für die Preisverleihung war, dass er die Erhaltung der natürlichen Vielfalt unermüdlich in seine Tätigkeiten einbezogen hat. So war er, wie Bärtschi ausführte, massgeblich an der Realisierung der Weiher Lehmlöcher und bei der Waldhütte, des Zivilschutzweihers sowie beim Krebsenbach beteiligt. Zusammen mit dem kürzlich verstorbenen VONV-Naturschutzpreisträger Fritz Ledermann hatte er in Ittenthal und auf dem Schinberg Hochstammbäume gepflanzt und gepflegt. (In jüngster Zeit war Josef Binkert an einer Baumpflanzung zum Gedenken an Fritz Ledermann beteiligt.)

Josef Binkert dankt für den Naturschutzpreis 2018 – und die Unterstützung während all der Jahre. Foto: Jörg WägliEnges Beziehungsnetz
Wie der VONV-Präsident weiter sagte, habe Josef Binkert stets bescheiden gemeint: «Aber ich habe das ja immer mit anderen zusammen umgesetzt.» Dies mindere jedoch nicht seine Verdienste, so Bärtschi, sondern zeige eine seiner weiteren Stärken: sein enges Kontakt- und Beziehungsnetz. Josef Binkert berichte selber, dass er als Fremder nach Laufenburg gekommen sei und hier als Gast aufgenommen wurde. Dabei sei es ihm gelungen, ein grosses Beziehungsnetz aufzubauen und viele Freunde zu gewinnen. So fand er dann auch immer die Unterstützung für seine Projekte und konnte sich förderlich in die Vorhaben anderer einbringen. Er hat beispielsweise mehrere Aufwertungsarbeiten zusammen mit der Jagdgesellschaft Sulz-Laufenburg ausgeführt, deren Obmann er bis vor Kurzem war.

Für die Bevölkerung
Der Bevölkerung die ökologischen Werte und faszinierenden Formen und Abläufe des Lebensraumes Wald näherzubringen, ist bis heute ein weiteres Anliegen von Josef Binkert geblieben. So war er massgeblich beteiligt an der Gestaltung des Waldlehrpfads Heuberg. Noch heute unterhält er mit einer Gruppe von Freiwilligen diesen Lern- und Erlebnisrundgang. Zu weiteren Streifzügen im Laufenburger Forst laden die ansprechenden Wegweiser ein, die Josef Binkert während seiner Förstertätigkeit mit seinen Lehrlingen gestaltet hat. Von seinem Wissen und seiner Erfahrungen durften im laufenden Jahr auch die Mitglieder des neu konstituierten Naturschutzvereins Sulz-Laufenburg im Rahmen einer Exkursion profitieren. Geschätzt wurde sein Fachwissen zudem jahrelang auch in der Kommission Natur und Landschaft der Regionalplanungsgruppe Oberes Fricktal und später im Fricktal Regio Planungsverband.

Stadtrat Christian Rüede gratuliert und dankt Josef Binkert für seine Verdienste zugunsten des Naturschutzes. Foto: Jörg WägliHerausragender Naturbeobachter
«Die tiefe Verbundenheit mit der Natur, die Tätigkeit als Förster und die Passion als Jäger macht Josef Binkert zu einem herausragenden Naturbeobachter» sagte Bärtschi weiter. So zeichne er beispielsweise den jeweiligen Zeitpunkt von Blattentfaltung, Blütenbeginn, Blattverfärbung und Blattfall von Buche, Bergahorn, Winterlinde und Co. auf. Auch die Daten der Vollblüte von Huflattich, Buschwindröschen, Wiesenlöwenzahn und weiteren Kräutern notiere er akribisch genau. Diese wichtigen phänologischen Beobachtungen melde Josef Binkert seit 50 Jahren an Meteo Schweiz.
«Nicht jeder, der durch den Wald geht, ist auf dem Holzweg», diesen Satz von Josef Binkert ergänzte Meinrad Bärtschi im Namen des VONV wie folgt: «Wer aber mit so viel Leidenschaft, Tatkraft, Erfahrung und Beobachtungsgabe durch den Wald geht wie Josef Binkert, der hat den VONV-Naturschutzpreis wohlverdient!»
Diesen Worten schlossen sich Theo Obrist, Präsident des Naturschutzverein Sulz-Laufenburg, und Stadtrat Christian Rüede gerne an. Dass jemand aus ihren Reihen mit dem Naturschutzpreis ausgezeichnet werde, sei eine riesige Freude, betonten sie. «Wald – Natur – Naturschutz. Josef Binkert hat viel gemacht – und er hat viel richtig gemacht», sagte Christian Rüede, der dem Preisträger im Namen der Stadt Laufenburg ebenfalls eine kleine Anerkennung überreichen durfte, denn: «Die Aktivitäten für den Naturschutz sind für eine Gemeinde sehr viel wert.»

Meinrad Bärtschi mit der «Eiche in gebackener Form». Foto: Jörg WägliJosef Binkert bedankte sich herzlich für die Anerkennung seiner Arbeit durch die Naturschützer. Betreffend Nachhaltigkeit wies er darauf hin, dass der Begriff keineswegs neueren Datums sei, sondern in Zusammenhang mit dem Waldbau bereits im 19. Jahrhundert geprägt worden ist. Im Übrigen betonte der 75-Jährige nach einigen Episoden aus seinem von der Natur geprägten Leben, dass er, wie von Meinrad Bärtschi «angekündigt», die Projekte keineswegs alleine realisiert habe. Er dankte allen, die ihn unterstützt haben. Speziell erwähnte er seine Kollegen von der Jagdgesellschaft, die für beim einen oder anderen Projekt auch finanziell zur Seite standen. Namentlich erwähnte er den im Oktober verstorbenen Fritz Ledermann, der ihn nicht nur jeweils tatkräftig unterstützte, sondern auch Projektideen einbrachte, sowie seine Frau Silvia, die zwar nicht an vorderster Front, dafür umso mehr im Hintergrund aktiv war.
Abschliessend durften die Anwesenden auf den Preisträger 2018 und seine gros­sen Verdienste anstossen und dazu ein herrlich duftendes Stück «Eiche» (in gebackener Form) geniessen.

Unsere Bilder
Erstes Bild: Josef Binkert (links) erhält von Meinrad Bärtschi den VONV-Naturschutzpreis 2018 bzw. den Wanderpokal in Form eines aufgeschnittenen Ammoniten. Ganz links das Bild, das Meinrad Bärtschi während der Laudatio gemalt hat: ein Baum mit starken Wurzeln, der das feingliedrige Ineinandergreifen von Josef Binkerts nachhaltigem Wirken symbolisiert . Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Meinrad Bärtschi malt während der Laudatio einen Baum mit Symbolcharakter. Foto: Jörg Wägli
Drittes Bild: Josef Binkert dankt für den Naturschutzpreis 2018 – und die Unterstützung während all der Jahre. Foto: Jörg Wägli
Viertes Bild: Stadtrat Christian Rüede gratuliert und dankt Josef Binkert für seine Verdienste zugunsten des Naturschutzes. Foto: Jörg Wägli
Fünftes Bild: Meinrad Bärtschi mit der «Eiche in gebackener Form». Foto: Jörg Wägli

20 Jahre VONV-Naturschutzpreis
Der Verband Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine (VONV) besteht seit 38 Jahren. Zum Verbandsgebiet gehören Schwaderloch, Mettauertal (Etzgen, Mettau, Wil, Hottwil, Oberhofen), Gansingen, Laufenburg (Sulz, Laufenburg) und Kaisten (Kaisten, Ittenthal).
Seit 1998 wird der VONV-Naturschutzpreis verliehen. In den letzten 20 Jahren fanden 18 Preisverleihungen statt, an denen neben Einzelpersonen auch Gruppierungen ausgezeichnet wurden. Die Delegiertenversammlung des VONV hat am 20.November auf Antrag der neu konstituierten Sektion Sulz-Laufenburg beschlossen, den naturschutzpreis 2018 an Josef Binkert zu verleihen. Naturförderung war jahrzehntelang Teil seiner Förstertätigkeit. Er hat wesentlich beigetragen zur Realisierung des Waldlehrpfades, mehrerer Laichgewässer und Baumpflanzungen.

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