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Christian Fricker, Präsident des Fricktal Regio Planungsverbandes, freut sich auf viele spannende Referate am zweitägigen Gemeindeseminar sowie die Präsentation der aktualisierten Fricktal-Vision an der Fricktalkonferenz. Foto: Jörg Wägli

Die 36 Mitgliedgemeinden des Fricktal Regio Planungsverbandes treffen sich am Freitag zu ihrer 12. Fricktalkonferenz. Im Mittelpunkt steht der Entwurf der neuen Fricktal-Vision und des Leitbildes. Bereits heute Mittwoch beginnt das zweitägige Fricktaler Gemeindeseminar. Die 26. Auflage des bei den Gemeindevertretern sehr geschätzten An­lasses widmet sich den aktuellen Themen «Digitalisierung» und «Bildung».

JÖRG WÄGLI

«Die Fricktal-Vision und das Leitbild werden nicht komplett umgekrempelt. Vieles, das vor rund 15 Jahren formuliert wurde, hat heute noch Gültigkeit. In einzelnen Bereichen werden sich Vision und Leitbild fokussierter und um zusätzliche Themen erweitert präsentieren – und so die aktuelle, aber auch die zu erwartende Entwicklung der nächsten 15 Jahre aufnehmen.» Dies erklärt Christian Fricker, Präsident des Fricktal Regio Planungsverbandes, im Vorfeld der Beratung des Entwurfs am Freitagnachmittag an der Fricktalkonferenz 2020 gegenüber fricktal.info. Bereits bei der Grundlagenarbeit habe man feststellen dürfen, so Fricker, dass vieles von den Vorgängern auf den Punkt gebracht worden sei. Fricktal-Vision und Leitbild, wie sie 2008 verabschiedet wurden, haben auch heute noch durchaus Gültigkeit. Vereinzelt seien zwar in den letzten Jahren neue Aufgaben auf die Regionalplanung zugekommen, so Fricker. Als Beispiele nennt er etwa die Suche nach einer Deponie für sauberes Aushubmaterial, bei der sich mit dem Gebiet «Unteri Chremet» auf Gemeindegebiet Eiken nun eine Lösung abzeichnet. Oder die Unterstützung von Gemeinden bei der Schulraumplanung.
Ein grosse Aufgabe hat Fricktal Regio vor drei Jahren übernommen und möchte es weiterhin als von Bund und Kanton ko-finanziertes Projekt weiterführen: Die Standortförderung im Rahmen der NRP (Neue Regionalplanung). Eine weitere, wichtige Aufgabe ist die ökologische Aufwertung der Landschaft auch ausserhalb des Juraparkes, wofür ebenfalls Gelder des Kantons zur Verfügung stehen.
Viele Themen und Aufgabenbereiche hätten nach wie vor Bestand. Doch es gelte, so der Präsident von «Fricktal Regio», vorausschauend zu agieren und Vision und Leitbild, auf die nächsten 15 Jahre ausgerichtet, anzupassen.
Die aktuelle Fricktal-Vision nennt etwa folgende Kernsätze: «Das Fricktal steht für Dynamik und Lebensqualität. Seine Basis ist ein attraktiver Lebensraum und eine starke Wirtschaft.» Sie stammt aus der Zeit unmittelbar nach dem Zusammenschluss der ehemals eigenständigen Regionalplanungsgruppen für das obere und untere Fricktal zum Fricktal Regio Planungsverband. Sie dokumentiert damit auch eindrücklich den Willen aller Fricktaler Gemeinden, zum Wohle des Fricktals an einem Strick zu ziehen, so wie es in der von allen Gemeinden unterzeichneten Fricktal-Charta formuliert ist.

Externe Meinungen eingeholt
Das Projekt «Überarbeitung bzw. Aktualisierung» startete im Frühjahr 2018 mit einer Klausur des Vorstandes von «Fricktal Regio». Nach der Fricktalkonferenz 2019, bei der sich die Gemeindevertreter mit Megatrends (Analyse und Auswirkungen) befassten, startete der eigentliche Strategieprozess mit einem Zeithorizont für die nächsten 15 Jahre. Dabei wurden mit einem so genannten «SoundingBoard» auch die Meinungen externer Gruppierungen eingeholt. Es wurden Vertreter der jungen Generation, von Unternehmungen und auch aus dem Sozialbereich zur Mitarbeit eingeladen. Zudem wurde eine Strategiegruppe (ein Teil des Vorstandes und die Controllinggruppe) mit der Arbeit betraut.
Nun liegt ein erster Entwurf auf dem Tisch, vom Vorstand des Planungsverbandes abgesegnet. Die aktualisierte Version der Fricktal-Vision dürfte wiederum sehr knapp gehalten werden. Drei, vier Sätze, wie Fricker erklärt – «aber neu angedacht». Es folgt die Strategie, in welcher Grundsätze zu verschiedenen Themen formuliert werden. «Diese werden dann auf Merksätze für allfällige Massnahmen heruntergebrochen» so Fricker weiter.

Nach der Fricktalkonferenz in die Vernehmlassung bei den Gemeinden
An der diesjährigen Fricktalkonferenz wird der Entwurf den Gemeindevertretern präsentiert. Nach einer ersten Frage- und Diskussionsrunde folgt dann die eigentliche Vernehmlassung in den Gemeinden (bis etwa Mitte Februar). Die definitive Fassung sollte dann bis im Spätsommer vorliegen. «Unser Ziel ist es, Fricktal-Vision und Leitbild im September von der Abgeordnetenversammlung, dem obersten Organ des Planungsverbandes, verabschieden zu lassen», sagt Christian Fricker.

«Digitalisierung» und «Bildung»
Jeweils vor der Fricktal-Konferenz, die traditionell auch ein Treffen der Fricktaler Gemeindeammänner ist, findet das zweitägige Gemeindeseminar statt. Die Kurse richten sich an Gemeinderatsmitglieder, Verwaltungsangestellte, Kommissionsmitglieder sowie weitere Fachstellen und -personen im Fricktal. Ebenfalls eingeladen werden jeweilen die Grossratsmitglieder aus dem Fricktal. Mit «Digitalisierung» und «Bildung» werden ihnen auch dieses Jahr wieder top aktuelle Themen präsentiert. Dabei ist es den Verantwortlichen erneut gelungen, kompetente Referentinnen und Referenten zu gewinnen, die auf spannende Art und Weise praxisnahes Wissen vermitteln werden.
Den Auftakt macht heute Mittwoch im Pfarreizentrum Rampart in Frick der Kurs «Digitalisierung». Unser Leben wird zunehmend digitaler. Da kommen auch Bund, Kanton und Gemeinden nicht umhin, mitzuziehen. Nach einem Inputreferat unter dem Titel «Digitale Transformation – wohin geht die Reise?» durch Markus Krack von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Leiter des Technologietransfers FITT, und dem Referat «Digitalisierung in der Verwaltung» durch Gérald Strub von der Fachstelle E-Gouvernment Aargau wird die ehemalige Ständerätin Pascale Bruderer den Anwesenden den «Digitalen Dorfplatz» präsentieren. «Last minute», so Christian Fricker, «ist es uns gelungen, diese prominente Referentin für das Seminar zu gewinnen. Wir sind alle auf ihren digitalen Dorfplatz gespannt.»
Über die Referate «E-Gouvernment Aargau und EinwohnerportalPLUS», «Digitalstrategie für die Gemeinde – Worauf ist zu achten?», «Zukunftsprojekt Datenaustausch im Sozialhilfebereich», «Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als Erfolgsfaktor» sowie «Soziale Medien» führt der Kurstag zu Praxisbeispielen. Reto Käch und Sabine Reichen von der Projektleitung Elektronischer Baubewilligungsprozess beim Kanton werden über bisherige Erfahrungen mit eBau Aargau berichten und einen Ausblick geben. Michael Widmer, Verwaltungsleiter/Gemeindeschreiber Frick, wird am Beispiel von Frick Einblick in die elektronische Geschäftsverwaltung gewähren, und Françoise Moser, Gemeindepräsidentin Kaiseraugst und Vorstandsmitglied «Fricktal Regio», berichtet über Erfahrungen mit der e-Mitwirkung bei einer Revision der Bau- und Nutzungsordnung am Beispiel ihrer Gemeinde.

«Baustelle» Bildung – mit Regierungsrat Alex Hürzeler
Der zweite Kurstag widmet sich der Bildung. «Die Baustelle Schule stellt die Gemeinden vor diverse Herausforderungen», so Christian Fricker, der nicht nur Präsident von Fricktal Regio, sondern auch Vizeammann von Frick ist. «Wie viel Raum, Infrastruktur braucht unsere Schule in Zukunft?» sei zum Beispiel eine wichtige Frage. «Hier gilt es eine tragfähige Strategie zu entwickeln», betont der Planungsverbandspräsident.
Das Inputreferat an diesem zweiten Kurstag hält Regierungsrat und Bildungsdirektor Alex Hürzeler unter dem Titel «Entwicklungen und aktuelle Themen Schule Aargau». Separate Referate widmen sich den Themen «Einführung neuer Aargauer Lehrplan», «Neue Ressourcierung Volksschule», «Medien und Informatik» oder «Familienergänzende Betreuung».
Zur Berufsschulreform bzw. der damit verbundenen Herausforderungen für die Berufsschule Rheinfelden spricht Hans Marthaler, Rektor des Bildungszentrums Fricktal. Ein Praxisbeispiel aus der Oberstufe liefert an diesem Tag wieder Frick. Lothar Kühne von der Gesamtschulleitung Frick referiert zum Thema «Neuer Aargauer Lehrplan Volksschule – Möglichkeit für die Umsetzung einer veränderten Lernorganisation».

Unser Bild: Christian Fricker, Präsident des Fricktal Regio Planungsverbandes, freut sich auf viele spannende Referate am zweitägigen Gemeindeseminar sowie die Präsentation der aktualisierten Fricktal-Vision an der Fricktalkonferenz. Foto: Jörg Wägli
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