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(eing.) Die Veranstaltungsbranche war eine der ersten Branchen, welche die Corona-Massnahme direkt zu spüren bekam. Am Montag, 22. Juni, fand zwischen 22 und 24 Uhr die «Night of light» in der gesamten Schweiz statt. Dies ist eine Art stille Demonstration der Veranstalter und Veranstaltungstechniker betreffend der aktuellen Situation in ihrer Branche. Peter Stäubli (b.t. boutique für Bild und Ton) und Oliver Jucker (PartyOn GmbH und Vorstand Fricktal tanzt) haben sich zusammengeschlossen, um an der Aktion teilzunehmen.

 «Auch wir durften von ‹PartyOn GmbH› und ‹Fricktal tanzt› erleben was es heisst, wenn man zwei Tage einen Event aufbaut, am Mittag die letzten Beleuchtungstests erfolgreich durchgeführt wurden und alles soweit bereitsteht. Am Nachmittag die unfassbare Aussage und Entscheidung des Bundesrates: Alle Events ab einer bestimmten Besucherzahl werden per sofort verboten. Somit entfallen von einer Minute auf die andere die kompletten Einnahmen - Aufwände wie Werbung, die Kosten für Auf- und Abbau und die Raummiete sind alles, was vom Event übrigbleibt. Noch bleibt die hoffnungsversprechende Stimme der Politik in den Ohren: Wir werden an die Kleinen denken, die Unterstützung erreicht auch die KMU. Mit viel Verspätung, nachdem Branchen mit grossen Branchenverbänden bedient wurden begann ein erster Lichtblick für die Veranstaltungsbranche: Kurzarbeit durfte angemeldet werden. Somit war zumindest schon einmal der Lohn der Mitarbeiter teilweise gesichert und es blieben «nur noch» die Kosten der Kredite, Gebäudemieten, Fahrzeuge, Betriebskosten und Steuern stehen. Wer halbwegs gut gewirtschaftet hatte, hatte nun einen kleinen Lichtblick, um zu überleben. Doch für wie lange?» Oliver Jucker, Geschäftsführer von «PartyOn GmbH», formuliert dies wie folgt: «Die Eventbranche ist kein Produktionsbetrieb, welcher auf Vorrat produzieren kann oder bei einem möglichen Startschuss am nächsten Tag die Türe wieder öffnet, den Startknopf der Maschinen drückt und alles normalisiert sich. Unsere Events benötigen Anlaufzeiten von 6 bis 12 Monaten. Es muss geplant und abgeklärt werden, es muss beworben und Tickets verkauft werden. Dazu kommt, dass wir gelernt haben, dass die Anlaufzeiten des Bundesrates nur für Lockerungen gelten, neue Regeln und Verbote sind jeweils per sofort umzusetzen. Ein geplanter Event, welcher nicht durchgeführt wird, ist sehr teuer! Wie soll die Eventbranche demnach ihren Neustart planen und auf wann? Mit der Aktion «Night of Light» wollen wir auf die dramatische Lage der Eventbranche aufmerksam machen. Wir sprechen von hunderttausenden von Angestellten im Eventbereich welche betroffen sind. Die Kultur- und Eventbranche bringt Farbe in den Alltag. Aus diesem Anlass haben wir von «b.t boutique für bild & ton» und «PartyOn GmbH» gestern gemeinsam diverse Gebäude rot angeleuchtet und uns an der länderübergreifenden Aktion welche in Deutschland, Belgien, Österreich und in der Schweiz stattfand, beteiligt.»

Bilder: Mit der Aktion «Night of Light» wird auf die dramatische Lage der Eventbranche aufmerksam gemacht, die Fotos entstanden n Kaiseraugst. Fotos: zVg
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