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Landwirte EFZ berufsbegleitend(pd) Mit der Schlussfeier der Grundbildung Landwirtschaft konnte die Liebegg ihren Heimvorteil einsetzen. Erstmals fand die Feier in der Liebegg Arena statt. Insgesamt 64 Landwirte und 8 Agrarpraktiker, darunter 13 Frauen, erhielten ihre Berufsausweise. Mit Stolz zeigten die jungen Berufsleute, dass Landwirt zu sein mehr ist als einfach ein Beruf.

Agrarpraktiker EBADer grosse Stolz war den angehenden Landwirten und Agrarpraktiker von den Augen zu lesen, als Sie mit 50 Traktoren zur Schlussfeier an die Liebegg aufgefahren sind. Neben den blumengeschmückten Traktoren war auch der Besucheraufmarsch von Berufsbildnern, Eltern, Freunden und Gäste aus Regierung und Politik eindrücklich.
«Wenn ich das vergangene Ausbildungsjahr mit einem Fussballmatch vergleiche, muss ich Ihnen zugestehen, Sie haben absolut souverän gespielt und den Heimvorteil auf Ihre eigene positive Art genutzt», erläuterte Hansruedi Häfliger, Direktor des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg gegenüber den Absolventen bei seinen Begrüssungsworten. Grosser Zuschauerlärm ist nie aufgekommen, weil die Absolventen auch praktisch keine Fouls begangen haben. «Und Beeinflussungsversuche bei unseren Schiedsrichtern respektive Lehrern sind auch fast gänzlich ausgeblieben», schilderte Häfliger: «Zwar haben wir an der Liebegg noch keine flächendeckende Videobeweisführung eingeführt, unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sprechen sich aber immer gut ab und handhaben den Freistossspray, die gelben und roten Karten sehr einheitlich. Deshalb wären solche Beeinflussungsversuche auch ziemlich aussichtslos gewesen, stellte Häfliger fest.»

Landwirte EFZ Klasse A«Freude am Beruf und Ausbildung»
Dass die Arbeit in der Landwirtschaft und mit der Natur viel Abwechslung, Spannung und Herausforderungen mit sich bringt, waren sich sämtliche Referentinnen und Referenten einig. Die zwei unterhaltsam vorgetragenen Kurzreferate von frischgebackenen Landwirten widerspiegelten eine grosse Begeisterung für die durchlebten und bevorstehenden Tätigkeiten im Berufsfeld Landwirtschaft. Nicht nur die vielfältige Arbeitstätigkeit, die gute soziale Eingliederungen in die Lehrbetriebsfamilien, auch die grosse Verantwortung im Umgang mit Maschinen und Tieren wurden angesprochen. Am wichtigsten sei aber das ganze soziale Umfeld der Betriebsleiterfamilien gewesen, schilderte Eliane Bucher, frisch diplomierte Landwirtin EFZ. Mit ihren fröhlichen, frischen und modernen Klängen umrahmte die Liebegger Musik die einzelnen Referate stilvoll.

Grussworte der Aargauer Regierung: Landammann Alex Hürzeler«Ich freue mich, dass ich als Aargauer Landammann und Bildungsdirektor an Ihrer heutigen Schlussfeier Gast sein darf und überbringe Ihnen im Namen des Regierungsrats des Kantons Aargau den Gruss und die herzlichen Glückwünsche zu Ihrem bestandenen Abschluss», erläuterte Alex Hürzeler in seinen Einleitungsworten. Als Bildungsdirektor und als Fricktaler, der auf einem Bauernhof gross geworden ist, sei es ihm eine grosse Freude, dass 72 junge Männer und Frauen heute ihr Diplom bekämen. «Ähnlich wie das Bewirtschaften eines Feldes haben Sie viel in Ihre Ausbildung investiert und ernten nun im Gegenzug die Früchte Ihrer Arbeit», stellte Hürzeler fest. «Sie haben ein grosses und wichtiges Ziel erreicht und sind ab heute diplomierte Landwirtin und Landwirt oder Agrarpraktikerin und Agrarpraktiker. Mit Engagement, Fleiss und körperlicher und geistiger Arbeit und zusammen mit der fundierten und praxisnahen Grundbildung am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg ist das möglich geworden», schilderte Hürzeler.

Landwirte EFZ Klasse B«Das Fähigkeitszeugnis oder das Berufsattest, welches Ihnen im Anschluss übergeben wird, ist ein entscheidender Meilenstein in ihrem beruflichen Werdegang. Trotz des nicht einfachen, international herausfordernden Berufsumfeldes glauben und setzen viele junge Menschen auf die Landwirtschaft. Das ist wichtig und richtig. Unsere Vegetation und Umwelt, unsere Gesellschaft und unsere heimische Landwirtschaft und Versorgungssicherheit braucht junge, motivierte, engagierte Persönlichkeiten wie Sie», dankte Hürzeler den Absolventen. Wer im herausfordernden Umfeld der Landwirtschaft bestehen wolle, der brauche auch zukunftsgerichtete Weiterbildungsmöglichkeiten, die eng an die Praxis anknüpften. Die Technisierung und Digitalisierung sei auch im Agrarsektor in vollem Gange: Mikrochips in Ohrmarken, Drohnensysteme oder automatische Unkrauthacker – die Anbau- und Bewirtschaftungsmethoden würden sich in den nächsten Jahren weiter verändern und der Landwirtschaft einen Schub geben. Deshalb sei es wichtig, dass alle auf dem neuesten Stand der Entwicklungen seien und sich stetig weiterentwickelten. Hürzeler ist deshalb der Überzeugung, dass die digitalen Kompetenzen im Bereich der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft weiter gestärkt werden müssen. Trotzdem: «Vergessen Sie bei all den Zukunftsentwicklungen bitte nicht die ‹heimische Scholle›, den ‹Stallgeruch›, das ‹Chriesi› direkt ab dem Baum», mahnte Hürzeler die Diplomanten.

Landwirte EFZ Klasse CSchulkommissionspräsident Hansjörg Erne lobte, dass die Absolventinnen und Absolventen viel Fachwissen und Strategien erlernt haben. Er motivierte, dass sie ihr Wissen auf dem Feld und in den Ausbildungsbetrieben mit der Praxis verknüpfen müssen. Erne bemerkte auch, dass nie ausgelernt sei. «Seid stolz auf euer Handwerk, bleibt euch selber und gönnt euch auch ein Hobby, aber nur, wenn ihr wisst, dass es euer Hobby und nicht ein Betriebszweig ist», bemerkte Erne. «Mit dieser abgeschlossenen Ausbildung stehen euch die Möglichkeiten offen. Es liegt an euch sie zu nutzen. Aber heute dürfen wir alle richtig stolz auf die neuen Berufsleute sein. Ich gratuliere euch allen, zu eurem Erreichten», schloss Erne sein Votum ab.