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 (pd) Die Basler Medizinprofessorin Claudia Lengerke untersucht im Labor, wie akuter Blutkrebs mit einer klugen Kombination von Behandlungsmethoden geheilt werden könnte. Für ihr Projekt hat sie einen mit 100‘000 Franken dotierten Förderpreis erhalten, den die «Fondation Peter Anton & Anna Katharina Miescher pour la recherche en hématologie» und die Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie alle zwei Jahre vergeben.

Als leitende Ärztin an der Klinik für Hämatologie des Universitätsspitals Basel behandelt Claudia Lengerke Patientinnen und Patienten, die an Erkrankungen des Bluts leiden. Darüber hinaus engagiert sich die Professorin und Forschungsgruppenleiterin am Departement Biomedizin der Universität Basel für die Erforschung von Blutkrebs. Zusammen mit ihrem Team hat sie Hinweise gefunden, dass bei bestimmten Formen von akuter Leukämie eine Folgebehandlung nach einer Chemotherapie das Risiko eines Rückfalls stark verringern könnte. Noch ist ihre Methode nicht reif für den Einsatz am Menschen. Ihre Laborresultate lassen jedoch hoffen, dass bestimmte Formen von Leukämie mit einer Kombination von Therapien eher geheilt werden könnten.

Als Leukämie oder Blutkrebs werden bösartige Krebserkrankungen der blutbildenden Zellen bezeichnet. Die akuten, rasch fortschreitenden Formen bei Erwachsenen entstehen meist durch Fehler im Genmaterial, die sich im Lauf des Lebens in den Zellen bilden. Oft kann eine akute Leukämie bis zu einer sogenannten «minimalen Resterkrankung» zurückgedrängt werden. Patientinnen und Patienten, die nach einer Chemotherapie dieses Stadium erreichen, scheinen geheilt zu sein. Die Ruhe täuscht jedoch – ohne weitere intensive und nebenwirkungsreiche Behandlungen und allenfalls eine Stammzelltransplantation kann die Erkrankung zurückkommen.

Behandlung je nach Stadium gezielt anpassen

Lengerke verfolgt die Idee, die verschiedenen Krankheitsphasen einer akuten Leukämie mit unterschiedlichen Strategien zu behandeln. Zu Beginn der Erkrankung müssen die in grosser Zahl vorhandenen Krebszellen mit Chemotherapie beseitigt werden. In der Phase der minimalen Resterkrankung können hingegen gezielte, schonende Behandlungen eingesetzt werden. Die von Lengerke angewandte Behandlungsstrategie könnte bei rund 80% der akuten Leukämiefälle zur Anwendung kommen. In diesen Fällen setzen die Leukämiezellen ein auf den Namen «Dickkopf1» getauftes Eiweiss frei, das sich nachteilig auf die gesunden Blutzellen im Knochenmark auswirkt: Sie verlieren die Haftung im Knochenmark und machen dadurch durch den kranken Leukämiezellen Platz, die sich ungehemmt ausbreiten können. Im Labor konnte Lengerke zeigen, dass sogenannte WNT-Aktivatoren dem entgegenwirken und dadurch gesunde Blutstammzellen schützen und Leukämiezellen hemmen können. Bevor eine klinische Studie mit Patienten begonnen werden kann, müssen die Vorgänge noch weiter untersucht werden.

Alle zwei Jahre 100’000 Franken für die Erforschung von Blutkrankheiten

Die «Fondation Peter Anton & Anna Katharina Miescher pour la recherche en hématologie» und die Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie haben Claudia Lengerke für ihre Forschungsarbeit einen alle zwei Jahre vergebenen Forschungspreis in der Höhe von CHF 100‘000 zugesprochen, weil sie neue Wege aufzeigt, wie Patientinnen und Patienten mit Leukämie besser behandelt werden könnten. Die Medizinprofessorin setzt sich auch selbst für die Wissenschaftsförderung ein. Seit 2017 ist Lengerke als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der propatient Forschungsstiftung tätig, die patientennahe Medizinforschung und Innovation am Universitätsspital Basel fördert.

Foto: Prof. Dr. Claudia Lengerke (zVg propatient Forschungsstiftung)

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