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  (pd) Seit 2012 unterrichtet Desiree Gysin beim Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Aargau Kurse zum Umgang mit Demenzerkrankten. Zum Weltalzheimertag vom 21. September erklärt sie, worauf es dabei ankommt und was Angehörigen und Betroffenen heute noch fehlt.

Wofür sollte man sich am Weltalzheimertag einsetzen? Was fehlt noch?

Es fehlt an Plattformen, auf denen sich pflegende Angehörige von Demenzerkrankten austauschen können. Unter meinen Kursteilnehmern ist das immer ein grosses Bedürfnis und für die meisten ist so ein Kurs die erste Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zu diskutieren. Die Realisation, dass man «nicht allein» oder «nicht dümmer» ist, als die anderen, ist für viele eine grosse Erleichterung. Gerade für sie, die motiviert sind, jemanden mit Demenz zu pflegen, bräuchte es auch mehr Angebote, die sie während einer Weiterbildung entlasten.

Welche Fehler werden bei der Betreuung von Demenzerkrankten oft gemacht? Auf welche Aktivitäten sollte man besser verzichten?

Grundsätzlich gilt: Man kann alles machen, was der betreuenden oder der erkrankten Person Freude macht. Viele Aktivitäten funktionieren auch noch lange, wenn man sie regelmässig ausübt. Routine und Struktur geben den Betroffenen Halt. Wenn etwas nicht mehr klappt, sollte man aber nicht darauf beharren. Die Betreuenden sollten auch davon absehen, ihre demenzerkrankten Angehörigen zu korrigieren oder ihre Aussagen in Frage zu stellen. Das tut beiden Parteien nicht gut und erzeugt oft eine aggressive Stimmung. Die betroffene Person in ihrer jetzigen Situation und Wirklichkeit zu akzeptieren, ist das Schwierigste und gleichzeitig Wichtigs-te beim Betreuen demenzerkrankter Menschen.

Wie kann ein Kurs oder eine Technik wie Validation dabei helfen?

Die Essenz der Validation ist die Erkenntnis, dass die Gefühle der Menschen bleiben, obwohl die Erinnerungen gehen. Gefühle machen aus uns, wer wir sind. Deshalb fühlen sich Betroffene auch eher angenommen, wenn wir auf der emotionalen Ebene mit ihnen kommunizieren. Validation zu erlernen, ist als würde man eine neue Sprache lernen, die einem das Verständnis und den Umgang mit demenzerkrankten Personen erleichtert. Das ist schwierig aber es lohnt sich, denn die betroffenen Menschen sind es wert.

Bild: Desirée Gysin lehrt pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte Techniken für die Betreuung demenzerkrankter Menschen. Foto: zVg

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