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(pd) «Das Fahren abseits von Waldstrassen und Waldwegen gilt als unzulässige nachteilige Nutzung und ist gemäss Waldgesetz verboten.» Dies schreibt Pro Natura Aargau in einer Medienmitteilung und weiter: «Im Aargau sind trotzdem vielerorts Mountainbiker ‹querwaldein› unterwegs.»

In Gränichen wurde nun erneut ein Gesuch gestellt, diesmal für die Durchführung eines nationalen Mountainbike-Rennens auf teilweise illegalen Trails. Nun hofft Pro Natura Aargau mit einer Einwendung den Wildwuchs zu stoppen. Eine Beschwerde wird die Naturschutzorganisation nicht erheben, bittet aber den Gemeinderat eine Auflage zu formulieren, dass die illegal erstellten Teilstücke im Anschluss an das Rennen zurückgebaut und unpassierbar gemacht werden.
In Windisch wurde letztes Jahr illegal ein Biker-Parcour im Auenschutzpark erstellt, Pro Natura Aargau machte eine Verzeigung gegen Unbekannt. Auch im Siggenthaler Wald sind illegale Bike-Trails gebaut worden. Die Gemeinde Untersiggenthal machte im Juni auf ihrer Homepage und in der Lokalzeitung öffentlich, dass sie dies nicht toleriere und droht mit Sanktionen. Besonders während des Lockdowns fürchteten sich viele Menschen, welche zu Fuss Erholung suchten vor den schnell und leise daherflitzenden Zweirädern. «Während für die Jagd Schonzeiten gelten, jagen die Biker die Wildtiere ganzjährig selbst während der Brut- und Setzzeit kreuz und quer durch ihren Lebensraum.» ärgert sich Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau. Nun lag bis 6. Juli in Gränichen gar ein Gesuch zur Durchführung eines nationalen Mountainbike-Rennens auf, das teilweise über illegale Strecken führen soll. Dies sei besonders stossend, weil in Gränichen seit Jahren bekannt sei, dass besagte Trails dem einschlägigen Recht widersprechen würden. Dennoch habe Pro Natura Aargau mehrfach auf Rechtsmittel verzichtet, um einer Mediation Raum zu geben. Die Hoffnungen der Behörden dadurch rechts- und sachverträgliche Lösungen zu finden, hätten sich offensichtlich nicht erfüllt.
Im Gegenteil, die Biker nutzten Nachsicht und Sympathie der Behörde für die Sportart kantonsweit dazu, dass immer krassere Verletzungen des geltenden Rechts insbesondere zum Schaden der Natur begangen werden. «Wir haben nichts gegen diese Sportart, im Gegenteil,» versichert Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau «wir begrüssen jede Form der Erholung, solange sie auf die Natur Rücksicht nimmt und den rechtsstaatlichen Rahmen akzeptiert.» Auch der Bikersport müsse jedoch, den für alle geltenden Weg gehen. Er müsse für alle Bauten Gesuche stellen, welche dann gegenüber allen Nutz- und Schutzinteressen sowie Sicherheitsaspekten
abgewogen werden könnten. Alles andere führe zum Schaden nicht nur an der Natur und anderen Nutzern, sondern auch zum Reputationsschaden der Biker selbst mit den entsprechenden Folgen. Rechtanwalt Betsche regt an, dass Veranstalter und Biker
zusammen mit den anderen Erholungsuchenden und den Naturschutzorganisationen rechtskonforme Lösungen suchen. Darum ist es ihm sehr wichtig, dass der illegale Teil der Strecke nach dem Rennen zurück gebaut wird. «Pro Natura Aargau wünscht sich von der Gemeinde eine entsprechende Auflage in einer allfälligen Bewilligung», meint Betsche und ruft Gränichen und alle Gemeinden im Kanton auf,
dem Beispiel von Untersiggenthal zu folgen und durch Kontrolle und strikte Umsetzung des Waldrechts mitzuhelfen, dass der sympathische Radsport zurück auf den buchstäblich rechten Weg findet!

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