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(pd) Das Alter und bestimmte Risikoerkrankungen sind nicht zwingend der Grund für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkankung. So lautet eines der Ergebnisse einer jüngst publizierten Beobachtungsstudie aus dem Kantonsspital Aarau.

Das Kantonsspital Aarau hat kürzlich als eines der ersten Spitäler in der Schweiz die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie zu seinen ersten 100 Patientinnen und Patienten, die während der Corona-Pandemie im Spital in Aarau hospitalisiert werden mussten, publiziert. Vergleichbare lokale und retrospektive Studien zu COVID-19 und den damit hospitalisierten Patientinnen und Patienten sind bereits aus anderen Ländern bekannt, so bspw. aus dem chinesischen Wuhan (Frühphase der Pandemie), aus der Lombardei (IT) oder aus New York (USA). Im Fokus der Aarauer Studienbeobachtung standen lediglich solche männlichen wie weiblichen Patientinnen und Patienten, die positiv auf COVID-19 getestet und hospitalisiert werden mussten.

Das Fazit: Rund ein Drittel aller beobachteten stationären Patientinnen und Patienten im KSA zeigten schwere oder komplizierte Krankheitsverläufe, die entweder eine Intensivbehandlung notwendig machten oder zum Tode führten. Interessant ist, dass die Studie zeigt, dass ein sehr hohes Alter oder bestimmte vorhandene Grund- respektive Risiko-Vorerkrankungen nicht zwingend zu diesen schweren Verläufen führen.

Auch jüngere Personen (unter 60-Jährige) ohne schwere Grunderkrankungen können betroffen sein. Die Verweildauer sämtlicher stationären COVID-Patienten im Spital ist ausserdem vergleichsweise lang, so ein weiteres Ergebnis der Beobachtung. Ob eine COVID-19-Erkrankung tendenziell einen schweren Verlauf nimmt, lässt sich insbesondere anhand von Entzündungs- und Blutsättigungswerten und dem allgemeinen klinischen Zustand des Patienten abschätzen, so die Studie.

Die Studienautorinnen und -autoren des KSA erhoffen sich, dass ihre jetzt veröffentlichten Ergebnisse zusammen mit den Daten aus weiteren Schweizer Spitälern es künftig möglich machen werden, Risikomodelle für die Schweiz zu entwickeln, die eine noch bessere Verlaufsprognose ermöglichen und damit auch die Behandlung verbessern helfen. Die Studie wurde am 15. Juli 2020 im Swiss Medical Weekly publiziert. 

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