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(pd) Die Pandemie ist eine Gefahr für uns alle. Klimawandel und Artensterben ist das weit grössere Problem unserer Kinder und Enkel. Das Programm Natur 2030 ist das wichtigste Instrument des Kantons um dagegen zu steuern und kommt demnächst in den Grossen Rat. Die Botschaft dazu bringt es auf den Punkt: «Eine Trendwende ist dringlich und es sind zusätzliche grosse Anstrengungen nötig, um die heute noch vorhandene Biodiversität langfristig zu sichern.» Leider werde das vom Kanton vorgeschlagene Programm Natur 2030 diesem Anspruch nicht gerecht, teilt die Pro Natura Aargau mit.

Matthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau: «Das Artensterben und der rasante Verlust an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen im Kanton Aargau ist besorgniserregend. Es braucht zwingend
zusätzliche Massnahmen, um diesen Trend zu stoppen. Das jetzt vorgeschlagene Programm 2030 genügt nicht!».
Das neue Programm 2030 soll dem Vollzug von Aufgaben zum Schutz der Landschaft, zur Sicherung, Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen und zur gezielten Förderung von Tier- und Pflanzenarten dienen. Zudem soll es einen Beitrag leisten, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Der Kredit für das laufende Mehrjahresprogramm "Natur 2020" läuft Ende 2020 ab. Für die erste,
fünfjährige Etappe des Nachfolgeprogramms "Natur 2030" hatte der Aargauer Regierungsrat beschlossen, dem Grossen Rat einen Verpflichtungskredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 16,5 Millionen Franken zu beantragen. Im Grossen Rat wurden nun Minderheitsanträge eingereicht, welche den vom Regierungsrat beantragten Verpflichtungskredit kürzen bzw. erhöhen wollen.

Für Pro Natura Aargau greifen die vom Regierungsrat vorgesehenen Massnahmen zu kurz. Matthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau stellt fest: «Der Regierungsrat verhält sich widersprüchlich: Zum einen bestätigt er selbst, dass zusätzliche Flächen für Kerngebiete und ökologische Infrastruktur dringend notwendig wären, um die Biodiversität im Aargau nachhaltig zu sichern. Andererseits schlägt er mit dem Programm Natur 2030 bei weitem nicht das vor, was er selbst als eigentlich zum Schutz der bedrohten natürlichen Lebensgrundlagen für notwendig erachtete». Der Kanton hat den Bedarf an zusätzlichen Natur-Flächen errechnet, die notwendig wären, um die Biodiversität im Kanton Aargau zu schützen. Der Kanton Aargau müsste demgemäss zusätzliche 3 % der Kantonsfläche für ökologische Kerngebiete und rund 3 % der Kantonsfläche für ökologische Vernetzungsgebiete sicherstellen, damit eine Biodiversität im Kanton Aargau langfristig erhalten werden kann. «Pro Natura Aargau fordert daher den Kanton auf, mit dem Programm Natur 2030 diesen ausgewiesenen Bedarf an zusätzlichen Flächen, die zur Erhaltung der Biodiversität notwendig wären, jetzt umzusetzen!» so Matthias Betsche."Wir haben 90% unserer Feuchtgebiete verloren. Diese Feuchtgebiete sind sehr wichtige und artenreiche Lebensräume und wirken dem Klimawandel entgegen".

Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau: «Wir sind es unseren Kindern schuldig, dass die wertvollsten Feuchtgebiete im Umfang von 1% der Kantonsfläche oder mehr wiederhergestellt werden!».
Pro Natura Aargau fordert zudem den Kanton auf, endlich die Pufferzonen für alle Biotope gemäss Bundesvorgaben zu realisieren. Johannes Jenny: «Es ist nicht verständlich, weshalb dies wiederum herausgezögert werden soll: Das Programm Natur 2030 sieht in den nächsten 10 Jahren nämlich eine Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Pufferzonen nur zur Hälfte vor. Dabei müssten diese gemäss Naturschutzgesetzgebung schon längst vorhanden sein».
Zudem bemängelt Pro Natura Aargau, dass das Programm Natur 2030 sich zu wenig mit dem Bedürfnis nach zusätzlichen Naherholungsgebieten auseinandersetzt: Matthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau nimmt zudem den Kanton Aargau als grössten Grundeigentümer in die Pflicht: «Der Kanton Aargau soll, jetzt und flächendeckend – auf all seinen Liegenschaften – die für die Biodiversität notwendigen Massnahmen selber umgehend umzusetzen.» Dabei solle er zum Beispiel sicherstellen,
dass sein Betrieb der Justizvollzugsanstalt Lenzburg auf Pestizide verzichtet und endlich zeitgemäss auf Bio umstellt.

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