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Von Barbara Stäuble, Rheinsulz

Euphorie für Liegenschaftskäufe, Museumserweiterung, diverse Verpflichtungskredite, doch fragliche Einstellung zur Irreführung Sanierung Langacherstrasse Rheinsulz.
Wo bleibt die Verantwortung, das Handeln des Stadtrates, wenn Bürger bewusst hinters Licht geführt werden? Was verbirgt sich dahinter: Gleichgültigkeit, Leichtgläubigkeit, Unerfahrenheit oder gar Sturheit? Mit einem Freipass wird das Projekt dem Ingenieur-Büro übertragen.
An der Info im November 2018 wurde auf Nachfrage betreffend Strassenbreite bestätigt: «Die Strasse bleibt wie sie ist.» Die Aussagen der beiden Herren, Projektleiter des Ingenineur-Büros mit jur. Nebenfunktion und Ressortchef des Stadtrates, waren für die Anwohner so glaubwürdig, dass niemand während der Auflagefrist Einsicht nahm. Alle Quartierbewohner vertrauten voll den Worten. Wie sich herausstellte, ein Fehler! Die Auffahrtsstrasse war für den Verkehr gesperrt und keiner beging diesen Zufahrtsteil ins Quartier.
Die ersten Randsteine verlegt, fiel die gravierende Verengung bei einem Teilstück von nur noch 3,40 m Breite (Verschmälerung 80-90 cm) auf, die zu einer gefährlichen Kreuzung führt. Die hochführende Strasse dient nicht nur als Zubringer ins Quartier, sondern ist gleichzeitig Wander- und Flösserweg.
Sofort eingeleitete Gespräche mit dem Ing.-Büro der Stadt für einen Rückbau nur im unteren Teil von ca. 20 m wurden kategorisch abgelehnt. Ebenso alle vier eingereichten Einwände zur Rückführung auf die alte Breite, teilweise mit Unterschriften aller Anwohner, wurden mit den vom Ing.-Büro gegebenen Bemerkungen abgewiesen mit Rückantworten: a) «Einwand Auflage nicht wahrgenommen», b) «Verengung deutlich gemacht, dass Kreuzen zweier PWs nicht möglich ist», c) «das Nachbargrundstück zu massiv tangiert wird», dabei beträgt neu der Abstand Randstein Strasse bis Gemeindemarch bzw. Nachbargrundstück 2 m. Mit Geoportal-Luftbild 2018 lässt sich die alte Strassenbreite beweisen.
Unsinnig, unverständlich eine ca. 60 Jahre lang bestehende, intakte, nicht allzu breite Strasse noch mehr zu verschmälern; eine Strasse wiederum für die nächsten Jahrzehnte.
Trotz Hinweis unternahm der SR keine Überprüfung der Sachlage oder legte einen Stop ein. Zum Zeitpunkt der ersten Meldung wäre der Rückbau auf die alte Strassenbreite ohne grossen Aufwand und Kosten möglich gewesen. Mit rasantem Tempo wurde weiter saniert. So wurde die Leitplanke mit einem Nur-Abstand von 8 bis 10 cm zum Fahrbahnrand gesetzt, bevor der SR auf einen eingereichten Brief antwortete.
Dafür wurde bei der Auffahrt eine kaum einsehbare, nicht nutzbare Ausweichstelle für viel Geld geschaffen. Ausschreibung oder Kommunikation blieben aus. Für den SR gelten anscheinend die Gesetze nicht, eine Projektänderung auszuschreiben. Es heisst nur: «Ist ja auf Gemeindeland.» Bei der kleinsten Veränderung auf dem eigenem Grundstück verlangt die gleiche Behörde ein Baugesuch. Die Kommune hat stets eine ausweichende Antwort parat. Erst auf die Nachtragsbeschwerde erhielten die Anwohner einen Strassenplan mit Änderungsdatum März 2019. Ersichtlich daraus die Ausweichstelle, Linienführung weder alt noch neu.
Beim Erzählen dieser vielfältigen zu
Tage getretenen Sanierungsausführungen sagte ein guter Freund: «Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.» Das regt zum Nachdenken an.
Empfehlung an alle Mitbürger: nicht nur Aussagen vertrauen, Pläne in der Auflagefrist genau zu studieren und evtl. Fachpersonen zur Beratung beiziehen. Ein bewilligtes Projekt im Nachhinein zu korrigieren ist schwierig, und Fehler, selbst bei Falschaussagen, lassen sich nur mit «Goodwill» der behördlichen Stelle ausmerzen, was hier vermisst wird.

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