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von Nadja Burgherr, Sandra Frei-Struchen, Kathrin Frey, Anne Reich, Claudia Rohrer, Brigitte Rüedin, Rheinfelden 

Am Frauen*streik im Juni 2019 haben wir ein Rheinfelder Manifest erarbeitet und es dem Stadtrat übergeben. Darin forderten die anwesenden ca. 100 Frauen vor dem Rathaus, dass sie vom Stadtrat die Umsetzung folgender Punkte wünschen: Anonymisierte Bewerbungsverfahren, damit rein nach Qualifikation ausgewählt wird. Dieses Verfahren wird bei den Lehrstellenbewerbungen in modernen KMU’s bereits erfolgreich umgesetzt, damit Schweizer- und Migrantenkinder gleiche Chancen erhalten. Die Antwort des Stadtrates: zu aufwändig. – Grösstmögliche Parität/Diversität in Gremien und Kommissionen. Gemischte Teams erreichen bessere Resultate, Parallelwelten von Männern und Frauen werden abgebildet und gesellschaftlich und politisch fliessen damit wesentlich mehr Themen in die Diskussionen ein. Die Antwort des Stadtrates: vier Grafiken wurden gezeigt, welche die Untervertretung von Frauen im obersten Kader, in Behörden und Kommissionen sichtbar gemacht haben. – Aktualisierung Stellenprofil Stadthostessen. Abschaffung der Aufgabe, den Stadtrat auf der Bühne stumm zu flankieren. Rheinfelden ist eine moderne Stadt; dazu gehören auch die auszusendenden Zeichen. Die Antwort des Stadtrates: Das sind nur 4 von 100 Arbeitsstunden.

Leider hat der Stadtrat sich viel Zeit gelassen, um uns zu antworten. Deshalb haben wir am letzten Ortsparteiengespräch mit dem Stadtrat nachgefragt. Er sieht in allen Punkten keinen Handlungsbedarf. Wir sind sehr enttäuscht von seiner Haltung und betrachten es als unsere Aufgabe, die Bevölkerung darüber zu informieren und die genannten Themen weiter zu verfolgen. Die vergangenen Wahlen haben gezeigt, dass Frauen zunehmend ihren Platz in der Politik einnehmen wollen und auch gewählt werden, dies sollte auch auf der lokalen Ebene gewichtet werden. 

Wir Frauen in Politik und Gesellschaft sind ernst zu nehmen. Aus unserer Sicht werden seit Jahren politische Forderungen aus einem Teil der Themenbereiche Bildung, Familienpolitik, Soziales, Sozio-Kultur und Umweltschutz weniger prioritär gegenüber anderen Fachthemen behandelt. Aktuell werden alle Abteilungen im Rathaus von Männern geleitet – ob es damit zusammenhängt?                                                                                                         

Wir Frauen übernehmen gerne Verantwortung in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und erledigen viel unbezahlte Arbeit. Wir wünschen uns aber mehr positive Unterstützung, Transparenz und ein partizipatives Miteinander für unsere Stadt.

 

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