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Ratgeber

Ute Brodmann Autorin, Beraterin für energetische Ernährung
Brodmann & Brodmann, entwicklungsimpulse, Zeihen

Anders essen ist gar nicht so einfach
Die Feiertage sind vorbei, das neue Jahr hat schon stürmisch angefangen und so manch einer hat sich vorgenommen, in diesem Jahr etwas anders zu machen. Häufig haben die guten Vorsätze für das neue Jahr mit der Ernährung zu tun. Gesünder essen, weniger essen, mehr Früchte und Gemüse, weniger Fett, mehr Wasser trinken etc., etc. Sie wissen, was ich meine. Vielleicht haben auch Sie beschlossen, in diesem Jahr etwas an Ihrer Ernährung zu verändern. Möglicherweise haben Sie sich auch für eine ganz neue Ernährungsform entschieden. Vegetarisch, vegan, fleischlos oder ohne Kohlehydrate? Ernährung nach den fünf Elementen oder die Paleo-Diät? Was immer es ist, es wird eine Herausforderung. Es geht mir hier nicht darum, die verschiedenen Ernährungsformen zu beschreiben oder gar zu beurteilen, ich möchte Ihnen aufzeigen, auf was Sie sich einlassen, wenn Ihre Diät nicht «ich esse alles in beliebigen Mengen und zu beliebigen Zeiten» heisst.
Wenn Sie als Vegetarier oder Veganer bei Fleischessern eingeladen sind, stellen Sie diese vor die schwierige Aufgabe, etwas auf den Tisch zu bringen, das Sie auch essen mögen. «Was soll ich denn bloss kochen, du isst ja kein Fleisch», habe ich mehr als einmal gehört. Im Restaurant ist es auch nicht einfacher. Obwohl sich hier schon einiges getan hat in den letzten Jahren, gibt es leider immer noch Köche, die nicht wissen, dass Fisch nicht vegetarisch und Eier nicht vegan sind. Und selbst in der Familie ist es nicht leicht, wenn Sie als Einzige(r) anders essen als alle anderen. Wenn Sie die Mahlzeiten zubereiten, entscheiden Sie selber, was Sie kochen. Wenn Sie jedoch bekocht werden, brauchen Sie entsprechendes Verständnis von der kochenden Person. Einfach das Weglassen, was man nicht essen will, ist keine Lösung, denn jede Ernährungsform muss ausgewogen und auf den Bedarf abgestimmt sein.
Aber ganz abgesehen von der Reaktion Ihrer Umgebung wird sich auch für Sie etwas ändern. Wenn Sie sich ausschliesslich pflanzlich ernähren, wird der Geruch von Fleisch, Fisch oder geschmolzenem Käse mit der Zeit immer unangenehmer, was zu Problemen führen kann, wenn Ihre Familie weiterhin Fleisch, Fisch und Milchprodukte isst. Das ist ähnlich, als wenn Sie Nichtraucher sind und ein Raucher sitzt neben Ihnen im Bus. Wenn Sie sich für eine energetisch hochwertige Ernährung entscheiden, zum Beispiel nach den 5 Elementen, dann wird Ihnen alles andere Essen energielos und geschmacksarm vorkommen. Ausserdem werden Sie vermutlich eine Abneigung gegen alle künstlichen Geschmacksstoffe und -verstärker entwickeln. Nach einer Getreidekur (nur gekochtes Getreide ohne Salz) wird Ihnen das Brot völlig versalzen und der Kuchen viel zu süss vorkommen. Allerdings vergeht das bald wieder, denn man gewöhnt sich schnell an den Geschmack von Salz und Zucker.
Ich will Sie keinesfalls davon abhalten, Ihre Ernährung zu überdenken oder auch zu ändern, ganz im Gegenteil. Ich möchte Ihnen nur den Stress ersparen, der damit verbunden sein kann. Dazu noch ein paar Tipps. Diskutieren Sie nicht über das, was Sie tun. Es ist Ihre Entscheidung und die soll bitte respektiert werden. Erwarten Sie aber nicht, dass alle anderen die gleiche Entscheidung treffen. Versuchen Sie auch nicht, Ihre Umwelt zu missionieren. Was für Sie gut ist, muss für die anderen noch lange nicht stimmen. Legen Sie sich Strategien zurecht, wie Sie mit Einladungen oder Restaurantbesuchen umgehen wollen, das erspart den Stress in der jeweiligen Situation. Wenn Sie Unterstützung brauchen für eine Ernährungsumstellung oder unsicher sind, welche Ernährungsform zu Ihnen passt, berate ich Sie gern.

 

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie bitte an
oder Bahnhofstrasse 8, 5079 Zeihen,
oder besuchen Sie meine Homepage www.entwicklungsimpulse.ch

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Vorsicht mit Konsumkrediten
Die Werbung suggeriert, fast jede Anschaffung ist sofort möglich, Leasing, Ratenzahlung oder ein Konsumkredit machen es möglich. Wenn man aber aktuell das Geld für seine Wunschanschaffung nicht hat, sollte man ganz genau überlegen, ob man diese Anschaffung wirklich braucht und ob man sich diese auch wirklich leisten kann. Kauf auf Kredit oder Abzahlung ist vorgezogener Konsum. Man gibt also Geld aus, von welchem man hofft, es in der Zukunft zu haben. Das zukünftige Budget wird also meist massiv belastet und der Freiheitsgrad nimmt massiv ab. Dazu kommen dann oft noch recht hohe Schuldzinsen, welche den vorgezogen Konsum weiter verteuern. Ganz übel wird es, wenn man die Rückzahlungsraten nicht mehr bezahlen kann. Dann kommen Verzugszinsen und oft massivste Mahnaufwendungen noch dazu. Hier lauern finanzielle Teufelskreise, aus welchen man oft nur mit massivsten Einschränkungen wieder rauskommt. Finanzielle Disziplin ist das A und O. Wenn plötzlich unvorhergesehene, nicht aufschiebbare Aufwendungen wie eine
grössere Zahnarztrechnung kommt, sollten die Finanzen nicht zusammenbrechen. Lieber mal auf etwas im Moment verzichten. Längerfristig erspart man sich oft viele Mühen und behält die finanzielle Freiheit.

Weiterhin kaum Rendite mit sicheren Anlagen
Obwohl die Zinsen in den letzten 12 Monaten leicht gestiegen sind, gibt es nach Kosten kaum oder keine Rendite mit sicheren Anlagen. Die Chance, dass dies in den nächsten Jahren wieder ändert, ist intakt. Bis das aber soweit ist, braucht es aber weiterhin viel Disziplin und die Risiken sollten nicht massiv erhöht werden. Im grossen Stil ausweichen auf Aktien, wegen der Dividendenrendite, Immobilien wegen den Mietzinseinnahmen oder auf Obligationen mit tieferer Schuldnerbonität ist mit grösseren Risiken verbunden, welche man in Phasen wie jetzt oft unterschätzt. Diese sehe ich als Beimischung weiterhin, würde aber nicht einfach die früher in erstklassigen Obligationen investierten Gelder in risikoreichere Anlageklassen investieren. Auch strukturierte Produkte und Fonds sind nicht einfach die immer wirksame Lösung für das schon länger anhaltende Anlageproblem. Auch hier kann niemand zaubern und müssen die darin enthaltenen Kosten auch zuerst wieder erwirtschaftet werden. Setzen Sie sich nicht überhöhte Renditeziele!

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Viele Pensionskassen senken Renten
Viele Pensionskassen senken derzeit ihre Rentenumwandlungssätze. Die Aargauische Pensionskasse APK bspw. senkt den Rentenumwandlungssatz bei Pensionierung im Alter 65 von derzeit 5.9 % auf 5.3 %. Noch weiter geht die Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK. Sie senkt den Rentenumwandlungssatz im Alter 65 von 5.8 % auf 5.0 %. Bei beiden Pensionskassen erfolgt die Senkung stufenweise ab 2019 über ein paar Jahre verteilt und wird mit einer Kapitalgutschrift («Besitzstandeinlage» abgefedert. Dennoch resultieren substanziell tiefere Renten. Der Rentenumwandlungssatz zeigt an, wie viel vom angesparten Alterskapital jährlich als Rente ausbezahlt wird. Wenn Sie bspw. Fr. 800›000 Alterskapital angespart haben und der Rentenumwandlungssatz 5.9 % beträgt, so erhalten Sie eine Jahresrente von 47 00. Wenn der Rentenumwandlungssatz 5.3 % beträgt, so sind es nur noch 42 400, also jährlich 4800 weniger.

Wir leben länger
Hauptgrund hinter den Senkungen ist ja eigentlich ein positiver: Wir alle leben im Schnitt länger als frühere Generationen. Die Pensionskasse muss damit die Rente im Schnitt länger auszahlen als früher. Woher nun aber nehmen und nicht stehlen? Der zweite ebenfalls wichtige Grund: In den heutigen Zeiten mit extrem tiefen oder gar negativen Zinsen ist ein wichtiger Beitrag zum Kapitalaufbau in den Pensionskassen weggefallen: auf konservativ investierten Kapitalien gibt es schlicht keinen (genügenden) Ertrag mehr. Zwar kann man etwas aggressiver und mehr in Aktien investieren, was aber auch mehr Risiko birgt. Es ist alles andere als sicher, dass Aktien auch in den nächsten Jahren eine hohe Rendite generieren werden und es ist nicht Aufgabe und Zweck einer Pensionskasse, mit Anlagegeldern ihrer Kunden und Einzahlern zu spekulieren.

Kapitaloption wird relativ zur Rente attraktiver
Als Arbeitnehmer kann man sich «seine» Pensionskasse nicht auswählen und ist an die Pensionskasse des Arbeitgebers gebunden. Wo bleibt aber doch noch etwas Flexibilität bzw. was können Sie tun? Ich lasse einen Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber mit ‚besserer’ Pensionskasse aussen vor. Obwohl dies theoretisch die einfachste Reaktion wäre, dürfte dies praktisch für die Wenigsten kurz vor der Pensionierung in Frage kommen. Was bleibt, ist Ihre Entscheidung bezüglich Rente oder Kapital. Sie können wählen, dass Ihnen Ihr Alterskapital (oder zumindest ein Teil davon, abhängig von Ihrer Pensionskasse) in Form von Kapital und nicht in Form von Rente ausbezahlt wird. Wenn Ihre Pensionskasse die Rentenumwandlungssätze reduziert, verschlechtert sich die Rente, Ihr Alterkapital hingegen wird nicht tiefer. Die Kapitalvariante wird damit relativ zur Rente attraktiver.

«Attraktiver» muss nicht «attraktiv» sein
«Attraktiver» heisst aber nicht per se «attraktiv». Ob in Ihrer persönlichen Situation Rente oder Kapital interessanter ist, hängt nicht nur mit dem Rentenumwandlungssatz zusammen, sondern zu einem grossen Teil mit Ihrer steuerlichen Situation und anderen persönlichen Faktoren (Gesundheit, Erfahrung mit Anlegen von Geld bzw. finanzielles Risikoprofil, …). Im Rahmen einer professionellen Pensionierungsplanung kann Ihnen Ihr Finanzberater ein paar Simulationsrechnungen aufzeigen: wie viel Zins müssen Sie auf Ihrem Kapital erreichen, um eine Rente bis Alter 85, 90 etc. zu gewährleisten. Zudem gibt es ja nicht nur die Maximalvarianten alles Rente oder alles Kapital. Gerade auch aus steuerlichen Gründen lohnt sich häufig eine Teils/teils-Lösung. Damit wird bei der Auszahlungsbesteuerung die Progression gebrochen, ebenfalls in geringerem Umfang die Progression bei der Einkommenssteuer.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Korrektur an Aktienmärkten geht weiter
Nach der Korrektur der Aktienmärkte Anfang Februar haben sich vor allem die US-Märkte recht stark erholt. Derzeit ist die zweite Korrekturwelle zu beobachten: Die europäischen Aktienmärkte haben teilweise schon neue Jahrestiefst erreicht, die US-Aktienmärkte stehen noch etwas über den Tiefständen von Februar. Der Ratschlag in den letzten zwei Ratgeber-Kolumen, Gewinne zu realisieren und Cash zu schaffen, war bisher richtig. Ich bleibe bei der vorsichtigen Einschätzung. Warum?
1. Selbst jetzt, nach den Kursverlusten, steht der SP500 noch immer höher, als er je vor Dezember 2017 war. Mit anderen Worten hat die Korrektur der letzten Wochen einfach die deutlichen Anstiege vom Januar rückgängig gemacht, mehr aber noch nicht.
2. Der enorme Rückenwind der Geldpolitik für die Aktien nimmt langsam ab. Die FED hat die Zinsen in mehreren Etappen angehoben und reduziert in kleineren Dosen die Geldmenge. Selbst die EZB spricht davon, dass ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in den nächsten Monaten anstehen sollte. Einzig die BOJ scheint unbeirrt auf ihrem extrem expansiven Weg weiterfahren zu wollen. Die Zinsen scheinen somit doch langsam den Weg von ihren Tiefs weg nach oben zu finden. Dieser Rückenwind also, der zu sehr teuren Bewertungen vor allem der US-Aktien geführt hat, nimmt nun ab und verkehrt sich gegen Ende dieses Jahres oder 2019 möglicherweise ins Gegenteil.
3. Gleichzeitig hat US-Präsident Trump Strafzölle für Stahl und Aluminium unter anderem gegen China verhängt. Kein Wunder, dass China da nicht untätig zusieht und Gegenmassnahmen angekündigt hat. Es ist noch zu früh, um abzuschätzen, ob daraus ein veritabler Handelskrieg wird. Die Finanzmärkte schätzen die Unsicherheit aber gar nicht. Wird die Rechnung für die USA aufgehen, wer wird die Zeche zahlen? Natürlich ist es möglich, dass einige Arbeitsplätze in der US Stahlindustrie gerettet werden. Gleichzeitig werden Stahlverarbeiter in den USA teueren Stahl kaufen müssen, dort stehen also potenziell andere US-Arbeitsplätze auf dem Spiel. Definitiv zahlen werden die US-Konsumenten mit höheren Produktepreisen. Die unkoordinierte Einführung von Strafzöllen dürfte also für die USA eher Rohrkrepierer denn Siegeszug sein.

Basilea
Gibt es also keine Kaufkandidaten, bei denen wir die aktuellen Kurse als interessant anschauen?
Doch die gibt es, zum Beispiel Basilea. Das ursprünglich aus früheren Roche-Managern hervorgegangene Unternehmen ist im Bereich Infektionskrankheiten mit Antimykotika und Antibiotika tätig und versucht auch im Bereich der Onkologie Fuss zu fassen. Basilea konnte von 2016 auf 2017 den Verlust deutlich reduzieren und den Umsatz um über 50 Prozent steigern.
Auch dieses Jahr dürfte die Firma noch rote Zahlen schreiben, die Verluste aber weiter eindämmen. Basilea hat 2017 eine Lizenzvereinbarung mit dem Pharmagiganten Pfizer abschliessen können und dabei eine 70-Mio.-Upfront-Zahlung erhalten. Weitere Zahlungen sind abhängig vom Umsatz der auslizenzierten Produkte und auch Meilensteinzahlungen im Umfang von bis zu 650 Mio. USD sind möglich. Die aktuellen Kurse unter 65 sind für uns Kaufkurse, aufgrund des erhöhten Risikos als Beimischung zum Depot.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Aktienmarkt: The trend is your friend?
Die US-Aktienmärkte legen fast jeden Tag zu, alleine in den zwei kurzen Wochen in diesem Jahr schon 4,5%. Etwas weniger linear, im Trend aber fast so positiv, sieht es in Europa aus. Der Bullenmarkt dauert nun schon über acht Jahre an, wo 2009 mitten in der Finanzkrise ein Tief erreicht wurde.
Es gibt kaum mehr Bankstrategen, die zur Vorsicht mahnen. Es gehört unisono zum guten Ton, optimistisch (wenn nicht gar euphorisch) zu sein. Die Wirtschaft läuft recht gut, die Wachstumszahlen sind fast ohne Ausnahmen positiv. Die Experten sprechen von synchron guten Wirtschaftsdaten. Auch die Anleger selber sind gemäss so genannten Sentiment-Indikatoren so optimistisch wie noch nie. Und auch das Niveau der Lombardkredite, welches anzeigt, wie viel Kapital auf Kredit in den Anlagemärkten investiert ist, ist so hoch wie noch nie.
Ist die Erwartung auf weitere starke Aktienkursgewinne gerechtfertigt? Das aktuelle Wirtschaftswachstum ist mit 2 bis 3% in stabil positivem Bereich, entlockt aber verglichen mit früheren Boom-Phasen keinen Freudensprung. Die Gewinne der US-Firmen haben im 3. Quartal 2017 die alte Rekordmarke von 2014 übertroffen. Drei Jahre hat es also gedauert, um wieder Rekordniveau zu erreichen. Die US-Börse ist aber mittlerweile ca. 35% teurer. Der Trend ist zwar noch nicht gebrochen, die Luft für weitere Aktienkursgewinne ist aber extrem dünn geworden. Nach so starken Anstiegen etwas Gewinne zu realisieren, scheint uns sinnvoller als neu gross einzusteigen.

Bin ich Arbeitnehmer oder selbstständig erwerbstätig?
Die AHV Ausgleichskassen sind zuständig für die Einschätzung, ob jemand selbstständig erwerbend oder als Angestellter erwerbstätig ist. Je nach Status haben Sie selber oder eben Ihr «Arbeitgeber» unterschiedliche Pflichten (Unfallversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wer rechnet AHV ab...). Für die Mehrheit aller Erwerbstätigen ist die Situation klar geregelt. Wenn Sie aber unsicher sind (bspw. wenn Sie neu selbstständig werden möchten), melden Sie sich frühzeitig bei der AHV-Kasse und klären Ihren Status ab.
In der Praxis hat man oft das Gefühl, dass die AHV-Kassen die Hürden für eine Einschätzung als selbstständig erwerbend recht hoch legen und im Zweifelsfall quasi aus Prinzip zuerst einen ablehnenden Entscheid fällen. Dies mag teilweise gerechtfertigt und sinnvoll sein. Wenn Sie aber damit nicht einverstanden sind und dennoch als selbstständig erwerbstätig eingestuft werden möchten, lassen Sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen und erheben Sie Einprache.
Um als selbstständig erwerbstätig anerkannt zu werden, müssen Sie der AHV-Kasse belegen, dass Sie unter eigenem Namen, mit eigenem Aussenauftritt, auf eigene Rechnung und eigenes Risiko tätig sind. Was heisst das? Belegen können Sie das bspw. mit eigenen Visitenkarten, eigenem Briefpapier oder auch Internetauftritt. Wichtig ist, dass Sie Rechnungen an mehrere Auftraggeber vorweisen können (was gerade in den Anfängen einer Selbstständigkeit schwierig sein kann). Sie müssen dabei jeweils im Auftragsverhältnis tätig sein, d.h. Sie entscheiden im Rahmen des Auftrags (in Absprache mit dem Auftraggeber aber ohne Weisungsverhältnis) selber frei, wann und was Sie für erforderlich und sinnvoll halten. Zeigen Sie auch auf, dass Sie die Verluste tragen müssen, wenn Aufträge ausbleiben oder offene Forderungen (bspw. bei Insolvenz von Auftraggebern) nicht eingetrieben werden können.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Steuererklärung – wie vorgehen
Die halbe Miete zur Erstellung der Steuererklärung ist das Zusammentragen der nötigen Belege. Lohnausweis, Abschlussbelege der Konti mit Zinsen und Spesen, Steuerverzeichnis der Bank bei grösseren Wertschriftenbeständen, Hypothekarschuld, Zinsen, Bestätigung Eigenmietwert und Unterhaltsbelege bei Eigenheimbesitzern, evtl. Einzahlungsbestätigung in 3. Säule oder Pensionskasse usw. Wer die Belege zusammen hat, wird seine Steuererklärung speditiv ausfüllen können. Aus meiner Sicht lohnt sich auch die Erfassung ins Easy-Tax-Programm. Einmal erfasst, kann man sich in den Folgejahren unnötige Arbeit ersparen und es passieren auch weniger Fehler, da man schneller merkt, wenn man etwas vergessen sollte. Ich empfehle wie folgt vorzugehen:

Schritt 1: Sammeln und Vorbereiten der nötigen Unterlagen

Schritt 2: Erfassen der Belege, Erstellung der Steuererklärung

Schritt 3: Überprüfen mit Vorjahr, gibt es Veränderungen, welche Sie nicht nachvollziehen können?

Schritt 4 (erst nach Erhalt der def. Steuerveranlagung, meist ein paar Monate später): Vergleich der vom Steueramt veranlagten Zahlen mit der Selbstdeklaration. Gibt es grössere Abweichungen, dann muss man die Sache genauer überprüfen. Findet man einen Fehler oder ist man mit der Veranlagung nicht einverstanden, dann hat man genau 30 Tage Zeit für eine schriftliche Einsprache. Ist diese Zeit abgelaufen, ist die Chance vertan.

Soll/kann ich die Steuererklärung selber machen oder brauche ich professionelle Hilfe? Das müssen Sie selber beurteilen. Haben Sie keine oder wenig Erfahrung, dann ist es oft sinnvoll, Hilfe anzunehmen. Haben Sie kompliziertere Sachverhalte, dann lohnt sich professionelle Unterstützung meist.

Fragen aus der Praxis:

Was passiert, wenn ich mehr als den maximalen Betrag bei der 3. Säule einzahle?
Der zuviel bezahlte Betrag muss zurück bezahlt werden. Das passiert zwar selten, habe ich aber schon einige Male mit verschiedenen Versicherungslösungen gesehen oder bei Selbstständigen, welche 20 Prozent des Nettoeinkommens in die 3. Säule einzahlen können, wenn sie keine PK haben. Zu viel einzahlen lohnt sich absolut nicht! Der Abzug wird nicht gewährt und bei der Auszahlung muss der Betrag trotzdem besteuert werden. Man straft sich also nur selber!

Kann ich Krankheitskosten abziehen?
Ja, aber nur selber bezahlte Kosten, welche 5 Prozent des steuerbaren Einkommens übersteigen (gilt für Kanton Aargau). Man kann also recht schnell grob überschlagen, ob es sich lohnt, Belege zu suchen und zusammen zu tragen. Beispiel: Man hat ein steuerbares Einkommen von Fr. 80' 000.-. Es braucht also Belege von mindestens Fr. 4000.-. Dazu gehören natürlich auch die Krankenkassenfranchise und der Selbstbehalt, nicht aber die Krankenkassenprämien.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an
oder rufen unter 062 871 66 96 an.

 

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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder – Fieber und Schmerzen
Noch ein kurzer Nachtrag zum Thema Spritzen: ein besonderes Pflaster, das ungefähr 1 Stunde vor dem Verabreichen einer Spritze auf die Haut geklebt wird, macht diese Stelle schmerzunempfindlich. Das ist eine Variante für schwierige Fälle.

Fieber:
Wir haben bereits in einigen früheren Ratgebern das Thema Fieber aufgegriffen: Fieber, Fiebermessen, Fieberarten, fiebersenkende Massnahmen. Im Ratgeber «Fieberarten» haben wir eine Liste erstellt, wann die Kinder zum Arzt gebracht werden sollten. (Sie finden alle Ratgeber auf unserer Homepage: www.vinzenz-apotheke.ch, alphabetisch geordnet unter der Rubrik Ratgeber).
Nochmals, Fieber ist bei Kindern eine häufige Begleiterscheinung von meist viralen und/oder bakteriellen Infekten. Sie sind in der Regel banal und heilen von selbst aus. Die Höhe der Körpertemperatur ist nicht wirklich aussagekräftig. Der Gesamtzustand ist viel wichtiger. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einer Fachperson (aus Apotheke/Drogerie) beraten. Es gilt, immer die richtige Einschätzung zu finden, ab wann wirklich ein Notfall vorliegt und eine sofortige Behandlung notwendig ist. Absolute Warnzeichen für eine schwere Infektionskrankheit sind: – blaue Lippen (Zyanose); – erhöhte Atemfrequenz (bei Kindern zwischen 6 und 12 Monaten mehr als 50 Atemzüge in der Minute und bei Kindern ab 1 Jahr mehr als 40 Atemzüge in der Minute); – verminderte Durchblutung der Arme und Beine (sie sind kalt); – Harnverhalten, die Kinder können nicht mehr genügend Wasser lösen; – nicht wegdrückbare Hautausschläge. In solchen Situationen kontaktieren Sie sofort einen Kinderarzt!

Schmerzen:
Schmerzen bei Kindern sind altersabhängig zu beurteilen. Kinder unter 4 Jahren haben in der Regel Mühe, die genaue Stelle des Schmerzes anzugeben. Da hilft eine gute Beobachtung des Gesichtsausdruckes, der Körperhaltung und des allgemeinen Verhaltens. (Ein Kind mit Ohrenschmerzen langt öfters an sein Ohr, ein Kind, das die Nahrung oder das Trinken verweigert, wird Schmerzen beim Schlucken haben, etc.).
Im Spital arbeitet man mit sogenannten Scores, die standardisiert Einschätzungen von Unbehagen oder Schmerzen auf einer Skala angeben. Diese Hinweise ergeben dann die Art der Behandlung. Ältere Kinder können verlässliche Angaben über die Schmerzintensität machen. Auch hier wird im Spital wieder mit standardisierten Fragebögen gearbeitet.
Die Therapie ist immer eine Symptombehandlung. Das Mittel der ersten Wahl ist auch hier Paracetamol. Wie bei der Fiebersenkung kann mit einer Kombination mehrerer Schmerzmittel gearbeitet werden. Auch hier gilt, nur in Ausnahmefällen werden verschiedene Mittel parallel gegeben. In der Regel wird die 2. Dosis durch ein anderes Mittel ersetzt, so dass immer ein zeitlicher Abstand eingehalten wird.
Kopfschmerzen sind auch bei Kindern möglich. Auch Kinder können wegen einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme Kopfschmerzen entwickeln. Lassen Sie es immer etwas trinken, das es gerne mag. Kopfschmerzen sind schwer zu erkennen. Kinder unterbrechen dann oft ihr Spiel, ziehen sich zurück oder legen sich in ein dunkles Zimmer. Sie klagen über einen beidseitigen Druckschmerz, selten über pulsierende Schmerzen. Die Schmerzepisoden sind kürzer als bei Erwachsenen und werden oft von Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen begleitet. Spannungskopfschmerzen schränken das Kind insofern ein, dass es einfach «wehtut». Bei plötzlich auftretenden heftigen Kopfschmerzen, die sich eventuell noch rasch verschlechtern, bei nächtlichem Aufwachen wegen Kopfschmerzen mit oder ohne Erbrechen etc. ist zügig ein Kinderarzt aufzusuchen!

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder – Grundsätzliches
Wir bekommen in den letzten Jahren vermehrt Fragen zum Thema Kinder. Es werden auch viele spezifische Fragen zu diesem Thema gestellt, wie Kinder-Krankheiten mit den dazugehörenden Behandlungen. Oder wie sieht es mit Impfungen oder allgemeinen Behandlungen kleinerer Befindlichkeits-Störungen aus? Das geht bis zu den wirklich wichtigen Fragen: Woran erkenne ich, wie schwer mein Kind erkrankt ist? Wie kann ich ihm helfen? Wie lindere ich seine Schmerzen? Ab wann muss ich mit meinem Kind zum Arzt? Das Wissen um die Pflege des gesunden und kranken Kindes wird meist nicht mehr wie früher von einer Generation an die nächste weitergegeben. Auch die schnellen Fortschritte in der modernen Medizin verunsichern die Eltern. Damit Sie nicht ratlos – und meist mitten in der Nacht – am Bett Ihres kranken Kindes stehen, werden wir in den nächsten Folgen unserer Ratgeber diese Themen aufgreifen. Falls Sie besondere Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an ihren Arzt oder ihre Apotheke.
Jedes Kind wird mit einem gewissen «Nestschutz» gegen Infektionskrankheiten geboren. Während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt die Mutter ihrem Kind einen Teil ihrer Gesundheit in Form von Abwehrkräften weiter (Antikörper gegen selber durchgemachte Krankheiten). Nach einigen Monaten, die Angaben reichen von drei bis sechs, schwindet dieser Schutz und das Kind muss anfangen, sein eigenes Abwehrsystem aufzubauen. Normalerweise beginnen die Babys nach rund einem halben Jahr ihre Umwelt intensiv zu erforschen, alles wandert zügig in den Mund. Damit kommen sie und ihr Immunsystem in Kontakt mit vielen Krankheitserregern und sie lernen, darauf zu reagieren. Dieses Lernen äussert sich in Form von einer «Krankheit». Jedes Kind muss Krankheiten durchmachen, um eine stabile Gesundheit zu erlangen.
Zum Teil kann dieser Schutz ein Leben lang anhalten, zum Teil nur eine gewisse Zeit, da die meisten Erreger ihr Erscheinungsbild so verändern können, dass sie dem Körper als nicht bekannt erscheinen.
Statistisch gesehen macht ein normales Kind in den ersten sechs Lebensjahren Bekanntschaft mit 200 bis 300 verschiedenen Viren (sie lösen Infekte der oberen Luftwege wie Schnupfen, Husten oder Halsentzündungen aus).
Im Kindergartenalter sind zwölf krankmachende Virusinfektionen im Jahr völlig normal. Schulkinder erkranken in der Regel sechs bis achtmal pro Jahr. Jugendliche werden durchschnittlich noch fünfmal im Jahr krank. Im Moment befinden wir uns gerade in der Hochsaison der Infektionen (die kalte Jahreszeit von Herbst bis Frühjahr).
Die Viren lauern überall. Angst vor einer Ansteckung ist bei einem normal gesunden Kind nicht sinnvoll. Schützen können Sie es nur durch Stillen, «Abhärten» und Impfen. Wir kommen in einem späteren Ratgeber darauf zurück.
Kranke Kinder empfinden ihr Kranksein als eine bedrohliche Zeit. Um so wichtiger ist es, dass die Eltern mit der nötigen Gelassenheit und Sicherheit darauf reagieren. Viele Kinder fallen in dieser Zeit eine «Entwicklungsstufe zurück»: entwöhnte Babys schreien nach der Flasche, bereits saubere Kinder machen wieder in die Hose oder sie schlafen nachts wieder schlechter. Das reguliert sich normalerweise völlig nach der Gesundung. Im Gegenteil, oft sieht man nach einer durchgemachten Erkrankung einen richtigen Fortschritt in der Entwicklung: Kinder machen einen Riesenschritt vorwärts, sei es im Längenwachstum oder auch geistig-seelisch. Sie brauchen eben in dieser Zeit besonders viel Zuwendung! Es gilt immer noch: Liebe ist die beste Medizin. Für Eltern heisst das: viel Mitgefühl, kein Mitleiden. Die Kinder dürfen ruhig verwöhnt werden, der Rahmen sollte jedoch so gesteckt sein, dass das Kind auch wieder gesund werden will und nicht durch die uneingeschränkte Aufmerksamkeit (der Mittelpunkt der Familie) verzogen wird.
Die Betreuung der kranken Kinder ist folgendermassen gesetzlich geregelt:
• Gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses muss Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber Ihnen bis zu drei Tage zur Betreuung Ihres kranken Kindes zur Verfügung stellen. Dies gilt pro Krankheitsfall.
• Die Eltern sind jedoch verpflichtet, nach geeigneten Ersatzlösungen (zum Beispiel Pflege des Kindes durch Verwandte oder Bekannte) zu suchen. Diese Pflicht entfällt, wenn die Anwesenheit der Eltern notwendig ist, so zum Beispiel bei einer schweren Erkrankung eines Säuglings. Je nach Erkrankung können Arbeitnehmende auch länger von der Arbeit befreit werden. Der Lohn ist für eine beschränkte Zeit geschuldet.
• Kann nicht auf Bekannte und Verwandte zur Betreuung von kranken Kindern zurückgegriffen werden, bietet das Schweizerische Rote Kreuz einen Dienst zur Kinderbetreuung an. Dabei werden Kinder bis zwölf Jahre zu Hause von einer Betreuerin beaufsichtigt.
Lassen Sie sich von uns beraten.
Vinzenz Apotheke. Eine Quelle der Gesundheit

 

In der Ausgabe vom 5. April habe ich mich aufgrund einer Leseranfrage mit der Thematik der Hundehaufen unter dem Titel «Ärgernis Hundekot» befasst. Offenbar haben der Artikel und das Thema grosses Interesse geweckt und zu einigen Reaktionen geführt.

lic. iur. Roman M. Hänggi, Rechtsanwalt
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Heimliche Video- und Tonbandaufnahmen
Immer wieder kommt es vor, dass Mandanten bei mir erscheinen und mir versteckt gemachte Video- oder Tonbandaufnahmen präsentieren, mit denen sie beispielsweise beweisen wollen, dass ihr Nachbar sie beschimpft hat. Andere schneiden heimlich Telefongespräche mit, um so beispielsweise belegen zu können, dass der Gesprächspartner ihnen Geld schuldet. Und nun soll der Anwalt für sie aufgrund dieser Beweismittel Anzeige erstatten oder Klage einreichen.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Wer heimlich das nicht öffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt, macht sich nämlich strafbar. Die entsprechenden Tatbestände im Strafgesetzbuch heissen «Abhören und Aufnehmen fremder Gespräche», «Unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen» und «Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte» und die Strafen lauten auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Selbst Gericht, Staatsanwaltschaft und Polizei dürfen Gespräche nur unter strengen Voraussetzungen abhören und aufzeichnen. Nur schwere Straftaten, die im Gesetz ausdrücklich aufgezählt sind, können solche Massnahmen rechtfertigen.
Es handelt sich bei den aufgezählten Tatbeständen zudem durchwegs um Antragsdelikte, was bedeutet, dass diese Delikte nur verfolgt werden, wenn die verletzte Person innerhalb von 3 Monaten, seit ihr die Täterschaft bekannt wird, deren Bestrafung beantragt. Lässt man diese Frist unbenutzt verstreichen, kann der Täter nicht mehr bestraft werden.
Das rechtswidrige Anfertigen von Video- und Tonbandaufnahmen ist nicht nur strafbar, es ist obendrein auch noch völlig nutzlos. Denn vor Gericht dürfen rechtswidrig angefertigte Video- und Tonbandaufnahmen des nicht öffentlich gesprochenen Wortes nicht verwertet werden. Der Richter muss so tun, als gäbe es die Aufnahme gar nicht. Wenn es ausser der Aufnahme keine weiteren Beweismittel gibt, sind ihm daher die Hände gebunden. Für die oben genannten Beispiele heisst das: Der wegen Beleidigung angeklagte Nachbar muss freigesprochen und der säumige Schuldner kann nicht zur Zahlung verurteilt werden.
Wie so viele Irrtümer, beruht wohl auch die falsche Vorstellung von der Verwertbarkeit heimlicher Video- und Tonbandaufnahmen auf dem Konsum amerikanischer Filme und Fernsehsendungen. Zahlreiche Grundrechte und Freiheiten, die in Europa selbstverständlich sind, gelten in den USA gar nicht oder nur in sehr eingeschränktem Masse. Dies gilt auch für den Schutz jedes Bürgers vor der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Einzig, wenn die heimlichen Video- oder Tonbandaufzeichnungen zur Aufdeckung schwerer Verbrechen dienen und ohne sie ein eigentlicher Beweisnotstand bestünde, dürfen solche Aufzeichnungen in der Schweiz ausnahmsweise verwertet werden.

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