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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Bergen Aktien keine Risiken mehr?
Aktien galten in der Vergangenheit als Risikoanlage. Grosses, zukünftiges Renditepotential musste sich durch hohe und manchmal schmerzende Kursschwankungen «erkauft» werden. Wegen dem immensen Anlagenotstand scheint das immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Gute Aktien bekommen immer mehr den Status eines Obligationenersatzes. Sind sie das wirklich? Soll ich auslaufende Obligationen in Qualitätsaktien umschichten? Auch wenn nichts darauf hindeutet: Jede Hausse ist einmal zu Ende gegangen und oftmals hat man erst später gewusst, weshalb der Wind gedreht hat. Kurz- und mittelfristig konnte man schon x-fach beobachten, dass Herdentriebe Trends nach oben oder unten noch für eine längere Zeit verstärkt und am Leben gehalten haben. Längerfristig spielen aber vor allem die zukünftigen Gewinne der Firmen eine Rolle für den Aktienpreis. Können die Gewinne nicht weiterhin massiv gesteigert werden, kommt früher oder später die Ernüchterung. Da nützen auch Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe nur temporär etwas. Nein, sie sind meist sogar kontraproduktiv, werden doch Firmenmittel dazu verwendet, oft überteuerte eigene Aktien zurückzukaufen. Wann der Aktientrend kehrt, weiss niemand genau. Jetzt aber alle bewährten Grundsätze der Vergangenheit über den Haufen zu werfen, ist aus meiner Sicht falsch. Gier und Panik liegen viel näher, als man denkt. Die meisten Aktien sind kaum als Obligationenersatz geeignet. Das Gleiche gilt für sehr viele strukturierte Produkte.

Schweizer Franken stark
In den letzten Tagen gewinnt der Schweizer Franken wieder recht stark gegenüber vielen anderen Währungen an Boden. Vor allem der US-Dollar war etwas unter Druck. Das wahrscheinlich aus der Angst, die US-Zinsen könnten noch mehr fallen. Ein stärkerer Franken deutet oft auf aufkommende Krisen hin. Das passt aber nicht zum aktuellen Aktienmarkt.

Immobiliennachfrage stagniert
In unserem Gebiet ist die Nachfrage nach Immobilien am Stagnieren und es wird ruhiger am Markt. Das ist aber nach einer so lange anhaltenden starken Dynamik auch nicht verwunderlich. Ich sehe aber vermehrt Objekte auf dem Markt, welche mit massiv überhöhten Preisvorstellungen angeboten werden. Wenn man so etwas kauft, muss man schon einen sehr, sehr langen Anlagehorizont haben, sonst nützen auch die sehr tiefen Zinsen nichts.

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oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Gedankenexperiment Aktienmarkt
Versetzen wir uns gedanklich zwei Jahre zurück. Es ist der 31. Mai 2017. Der SMI steht knapp über 9000 Punkten, der SP500 bei 2412. Wie immer stellt sich die Frage: Wie geht es weiter an den Börsen?
Wenn wir zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst hätten, was Wirtschaft und Politik in den nächsten zwei Jahren brächten, hätten wir dies in Anlageerfolge ummünzen können?

Geldpolitik
Wir wüssten, die FED strafft zuerst die Geldpolitik bis Ende 2018, dann signalisiert sie eine Kehrtwende zu allenfalls wieder sinkenden Zinsen. Die Konsumentenpreisinflation bleibt im angestrebten Bereich von 2%. Die EZB kommt auch in dieser Zeit nicht weg von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Draghi würde der erste EZB-Präsident sein, der in seiner Regentschaft die Zinsen nie anhebt.

Politik
Die Diskussionen um den Brexit drehen sich im Kreis. Es findet sich bis zum ursprünglich geplanten Brexit-Datum kein Kompromiss, den beide Seiten mittragen. Es gibt eine nochmalige Verlängerung, das Risiko eines harten Brexits nimmt zu. Zumindest die Unsicherheit, wie es weitergeht zwischen EU und UK, dauert länger als anfänglich geplant.
US-Präsident Trump tritt in der Aussen- und Wirtschaftspolitik zunehmend fordernd auf. Zwar stellt er einige Forderungen wie höhere Zölle auf europäische Autos vorerst zurück, andere Zollmassnahmen setzt er aber in Kraft. Anfänglich geht es um Zollerhöhungen für Solarpanels, es folgen höhere Zölle für Stahl und Aluminium. Wie erwartet folgen Gegenmassnahmen von EU, China etc. Insbesondere mit China gehen die USA forsch um. Trotz mehrmaliger Ankündigung über angeblich konstruktive Gespräche eskaliert der Streit. Ein Verhandlungsabschluss wird mehrfach verschoben, die Zollschraube dreht immer weiter.
Auch an sich nicht verknüpfte Dinge wie die bislang unbewiesenen Spionagevorwürfe an Huawei werden bewusst als Druckmittel eingesetzt. Die USA üben auch Druck aus auf Europa, keine Aufträge mehr an Huawei zu vergeben.

Wirtschaft
Kein Wunder gehen die globalen Handelsvolumen zurück. Dies ist zum Glück bislang nicht deutlich in den Gewinnzahlen der Unternehmen zu sehen. Immerhin hat die Trump’sche Steuerreform zu einem deutlichen Anstieg der Gewinne der US-Firmen im Jahr 2018 geführt.
Dieser Anstieg stagniert nun allerdings, die Gewinne dürften auf Jahresbasis sogar etwas abnehmen im 2. und 3. Quartal von 2019. Die Firmen bleiben zuversichtlich, jedenfalls bleiben die Rückkaufprogramme der eigenen Aktien auf Rekordniveau. Gleichzeitig weiss der informierte Investor, dass hohe Aktienrückkäufe weder zu Zeiten der Internetbubbles noch in der Finanzkrise etwas genützt haben und viele Firmen mit Aktienrückkäufen Geld vernichtet haben.

Wo hätten Sie die Aktienmärkte erwartet?
Zurück zur wesentlichen Frage in unserem Gedankenexperiment: Hätten Sie damals vor zwei Jahren die Aktienmärkte auf zwei Jahre später (also heute) höher oder tiefer erwartet mit diesem (heutigen) Wissen?

Zurück zur Gegenwart
Zum Vergleich: der SMI steht per heute 31. Mai 2019 etwas über 9500, der SP500 bei gut 2750. In der Zwischenzeit wurden zudem die Dividenden von zwei Jahren ausbezahlt.

Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an oder rufen an unter Tel. 062 871 93 57.

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Korrektur der Korrektur
Rund 15 Prozent in zweieinhalb Monaten runter und dann knapp zwei Monate später wieder auf Rekordständen. Wer hätte das gedacht? Die Liquidität bestimmt weiterhin das Marktgeschehen. War noch im letzten Spätherbst die Hauptangst die steigenden Zinsen und ein eskalierender Handelskrieg, scheint das alles nun wieder ganz anders zu sein.
Die Zinsen sind tiefer als vor einem Jahr und all die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten scheinen vergessen zu sein. Wie lange das so weiter gehen kann? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Das Gewinnpotenzial im Verhältnis zum Risiko, welches man eingeht, war auch schon viel besser und ich bleibe zurückhaltend.

Goldminentitel teilweise günstig
Ich gehöre nicht zu den bekennenden Goldfans, die nach dieser langen expansiven Geldschwemme eine massive Goldpreiserhöhung sehen und den Tod des ganzen «Papiergeldes» vorhersagen. Im kleinen Rahmen Edelmetall zu halten, scheint mir aber gar nicht so abwegig. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass viele Goldminentitel recht günstig bewertet sind. Einzeltitel sind aber recht schwierig zu beurteilen. Deshalb empfehle ich in diesem Bereich einen breitdiversifizierten Goldminenfonds (als Beispiel den VanEck Goldminen ETF – Kürzel GDX). Diese sind oft liquide und gut handelbar. Zudem sind die Kosten vernünftig und sie bilden einen breiteren Index nach.

Minuszins: Die Hemmschwelle sinkt
Die Schwelle, bei der Banken ihren Kunden Minuszins verrechnen, kommt ins Rutschen. Waren es bei vielen Banken bis vor kurzem noch 5 Millionen lese ich nun von Schwellen zwischen 2 und 3 Millionen. Die Minuszinsen über diesen Beträgen bewegen sich zwischen 0,8 und 1 %. Erschreckend und beängstigend. Tiefere Limiten verleiten zu «Zwangsinvestitionen». Ob das längerfristig dann nicht neue Probleme schafft? Müssen Pensionskassen bald ihre Kontoguthaben vom Konto abheben und ihre Gelder in Tresoren lagern? Das kann ja kaum das Ziel sein. Auch Verwerfungen in anderen Anlageklassen (Immobilien, Kunst usw.) kann ja auch kaum das Ziel sein. Die Grenze ist kritisch zu verfolgen.

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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Fricktaler Immobilienmarkt nach wie vor gut
Der lokale Immobilienmarkt präsentiert sich nach wie vor gut. Gute Angebote werden zu erfreulichen Preisen nachgefragt. Einzig der Markt für Mietwohnungen hat sich in den letzten 1 – 2 Jahren etwas abgeschwächt. Hier wurde das Angebot in den letzten Jahren massiv ausgeweitet und die Nachfrage ist nicht im gleichen Umfang gestiegen. Die Vermarktungszeit und die Leerstände steigen etwas an.
Grosse Verwerfungen sehen wir aber bis jetzt nicht. Der Kaufbereich ist heterogen. Gesuchte Objekte in bevorzugten Gemeinden erzielen nach wie vor Spitzenpreise. In einigen Dörfern oder Quartieren ist die Nachfrage immer noch grösser als das Angebot. Wenig gesuchte Objekte haben es weiterhin schwer. Oft sind genau solche Objekte nur mit einer längeren Vermarktungsdauer und preislicher Flexibilität zu verkaufen. In der längeren Rückwärtsbetrachtung ist der Markt aber viel flüssiger geworden. Wenn es finanziell möglich ist, werden Wohnsituationen veränderten Lebensphasen angepasst. Das Verharren um jeden Preis in einem Eigenheim bis zum Tod ist heute kaum mehr eine Option. Das führt zu mehr Immobilientransaktionen und Immobilien werden im Schnitt besser handelbar. Wo lauern dann mögliche Gefahren? Einerseits bei massiv steigenden Zinsen (siehe nächster Abschnitt). Noch viel wichtiger sind aber die wirtschaftliche Lage und die Arbeitsplatzsicherheit. Kommt Angst vor einem Jobverlust auf, dann werden alle grossen Investitionen zurückgestellt und man wartet mal ab. Hier müssen wir uns im Fricktal über ein Klumpenrisiko bewusst sein. Chemie- und Pharmaindustrie haben in den letzten 60 Jahren für einen Aufschwung gesorgt und unsere Region attraktiver gemacht. Würden hier massiv Arbeitsplätze wegfallen, würde der Immobilienmarkt schnell aus dem Lot kommen. Das ist kurzfristig eher unwahrscheinlich. Trotzdem muss das Gesamtpaket für die Firmen attraktiv bleiben. Das ist eine grosse und vielseitige Herausforderung.

Hypozinsen (wieder) im Keller
Letztes Jahr erhöhte die amerikanische Zentralbank ihre Leitzinsen mehrmals und auch bei uns meinte man, die extrem tiefen Zinsen würden sich ganz langsam verabschieden. Ende Jahr kam dann wieder Unsicherheit auf und die Zinsen kamen prompt wieder unter Druck. Längere Hypotheken wurden dadurch auch wieder extrem günstig. Wie lange dies anhält? Ich wage keine Prognose mehr. Fast gratis Geld ausleihen zu können, verursacht längerfristig falsche Anreize und Fehlinvestitionen. Irgendeinmal wird das Konsequenzen haben. Wann und wie stark? Auch das kann niemand definitiv beantworten. Die Immobilienbesitzer dürfen sich freuen. Die Tiefzinsphase wird nochmals verlängert. Auch wenn es kaum mehr jemand glaubt: Auch diese Phase wird einmal vorbei sein.

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