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Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick, www.ruetschi-ag.ch

Migrosbank schafft Boni ab
In diesen Tagen geht die Boni-Abschaffungsmeldung der Migrosbank durch die Medien. Sie will zukünftig bei allen Stufen auf die Ausrichtung eines Bonus verzichten. Wer jetzt um die Migros-Banker Angst hat, hier kann ich Entwarnung geben: der Leistungsteil wird in den Lohn integriert. Trotzdem ist das ein starkes Zeichen und die Migrosbank will/wird zeigen, dass man auch gute Mitarbeiter ohne Bonus findet. Ob damit aber das Ende der exzessiven «Boniphase» vor allem bei den internationalen Grossbanken eingeläutet wird, kann bezweifelt werden. Was auch bei uns vor rund 30 Jahren aus dem angelsächsischen Raum Einzug gehalten hat, ist im Grundgedanken nicht nur schlecht. Dieser Grundgedanken, gute Leistung zu honorieren, wurde aber total ausgehöhlt und die Leistungskomponente viel zu stark gewichtet. Obwohl Firmen Verluste schrieben, wurden Boni in Millionenhöhe, vor allem an das Topmanagement bezahlt. Das kann und darf aus meiner Sicht nicht sein und es gab bei jeder noch so schlechten Performance einen Bonus. Persönlich habe ich das selber mal (im viel kleineren Rahmen) erlebt. Bei einem Jobangebot hat man mir vor über 20 Jahren neben dem Lohn auch einen grösseren Bonus angeboten, von welchem ein rechter Teil «garantiert» wurde. Ein Witz? Aus meiner Sicht ja! Mit ausserordentlichen Leistung hat das kaum mehr etwas zu tun. Persönlich begrüsse ich den Schritt der Migrosbank. Auch die AKB hat mit der Lohndeckelung ihres Geschäftsführers schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Der Lohn ist wichtig, wenn aber alles nur noch darüber geht, werden wieder völlig falsche Anreize geschaffen und man verliert oft die Nähe und das Verständnis zu den Kunden. Und nur mit Kunden kann man längerfristig auch Ertrag generieren. Dieser Grundgedanke wurde in der Vergangenheit vernachlässigt.
US-Dollar wird stärker
In den letzten Wochen hat sich der US-Dollar in kleinen Schritten verteuert und wird nun bei fast 1.01 Franken gehandelt. Weshalb erstarkt die amerikanische Währung? Der Hauptgrund scheint mir bei der Zinsdifferenz zu liegen. Während wir in der Schweiz nach wie vor keinen Zins auf unseren Anlagen erhalten, gibt es im US-Dollar doch rund 2.5 % pro Jahr, auch für gute Schuldnerqualität. Das gibt Umschichtungen, was die Nachfrage nach dem Dollar ansteigen lässt. Diese grössere Zinsdifferenz dürfte noch länger anhalten, weshalb der Dollar kaum viel schwächer kommen sollte. Auf der anderen Seite erwarte ich aber auch keine massive Aufwertung. Die enorme Verschuldung, welche jedes Jahr weiter steigt, ist keine Basis für eine massive, nachhaltige Erstarkung der amerikanischen Währung.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Wie schätzen wir derzeit die Ausgangslage für die Aktienmärkte ein?
Gewinne steigen: ++ Unter anderem dank der Steuerreform unter Trump steigen die Gewinne der US-Firmen derzeit deutlich an. Dies ist ein starker Rückenwind.
Rückkäufe auf Rekordniveau: + Ebenfalls positiv wirkt sich aus, wenn Firmen eigene Aktien zurückkaufen. Diese Rückkäufe sind derzeit auf Rekordniveau. Zwar wird der allergrösste Teil davon durch wenige ganz grosse Firmen vorgenommen (wie z.B. Apple), dennoch positiv.
Bewertung sinkt, dennoch weiterhin sehr teuer: - - Wie erwähnt wachsen derzeit die Gewinne der US-Firmen stark. Die von uns schon lange festgestellte extrem teure Bewertung der US-Aktien verbessert sich also endlich etwas. Dennoch: die während Jahren aufgegangene Schere von viel stärkeren Aktienkurs- als Gewinn­anstiegen ist noch längst nicht zu. Die Bewertungen sind immer noch sehr teuer.
Rückenwind der Geldpolitik fällt weg: 0 Die US-Notenbank FED hat im Herbst 2017 begonnen, ihre Bilanz ganz langsam zu kürzen. Sie hat zudem die Zinsen in mehreren Etappen erhöht. Die EZB drückt nach wie vor Geld in den Markt, hat aber angekündigt, dass sie voraussichtlich im Herbst die Wertpapierkäufe einstellen wird. Insgesamt bleibt die EZB expansiv, geht aber von der ultraexpansiven Politik weg. Die einzige Notenbank, welche nach wie vor stark auf dem Gaspedal steht, ist die Bank of Japan. Global gesehen wird die Geldpolitik somit weniger expansiv. Von Gegenwind können wir noch nicht sprechen.
Inflation zieht etwas an: - Der geldpolitische Gegenwind könnte aber noch kommen. Zum einen sind die Ölpreise gestiegen, was sich natürlich auch in der Infla­tion zeigt. Zum Zweiten ist die Arbeitslosigkeit auf recht tiefes Niveau gesunken, so dass eher mit steigenden Lohnkosten gerechnet werden muss. Ein neuerer Preistreiber sind zudem die angedrohten Handels- und Strafzölle. Steigende Kosten für importierte Güter treiben selbstverständlich die Preise nach oben. In der Tendenz müssen die Zentralbanken je mehr vom Gas (bzw. gar auf die Bremse) je stärker die Preisanstiege sind.
Potenzieller Handelskrieg: - - Auch wenn es verfrüht ist zu sagen, ob sich dieser Handelsstreit in einen veritablen Handelskrieg entwickelt, das Risiko besteht. Ein Handelskrieg würde nicht nur die Preise ansteigen lassen, sondern würde vermutlich auch negativ auf die Wirtschaftsleistung wirken. Firmen könnten bspw. Probleme bekommen mit Zulieferern und aus Vorsicht weniger stark investieren.
Politische Turbulenzen nehmen zu: - Präsident Trump reisst mit seinem aggressiven Gebaren sehr viele Baustellen auf (Strafzölle, Neuverhandlung NAFTA, Russland-Sanktionen, Aufkündigung Atom­abkommen Iran, Korea-Konflikt) und auch weitere Turbulenzen ohne Trump’sche Beteiligung (neue Regierung in Italien, Einwanderungskrise in Europa bzw. Asyslkrise Deutschland) zeigen, dass derzeit mehr Grossbaustellen offen sind als üblich. Das Risiko, dass eine davon (z.B. Iran) sich nicht optimal auflöst, wächst damit.
Konjunkturzyklus fortgeschritten: 0 Der aktuelle US-Wirtschaftsaufschwung dauert bereits neun Jahre. Das für sich muss natürlich nicht bedeuten, dass unmittelbar eine Rezession bevorsteht. Dass dieser neunjährige Aufschwung der zweitlängste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 ist, zeigt aber, dass wir nicht von ewig dauernden Boomphasen ausgehen sollten. Das noch vor ein paar Monaten fast synchrone Wachstum weltweit ist jedenfalls weniger im Gleichschritt.
Fazit – das Eis bleibt sehr dünn: Unter dem Strich bleiben wir vorsichtig und strecken erst die Zehenspitzen wieder etwas mehr ins Wasser. Einzelne Aufstockungen bei guten Firmen, deren Aktienkurse recht stark Federn lassen mussten, wie z.B. LafargeHolcim, Roche oder Basilea, können wir uns vorstellen. Vor einer deutlichen Aufstockung der Aktien würden wir
aber noch abraten.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Globale Krisenherde...
Die Vielzahl der politischen Krisenherde weltweit ist das eine. Das andere ist, dass diese Konflikte häufig globaler geworden sind, seit US-Präsident Trump (wie schon Ex-Präsident Obama zuvor) ökonomische US-Interessen aggressiv und neu auch militärische US-Ziele noch wesentlich aggressiver verfolgt. Die so genannten Stellvertreterkriege sind wieder häufiger geworden. Es liegt in der Natur der Sache, dass andere sich als Grossmächte fühlende Staaten, insbesondere bei in geografischer Nähe liegenden Konflikten, ein so aggressives Vorgehen des selbsternannten «Weltsheriffs» nicht goutieren. Im Koreakonflikt sind die Interessen der USA und China zumindest nicht deckungsgleich. In Syrien ist es nicht nur ein Bürgerkrieg, sondern auch eine nur schlecht kaschierte direkte Konfrontation der USA gegen Russland. Im Falle des gekündigten Atomabkommens mit Iran kämpft die USA gegen praktisch alle anderen. In einem solchen Umfeld stützen auch unilateral erhobene Strafzölle auf Aluminium, Stahl und neuerdings Technologie-Produkte oder US-Sanktionen gegen russische Vertreter und Firmen, welche «gefälligst» global umgesetzt werden sollen, nicht unbedingt das Vertrauen. Aber auch die EU fährt nicht nur willfährig bei US-Sanktionen mit, sie spielt im «Sanktions-Rennen» auch selber eine aktive Rolle. Sie hat z.B. Sanktionen gegen Venezuela verhängt.

... und auch Europa in politischen Turbulenzen
Italien hat sich zum Glück immer wieder gut darin gezeigt, mit Turbulenzen umzugehen. Diese Fähigkeiten sind auch derzeit wieder vonnöten. Weniger als drei Monate nach den Parlamentswahlen schien wieder vor den Wahlen zu sein. Präsident Mattarella legte anfänglich sein Veto gegen den geplanten Finanzminister ein, der als sehr eurokritisch galt. Nach einer Rotation der zugeteilten Departemente genehmigte nun Präsident Matarella die Koalitionsregierung der Wahlsieger von 5Stelle und Lega doch noch. Das Risiko von Neuwahlen war ihm wohl doch zu gross. Die neue Regierung plant Steuer­senkungen und will die Ausgaben steigern. Mal schauen, wie lange dies bei einem so hoch verschuldeten Staat wie Italien gut geht.
Aber auch in Spanien geht es politisch hoch zu und her. Für einmal geht es nicht um den Katalonienkonflikt. Der Hardliner Rajoy wurde sein Amt als Ministerpräsident nach einem Misstrauensvotum los, er wurde wegen einem Korruptionsskandal abgesetzt. Sozialistenchef Sanchez übernimmt.
Die Finanzmärkte haben schon recht stark reagiert. Vor allem die Zinsen der italienischen Staatsanleihen sind stark angestiegen und auch der italienische Aktienmarkt hat z.B. im vergangenen Monat ca. 9 Prozent verloren. Das Problem ist aber nicht auf Italien (oder Spanien) eingegrenzt – im Gegenteil. Hintergrund der nervösen Finanzmärkte ist das explosive Gemisch aus eurokritischer Einstellung der aktuellen italienischen Wahlsieger in Kombination mit der riesigen Staatsverschuldung Italiens. Im Falle von Griechenland konnte die EZB mit einer enormen Willensleistung und Massnahmen jenseits des vorgegebenen Auftrags die Eurokrise gerade noch mal so dämpfen. Italien aber ist als drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone mit seinem gewaltigen Staatsschuldenberg ein anderes Kaliber. Wenn dann noch eurokritische Parteien die Regierung übernehmen und einen Schuldenschnitt oder Euroausstieg anstreben, sind unschöne Machtkämpfe vorprogrammiert. Der EUR/CHF-Kurs ist in gut zwei Wochen von knapp 1.20 auf aktuell etwas über 1.15 gefallen.

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Christoph Zehnder eidg. dipl. Vermögensverwalter
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Vorsicht mit Konsumkrediten
Die Werbung suggeriert, fast jede Anschaffung ist sofort möglich, Leasing, Ratenzahlung oder ein Konsumkredit machen es möglich. Wenn man aber aktuell das Geld für seine Wunschanschaffung nicht hat, sollte man ganz genau überlegen, ob man diese Anschaffung wirklich braucht und ob man sich diese auch wirklich leisten kann. Kauf auf Kredit oder Abzahlung ist vorgezogener Konsum. Man gibt also Geld aus, von welchem man hofft, es in der Zukunft zu haben. Das zukünftige Budget wird also meist massiv belastet und der Freiheitsgrad nimmt massiv ab. Dazu kommen dann oft noch recht hohe Schuldzinsen, welche den vorgezogen Konsum weiter verteuern. Ganz übel wird es, wenn man die Rückzahlungsraten nicht mehr bezahlen kann. Dann kommen Verzugszinsen und oft massivste Mahnaufwendungen noch dazu. Hier lauern finanzielle Teufelskreise, aus welchen man oft nur mit massivsten Einschränkungen wieder rauskommt. Finanzielle Disziplin ist das A und O. Wenn plötzlich unvorhergesehene, nicht aufschiebbare Aufwendungen wie eine
grössere Zahnarztrechnung kommt, sollten die Finanzen nicht zusammenbrechen. Lieber mal auf etwas im Moment verzichten. Längerfristig erspart man sich oft viele Mühen und behält die finanzielle Freiheit.

Weiterhin kaum Rendite mit sicheren Anlagen
Obwohl die Zinsen in den letzten 12 Monaten leicht gestiegen sind, gibt es nach Kosten kaum oder keine Rendite mit sicheren Anlagen. Die Chance, dass dies in den nächsten Jahren wieder ändert, ist intakt. Bis das aber soweit ist, braucht es aber weiterhin viel Disziplin und die Risiken sollten nicht massiv erhöht werden. Im grossen Stil ausweichen auf Aktien, wegen der Dividendenrendite, Immobilien wegen den Mietzinseinnahmen oder auf Obligationen mit tieferer Schuldnerbonität ist mit grösseren Risiken verbunden, welche man in Phasen wie jetzt oft unterschätzt. Diese sehe ich als Beimischung weiterhin, würde aber nicht einfach die früher in erstklassigen Obligationen investierten Gelder in risikoreichere Anlageklassen investieren. Auch strukturierte Produkte und Fonds sind nicht einfach die immer wirksame Lösung für das schon länger anhaltende Anlageproblem. Auch hier kann niemand zaubern und müssen die darin enthaltenen Kosten auch zuerst wieder erwirtschaftet werden. Setzen Sie sich nicht überhöhte Renditeziele!

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