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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Covid-Impfung
Jetzt ist der Impfstoff da und die ersten Bevölkerungsgruppen können geimpft werden. Wir möchten einen Überblick über das aktuelle Wissen geben (ohne eine Zusicherung der Vollständigkeit, der Wissens-Zuwachs ist gross).
Dieser Impfstoff ist etwas Besonderes und wurde mit Hilfe einer «NEUEN» Technik hergestellt. An dieser Art von Impfstoffen, genauer gesagt mRNA-Impfstoffen, wird seit mehreren Jahren geforscht. Glücklicherweise war die Technologie fertig entwickelt. Deshalb konnten die spezifischen Impfstoffe schnell entwickelt werden.
Wie sicher ist diese Impfung?

• Durch die genaue Prüfung mittels der hohen Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität durch unser Heilmittelinstitut Swissmedic ist für die Bevölkerung die Sicherheit gewährleistet!
• Das Verabreichen der Impfung erfolgt unter genau definierten Bedingungen und alle Beteiligten sind angehalten, Nebenwirkungen zu beobachten und den Fachkräften (Ärzten und auch Apothekern) zu berichten. Alle Beobachtungen werden den dafür spezialisierten Stellen gemeldet. Dadurch ist nochmals sichergestellt, dass bisher noch nicht bekannte, unerwünschte Wirkungen schnell erkannt werden.
Auch ist sicher, dass das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf um vieles höher ist, als das Risiko für schwere Nebenwirkungen nach einer Impfung.

Wie funktioniert nun diese Impfung?
Allgemein werden bei Impfungen fremde Zellen und Zellstrukturen, z.B. von Viren, unseren Abwehr-Zellen präsentiert, die als körperfremd erkannt werden. Daraufhin produzieren unsere Abwehrzellen sogenannte Antikörper und Immunglobuline, die unserem gesamten Abwehrsystem helfen die «Eindringlinge» zu eliminieren. Dabei ist von grösster Bedeutung, dass uns diese Zellstrukturen nicht krank machen können. Es handelt sich z.B. um abgeschwächte Erreger oder «Erregerteile».
Bei den mRNA-Impfungen sind diese Zellstrukturen ein modifiziertes Eiweiss eben eine mRNA. Dieses spezielle Eiweiss wird in unseren Körperzellen an den Ort gebracht, wo es wie «gelesen» wird. Das Lesen ermöglicht der Zelle ein Protein zu bilden, das identisch mit dem Oberflächen-Eiweiss des Virus (dem sogenannten Spike-Protein) ist. Unser Körper kann, wie immer, diese Struktur als fremd erkennen und Gegenmassnahmen einleiten, die zum Eliminieren des Virus führen. Der Unterschied zu den herkömmlichen Impfungen ist also, dass wir erst das Spike-Protein selber bilden müssen um es unserem Abwehrsystem zu zeigen. Die injizierte mRNA wird in einem bestimmten Zeitraum (in einigen Stunden bis wenigen Tagen) vom Körper abgebaut und unschädlich gemacht.

Die Impfung wird in den Muskel verabreicht, normalerweise in den Oberarm. Eine 2. Impfung stellt sicher, dass unser Körper genügend Material und Zeit zur Verfügung hat, das Virus bei einer allfälligen Infektion genügend schnell zu eliminieren. Bei dem in der Schweiz in Visp bei der Lonza AG produzierten Moderna Impfstoff erfolgt die 2. Impfung nach 28 Tagen.
Im Moment bittet der Kanton, dass sich nur die Personen anmelden, die entweder:
• 75 Jahre und älter sind oder
• jünger sind und an einer chronischen Erkrankung leiden, (diejenigen müssen ein Attest von ihrem behandelnden Arzt zur Impfung mitnehmen).
Da es Personen gibt, die nicht über einen Internetanschluss verfügen, können sich diese Menschen in ihrer Apotheke registrieren lassen. Sie müssen einen Telefonanschluss haben und mit ihrem Krankenkassenkärtchen vorbeikommen. (Ein Familienmitglied kann die Anmeldung mit den nötigen Informationen auch übernehmen).
Für Fragen sind wir immer für Sie da.
Bleiben Sie gesund.

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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Durchfall
Zum Ende vom Jahr gibt es immer viel und gutes Essen. Zum Leidwesen unseres Darmes manchmal zu viel und manchmal zu ungewohnt oder manchmal mit ungewünschten Zutaten.
Wir wissen alle, dass bei Fondue Chinoise oder Bourguignonne das rohe Fleisch nicht mit dem gekochten auf dem gleichen Teller gegessen werden darf. Der Grund sind eventuell vorhandene Viren oder Bakterien im rohen Fleisch. Der austretende Fleischsaft mischt sich mit den Sossen und wir nehmen alles gleichzeitig zu uns. Normalerweise vermag unser Magen mit seiner Säure die Nahrung soweit zu desinfizieren, dass nichts passiert. Manchmal reicht das nicht aus. Oder die ungewohnte Nahrung erscheint unserem Darm zu viel und er reagiert nach dem Motto, was zu viel ist, gehört schleunigst raus. Die Folge ist Durchfall!
Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet bei einem akuten Durchfall «auszutrocknen» im Fachchargon Dehydratation genannt. Ein Warnzeichen sind die «Stehenden Hautfalten». Man zieht bei der Hand eine Falte hoch. Wenn sie sich nicht zügig zurückbildet spricht man von eben einer stehenden Hautfalte!
Wann ist bei längeren Beschwerden ein Arztbesuch angesagt?
- Leidet ein Kleinkind unter Durchfall, müssen Sie mit ihm spätestens nach 24 Stunden zum Arzt oder direkt ins Spital. Man wird dort versuchen den Flüssigkeitsmangel (z.B. mittels Infusion) wieder auszugleichen.
Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene gehören zum Arzt:
- wenn der Durchfall länger als 3 – 4 Tage dauert,
- wenn sich Blut im Stuhl befindet,
- wenn hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Krämpfe oder anhaltendes schweres Krankheitsgefühl hinzukommen,
- bei extremem Durst mit blassem Gesicht und erhöhtem Herzschlag,
- bei starker, ungewollter Gewichtsabnahme.
Ältere Patienten >65 Jahre sind ebenfalls eher gefährdet zu dehydrieren oder durch den Flüssigkeitsverlust mit anderen Medikamenten Komplikationen zu erleiden! Auch bei ihnen gelten die gleichen Vorsichtsmassnahmen wie bei Kleinkindern.
Kinder ab drei Jahren und Erwachsene
<65 Jahren sind eigentlich unproblematisch. Bei ihnen gilt es, den Flüssigkeitsverlust so zügig wie möglich auszugleichen. Dazu eignen sich sogenannte isotonische Getränke. In der Apotheke sind dazu Präparate erhältlich. Eine schnelle Hilfe bieten auch selbstgemischte Elektrolyt-Mischungen.
Elektrolytlösung – selbstgemischt gemäss WHO
Eine im richtigen Verhältnis gemischte Zucker-Salz-Lösung gibt dem Körper rasch die nötigen Mineralstoffe zurück, die er für wichtige Stoffwechselvorgänge braucht.
Rezept:
Geben Sie in einen Liter stilles Mineralwasser (oder abgekochtes kaltes Leitungswasser) einen Teelöffel Kochsalz und sieben bis acht Teelöffel Traubenzucker (ersatzweise Haushaltszucker). Mischen Sie alles gründlich durch und trinken Sie über den Tag verteilt insgesamt zwei Liter der jeweils frisch zubereiteten Lösung.
Als Ersatz für die WHO-Trinklösung kann man im Notfall auch folgendes Getränk leicht selbst herstellen:
- Acht nicht gehäufte Teelöffel Haushaltszucker (=Saccharose, wird im Körper in Glucose und Fructose gespalten, wenn Traubenzucker vorhanden ist, sollten Sie diesen verwenden)
- ¾ Teelöffel Salz (Kochsalz = Natriumchlorid)
-½ Liter Orangensaft (enthält ca. 0,8 g Kalium, entspricht etwa 20 mmol)
-½ Liter Mineralwasser (enthält je nach Sorte bis etwa 20 mmol HCO3-).
Anstelle von dieser Menge Flüssigkeit können Sie auch Kräuter- oder Früchtetee verwenden
Wichtig ist, dass Sie bei der Zubereitung die empfohlene Flüssigkeitsmenge einhalten, da die Lösung sonst nicht die optimale Konzentration aufweist. Die fertige Lösung hält sich im Kühlschrank bis zu 24 Stunden. Anschliessend sollten Sie sie neu ansetzen.
Da bei der Herstellung einer solchen Lösung erfahrungsgemäss Fehler vorkommen können, ist die Zusammensetzung nicht immer ideal. Insbesondere bei der Behandlung von Kindern ist ein optimaler Elektrolytersatz wichtig. Für sie sind selbst zubereitete Lösungen daher weniger empfehlenswert, auch weil der selbstgemischten Lösung Zitrat und Kalium fehlen.
Die Trinkmenge sollte etwa 40 ml/kg Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden betragen (macht z. B. bei einem Körpergewicht von 75 kg drei Liter pro Tag).
Bleiben Sie gesund!
Frohe und genussvolle Festtage im Kreise Ihrer Lieben wünscht Ihnen
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Saisonale Grippe (Influenza)
Dieser Ratgeber ist der echten Influenza gewidmet!
Die echte Grippe ist von den grippalen Infekten (einer «Erkältung») klar abzugrenzen. Es handelt sich bei beiden um ähnliche Symptombilder, aber bei den grippalen Infekten sind zweifelsfrei keine Grippe-Viren an der Erkrankung beteiligt!
In der Nordhemisphäre (unseren Breitengraden) zirkulieren die Viren in der Regel von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Es werden jeweils sehr viele Menschen krank. Die Zahlen zeigen, dass jährlich 10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sind. Bereits bei sechsjährigen Kindern wurde in den Niederlanden mindestens eine Infektion mit einem Grippevirus nachgewiesen. Was uns klar zeigt: Es trifft jeden irgendwann einmal!
Bei den Viren handelt es sich vorwiegend um Viren der Gruppe Orthomyxoviridae und den Gattungen Influenzavirus A oder B. Die Gruppe A zweigt sich in diverse Subtypen auf und bei der Gruppe B sieht man 2 Stammlinien: Victoria und Yamagata. Selten kommen Influenza-Viren C und D als Erreger der Grippe vor.
Das Robert-Koch-Institut in Deutschland beobachtet offiziell seit zirka 20 Jahren die Entwicklung der Grippe. Die dazu nötigen Zahlen werden durch speziell ausgesuchte Arztpraxen erhoben und gemeldet. Wir in der Schweiz haben im BAG ein vergleichbares System und erhalten ebenfalls wöchentlich Informationen über den Stand der Dinge.

Übertragung
Das Virus dringt über die Schleimhaut der Atemwege, des Mundes und der Augen in den Körper ein. Dieser leichte Übertragungsweg
über den
– direkten Kontakt wie Niesen, Husten und über einen Händekontakt
– indirekten Kontakt über Gegenstände, die berührt werden (Türklinken usw.),
erklärt auch die Häufigkeit der Erkrankung. Speziell in den kalten Monaten sind wir in geschlossenen Räumen einer hohen «Virenlast» ausgesetzt.
Im Besonderen weiss man, dass die «Tröpfchen-Infektion» über grössere Tröpfchen (direkt) passiert. Die Grösse der Tröpfchen zwingt sie, innert 2 Metern nach unten zu sinken. Sie verkleben dann mit den Oberflächen, auf denen sie landen. Wenn die Tröpfchen aber bereits in
der trockenen und warmen Raumluft getrocknet sind, können die darin enthaltenen sehr kleinen Viren als «Aerosol» über weite Strecken in der Luft schweben und stundenlang gefährlich bleiben. Das ist das Problem unserer Räume in den Wintermonaten: trockene, warme Luft mit niedriger Luftfeuchtigkeit!
Diese Übertragungswege erklären auch die zurzeit geltenden Vorsichtsmassnahmen:
– Abstand: Ein mindestens 2-Meter-Abstand verringert das Risiko der direkten Kontamination durch «grosse» Tröpfchen
– Maske tragen: Die Masken halten die beim Sprechen und Atmen ausgestossenen Tröpfchen zum grossen Teil zurück. Sie bleiben am und im Filtermaterial kleben; je nach Qualität der Masken können auch die Aerosol-Partikel zurückgehalten werden. Das passiert sowohl beim Ausatmen als auch beim Einatmen! Aber nicht nur die Qualität der Masken ist wichtig, auch das richtige Tragen. Die Maske muss
eng anliegen und die Luft muss wirklich gefiltert ein- und ausgeatmet werden! Das anschliessend korrekte Entsorgen verringert ebenfalls die Virenlast. (Bei den gesunden Personen: aussen auf aussen zusammenfalten und zuhause entsorgen, ansonsten immer so entsorgen, dass niemand sie berühren kann.)
– Augen schützen: Ausnahmsweise sind jetzt die Brillenträger im Vorteil, ansonsten helfen Gesichts-Masken, die wie Schilde oder grosse Brillen getragen werden.
– Lüften: Damit wird die Aerosol-Konzentration in den Räumen verringert, die Luft befeuchtet und kurz die Temperatur vermindert.
– Desinfizieren: Wenn möglich keine Gegenstände berühren, ohne danach die Hände zu desinfizieren! Aber auch die Gegenstände, die von vielen Menschen berührt werden, regelmässig reinigen und desinfizieren.
– Allgemein häufig die Hände mit einer milden, hautfreundlichen, rückfettenden Seife waschen, sauber abspülen und anschliessend
pflegen (mit einer gut verträglichen Handcreme). Die Haut wird durch die Hygienemassnahmen strapaziert und braucht die anschliessende Pflege. Auch unter den Masken muss die Gesichtshaut gepflegt werden. Nach dem üblichen Reinigen sollte eine gute
Gesichtscreme verwendet werden. Sie muss pflegen und darf nicht zu fettend sein.
Im nächsten Ratgeber gehen wir auf die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten genauer ein.
Bitte helfen Sie alle mit, um in dieser Zeit gesund zu bleiben. Wir und alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, helfen gerne mit Beraten.

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Zecken-Erkrankungen 3: Tularämie (Hasenpest)

Unser 3. Ratgeber ist der noch seltenen Krankheit Tularämie gewidmet. Ich habe diese Erkrankung das erste Mal im Fernsehen bei «Ärzte gegen Internet» kennen gelernt. Da sie ebenfalls von Zecken übertragen werden kann, darf sie in dieser «Serie» nicht fehlen. Die Erkrankung ist ebenfalls meldepflichtig.
Es ist eine Tierkrankheit, die gelegentlich auf den Menschen übertragen wird. Der Name Hasenpest zeigt, wer das eigentliche «Opfer» ist: verschiedene kleine Säugetiere (wildlebende Hasen, Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen). Das Beschwerdebild ähnelt der Pest: eiternde, nicht heilende Wunden wie Beulen mit Lymphknotenbeteiligung. Der Name Tularämie wurde von dem «entdeckenden» Arzt namens Edward Francis gegeben. Er arbeitete in Tulare in Kalifornien USA. Das Bakterium heisst daher Francisella tularensis. Es ist hochansteckend, sehr klein und kälteresistent. Es wird durch Wärme und die üblichen Desinfektionsmittel zerstört

Übertragung:
Über direkten und indirekten Kontakt mit infizierten Tieren (auch beim Jagen, Enthäuten oder Schlachten). Der indirekte Weg geht über Stiche oder Bisse von Parasiten der infizierten Tiere wie Zecken, Flöhe etc. oder durch das Einatmen erregerhaltigen Staubes (verunreinigtes Heu, Silofutter, Erde, Staub etc.).

Krankheitsbild/Symptome:
Bei Tieren verläuft die Erkrankung meist tödlich. Haushunde oder Hauskatzen scheinen gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein. In seltenen Fällen kommt es zu einem Krankheitsausbruch mit Fieber, Leber-, Milz- und Lymphknotenschwellung, Gelbsucht, Schnupfen etc. Die erkrankten Tiere werden wie die Menschen mit Antibiotika behandelt.
Bei den Menschen tritt die Krankheit nach 3 bis 5, selten erst nach 21 Tagen auf. Die Symptome sind Fieber, fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle mit einer Lymphknotenschwellung. Beim Einatmen des Erregers treten hohes Fieber auf und Entzündungen in den betroffenen Organen (meist die Lunge, Lungenentzündung).

Diagnose:
Der Erreger kann im Labor nachgewiesen werden (über eine Anzucht auf Nährmedien oder direkt über Nukleinsäure-Nachweisverfahren und Antigen-Nachweise).

Therapie:
In der Regel mit Antibiotika, je nach Situation wird das geeignetste ausgewählt. Da es sich um eine schwere lebensbedrohende Erkrankung handelt, insbesondere bei der inneren Form, ist eine Therapie unumgänglich! Ohne antibiotische Behandlung ist die Sterblichkeits-Rate über 30%. Die amerikanischen Tularämie-Formen sind noch deutlich gefährlicher (virulenter).
Eine überstandene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität!

Vorbeugung:
Es existiert in den USA ein abgeschwächter Lebendimpfstoff, der aber in Europa nicht erhältlich ist. Bei einer wahrscheinlichen Exposition (z.B. in einem Labor)kann man eine medikamentöse Prophylaxe erwägen. Beim Auftreten von Symptomen wird therapiert.

Zecken allgemein:
Zu den Überträgern zurückkehrend ist in der Schweiz eine Präventions-App zu Zecken für Smartphones erhältlich. Interessierte können sie auf ihr Handy laden. Sie gibt viele Informationen rund um Zecken. Z.B. wie sie entfernt werden können, was dann zu tun ist und vieles mehr.

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Zecken Erkrankungen 2: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Unser 2. Ratgeber ist der seltenen viralen Krankheit gewidmet, die durch den Stich/Biss einer infektiösen Zecke übertragen wird. Im Gegensatz zur Borreliose gibt es keine spezifische Behandlung, aber eine wirksame Impfung.
Das BAG überwacht die FSME seit 1988 im obligatorischen Meldesystem für Infektionskrankheiten. Es zeigen sich grosse Schwankungen (39 bis 332). Die Fallzahlen steigen und zeigen dieses Jahr (Angaben bis Ende Juli) den Höchststand.
Ein Grund dafür ist die Klimaveränderung mit milden Wintern und wärmeren Sommern. Man kann ein Informationsblatt zur Zeckenenzephalitis auf der Homepage des BAG herunterladen.
Die Erkrankung verläuft bei 70 bis 90% ohne Symptome! Ansonsten sieht man 2 Phasen: Beginn mit grippeähnlichen Symptomen, (bei den meisten Erkrankten endet damit die Infektion). Bei 20-30 % setzt die zweite Phase ein: Befall des zentralen Nervensystems (Hirnhaut oder Gehirnentzündung). Der Verlauf ist bei Erwachsenen schwerer als bei Kindern.

Erscheinungsbild/Symptome:
Das FSME-Virus wird beim Biss/Stich aus der Speicheldrüse der Zecke übertragen. Nach 2 bis 20 Tagen treten in der frühen Phase (Dauer 4-6 Tage) Fieber, Kopf-, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Gelegentlich kommt es zu neurologischen Symptomen wie Sehstörungen. Danach folgt eine kurze Zeit ohne Beschwerden. Bei dem grössten Teil der Patienten 70 bis 80% ist damit die Erkrankung abgeschlossen.
Bei 20 bis 30% der Infizierten kommt es wenige Tage später zu einem zweiten Fiebergipfel mit bis zu 40°C Körpertemperatur. Es treten auch Zeichen einer Gehirn- und Hirnhautbeteiligung auf. Das sind z.B. starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Sprech-, Gehstörungen und Lähmungserscheinungen. Diese Erscheinungen können mehrere Monate andauern. Glücklicherweise kann es selbst nach schweren Verläufen zur völligen Ausheilung kommen. In dieser 2. Phase kommt es bei der Hälfte der Patienten zu einer Hirnhautentzündung. Andere leiden zusätzlich unter einer Entzündung des Gehirnes mit schweren Bewusstseinsstörungen und Lähmungen hin bis zur Atemlähmung. Bei 1 bis 2 % führt die Erkrankung zum Tod.

Behandlung:
Wie bereits gesagt, gibt es keine ursächliche Behandlung. Es können nur die Symptome gelindert werden. Bettruhe und allenfalls Schmerzmittel werden in den «einfacheren» Fällen gegeben, intensivmedizinische Betreuung bis zur Beatmung braucht es bei den schlimmen Verlaufsformen.

Vorbeugung:
Die allgemeinen vorbeugenden Massnahmen sind immer an erster Stelle zu nennen. Daher gilt: adäquate Kleidung tragen, Repellentien = Zeckenabschreckende Sprays anwenden und Impfen!
Da bei Kindern ein milderer Verlauf beobachtet wird, gelten die Impfempfehlungen erst ab 6 Jahren.

Impfen:
Gemäss BAG ist die ganze Schweiz mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin FSME-Risikogebiet. Eine gute Zeit zum Impfen ist logischerweise in den Wintermonaten (keine Zeckenaktivität). Die Grundimmunisierung erfordert 3 Injektionen (ein zeitlich begrenzter Schutz existiert bereits nach der 2. Injektion). Die ersten beiden Impfungen werden im Abstand von einem Monat verabreicht, die 3. (je gewählter Impfstoff) 5 bis12 Monate später. Auffrisch-Impfungen werden alle 10 Jahre empfohlen. Nebenwirkungen sind selten und verschwinden in der Regel nach 1 bis 2 Tagen (Rötung, Schmerz und eine kleine Schwellung bei der Einstichstelle). Die Kosten werden von der Grundversicherung übernommen, bei beruflicher Notwendigkeit (Förster, Waldarbeiter u.a.) bezahlt der Arbeitgeber.

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