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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinderkrankheiten: Keuchhusten

Keuchhusten ist eine hochansteckende, via «Tröpfchen» übertragbare, bakterielle Erkrankung, die vor allem für Säuglinge gefährlich werden kann. Der Erreger heisst Bordetella pertussis, seltener kommt Bordetella parapertussis als Krankheitsauslöser in Frage. Leider nimmt die langwierige Atemwegserkrankung seit 2010 wieder stark zu. Sie ist meldepflichtig.

Ursache:
Der Erreger ist ein Stäbchenbakterium. Es produziert Proteine, besonders ein Toxin, das für die Krankheits-Symptome verantwortlich ist. Dieses ermöglicht dem Erreger, sich gut an die Schleimhäute anzuheften und dann zu vermehren. Auch wenn nur in weniger als einem Fünftel der Infizierten das klassische Bild der Keuchhusten-Erkrankung auftritt, sind doch die Komplikationen gefürchtet und die Gruppe der Jüngsten (Säuglinge) stark gefährdet.
40% der Infektionen verlaufen stumm (die Infizierten sind nicht krank) und weitere 40% haben eine «einfache akute Bronchitis».

Symptome:
Die Krankheit verläuft klassischerweise in 3 Stadien:
• Stadium catarrhale; nach einer Inkubationszeit (die Zeit nach der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) von 7 bis 14 (bis 21) Tagen haben die Erkrankten grippeähnliche Beschwerden mit leichtem Fieber, Schnupfen und trockenem Reizhusten. In dieser Phase ist die Ansteckungsgefahr am grössten. Dieses Stadium dauert 1 bis 2 Wochen.
• Stadium convulsivum; erst jetzt treten die typischen, plötzlich einsetzenden stakkato artigen Hustenattacken mit ausgestreckter Zunge auf! Das anschliessende Einatmen klingt «juchzend». Während dieser Hustenanfälle wird häufig glasiger Schleim hochgewürgt, auch Erbrechen kommt vor. Sie können zahlreich sein und kommen gehäuft in der Nacht vor. Dieses Stadium dauert ca. 2 bis 6 Wochen.
• Stadium decrementi; jetzt nimmt die Zahl der Hustenanfälle langsam ab, auch die Schwere wird weniger. Diese Phase dauert nochmals 6 bis 10 Wochen.
Aufgrund der sehr langen Krankheitsdauer wird der Keuchhusten auch 100-Tage-Husten genannt.
Es kommen aber auch atypische Verläufe vor: bei Säuglingen unter 6 Monaten verläuft das 2. Stadium noch nicht mit den typischen Hustenanfällen, stattdessen kommt es zu den gefürchteten Atemstillständen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt oft nur der trockene Husten als Symptom vor.

Komplikationen:
Lungenentzündungen (15-20%) sind die häufigsten Komplikationen, gefolgt von Mittelohrentzündungen, die durch eine Zweitinfektion verursacht werden. Auch Krampfanfälle können vorkommen. Leider kommt es auch in seltenen Fällen zu einer Gehirnerkrankung, mit oft dauerhaftem Schaden. Einer von 1000 Patienten stirbt an der Erkrankung, meist junge Säuglinge!!!
(Gemäss Infovac sterben 1 von 100 bis 200 erkrankten Säuglingen; so geschehen im Oktober 2015 in Genf; im Jahr 2016 wurden in der Schweiz 46 Kinder wegen bestätigtem Keuchhusten hospitalisiert, 2014 waren es 33 und 2015 25 Kinder.)

Therapie:
Wie oben beschrieben, ist die Diagnose nicht einfach zu stellen, und leider wirkt eine Therapie nur wirklich gut, wenn sie im 1. Stadium erfolgt. (Es werden Antibiotika gegeben je nach Wirkstoff während 2-5 Tagen oder 7-14 Tagen.)
Auch pflanzliche Wirkstoffe in Form von Sirupen, Tees oder Lutschtabletten können helfen. Es handelt sich dabei um sogenannte Schleimdrogen (Eibisch, Huflattich, Isländisch Moos, Königskerze, Lindenblüten, Malve und Spitzwegerich). Sie wirken entzündungshemmend und unterdrücken den Hustenreiz. Das geschieht, in dem sie die Selbstregulation der Rachenschleimhaut unterstützen und einen «Film» auf die gereizte Schleimhaut legen. Auch Gemmo-Präparate (Pflanzenauszüge aus Knospen) helfen gegen den Hustenreiz.
Weitere wichtige Allgemein-Massnahmen sind: eine reizarme Umgebung (meiden von Zigaretten-Rauch, staubhaltiger Luft), reichliche Flüssigkeitszufuhr, i.e. häufiges schluckweises Trinken, und häufige kleine Mahlzeiten.
Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Auch 5 Tage nach Beginn der antibiotischen Therapie sind die Patienten noch ansteckungsfähig und sollten/müssen für diesen Zeitraum isoliert werden. Ohne entsprechende Behandlung bleibt die Ansteckfähigkeit bis zu 3 Wochen nach dem 2. Stadium bestehen. Diese Patienten dürfen frühestens 3 Wochen nach Erkrankungsbeginn wieder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen! Eventuell müssen Erregernachweise vorgelegt werden.

Vorbeugung:
Impfen! Es werden «azelluläre» Impfstoffe verwendet, d.h. es werden nur noch jene Bestandteile des Erregers verwendet, die eine Immunantwort des Geimpften hervorrufen. Es gibt keinen Impfstoff für Keuchhusten alleine, es wird immer in Kombination mit z.B. Wundstarrkrampf, Diphterie und/oder Kinderlähmung geimpft.
Impfschema:
Säuglinge werden im Alter von 2, 4 und 6 Monaten geimpft. (Säuglinge, die in einem Alter vor 5 Monaten in eine Krippe gehen, sollten im Alter von 2, 3 und 4 Monaten eine Impfung erhalten. Dieses Schema wird auch für Frühgeborene empfohlen und aktuell für alle überdacht).
Kinder: im Alter von 15 und 24 Monaten, danach zwischen 4 und 7 Jahren; Jugendliche zwischen 11 bis 14/15 Jahren und junge Erwachsene zwischen 25 und 29 Jahren, besonders Eltern oder zukünftige Eltern; schwangere Frauen idealerweise im 2. Drittel ihrer Schwangerschaft; Erwachsene mit regelmässigem Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten zum Bsp. Grosseltern, die Enkelkinder hüten!

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Ratgeberreihe Kinder: Schlafentwicklung und Schlafstörungen

Echte Schlafstörungen sind therapiebedürftig. Wir gehen jetzt darauf ein. Unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit sind dann am grössten, wenn wir regelmässig und unserem Schlafbedarf entsprechend schlafen!
Wie viel Schlaf braucht ein Kind?
Weil der Schlafbedarf schon bei Kindern so unterschiedlich ist, gibt es keine Regel! (Bei Erwachsenen gilt eine Spanne von 4 bis 10 Stunden als normal.) Ein Schlafprotokoll kann zum Ermitteln des kindlichen Schlafbedarfes helfen. Es wird über 7, besser 14 Tage geführt und über 24 Stunden notiert.
Ein Beispiel dafür gibt es von Remo Largo (Autor und Kinderarzt) in Form einer Tabelle. In diese werden die verschiedenen Phasen folgendermassen eingetragen: Schlafphasen: mit einem waagrechten Strich; Wachphasen: mit Freilassen; Schreien: mit Schlangenlinien; Mahlzeiten: mit Dreiecken; Bettzeiten: mit waagrechtem Pfeil.Jedes Kind kann nur solange schlafen, wie es seinem Schlafbedarf entspricht! Dabei gilt die Summe des Schlafes innert 24 Stunden. Je länger ein Kind tagsüber schläft, desto kürzer ist sein Nachtschlaf. Je früher ein Kind zu Bett gebracht wird, desto früher wacht es auch wieder auf. Die Nahrung sollte besser tagsüber zu sich genommen werden, dann schlafen die Kinder besser durch.
Schlafsituation: Wie sollen sich Eltern und Kind betten?
Es gibt Beistellbetten, die an das Elternbett «angebaut» werden können. Man kann im selben Bett mit dem Kind/den Kindern schlafen oder das Kind schläft alleine usw. Die Schlafsituation ist dann richtig, wenn das Kind und die Eltern entspannt schlafen können. Dabei sollte das Kind auf den Rücken gelegt werden (vermindert das Risiko des plötzlichen Kindstodes).
Kopfwackeln, Schaukeln und andere rhythmische Bewegungen gehören zum normalen Schlafverhalten im Säuglings- und Kleinkinderalter.
Nochmals: nächtliches Durchschlafen können die Eltern unterstützen, in dem sie sicherstellen, dass das Kind:
- sich geborgen fühlt und in seiner Selbstständigkeit gefördert wird
- am Abend ein vertrautes Einschlafritual durchgeführt wird und es dann weitgehend ohne elterliche Hilfe einschlafen kann
- es nur solange im Bett ist, wie es auch schlafen kann.
Schlafstörungen
Nächtliche Angstgespenster: Pavor nocturnus ist der Fachausdruck für Angsterschrecken. Dabei hat das Kind die Augen weit offen und reagiert nicht oder nur ungenügend auf das Erscheinen der Eltern. Das Kind schwitzt ausgeprägt, atmet verstärkt und hat einen schnellen Puls. Die Eltern können das Kind nicht wecken. Es kann um sich schlagen und auch die Eltern wegstossen. Es regt sich nur noch mehr auf, wenn es in den Arm genommen wird. Oft dauern diese beängstigenden Episoden zwischen 5 und 15 Minuten, eine sehr lange Zeit! Die Eltern können nur das Kind vor Verletzungen schützen und wenn es von selber aufwacht trösten und wieder zu Bett bringen. Normalerweise wird es sich nicht an das Geschehen erinnern können. Bei schlechten Träumen jedoch kann sich das Kind erinnern. Lassen Sie sich die Träume erzählen. Sie sind für die Kinder sehr real. Wenn Angstträume ein bis mehrmals pro Woche vorkommen und das Kind auch tagsüber verängstigt ist, nehmen Sie als Eltern fachliche Hilfe in Anspruch.
Medikamente
Auch verordnete Medikamente können bei Kindern zu Schlafstörungen führen. Falls Sie das beobachten, sprechen Sie den verordnenden Arzt darauf an. Auch pflanzliche oder homöopathische Medikamente sollten nur nach Absprache mit Fachpersonen versucht werden. Primär gelten die oben genannten Punkte, wie Schlafdauer ermitteln etc. Eltern mit Kindern, die Schlafstörungen haben, sollten bei der Therapie engmaschig begleitet und unterstützt werden. Alle Verhaltensänderungen greifen erst nach ein bis zwei Wochen.

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