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Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
www.vinzenz-apotheke.ch

Ratgeberreihe Kinder: Schlafentwicklung und Schlafstörungen

Echte Schlafstörungen sind therapiebedürftig. Wir gehen jetzt darauf ein. Unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit sind dann am grössten, wenn wir regelmässig und unserem Schlafbedarf entsprechend schlafen!
Wie viel Schlaf braucht ein Kind?
Weil der Schlafbedarf schon bei Kindern so unterschiedlich ist, gibt es keine Regel! (Bei Erwachsenen gilt eine Spanne von 4 bis 10 Stunden als normal.) Ein Schlafprotokoll kann zum Ermitteln des kindlichen Schlafbedarfes helfen. Es wird über 7, besser 14 Tage geführt und über 24 Stunden notiert.
Ein Beispiel dafür gibt es von Remo Largo (Autor und Kinderarzt) in Form einer Tabelle. In diese werden die verschiedenen Phasen folgendermassen eingetragen: Schlafphasen: mit einem waagrechten Strich; Wachphasen: mit Freilassen; Schreien: mit Schlangenlinien; Mahlzeiten: mit Dreiecken; Bettzeiten: mit waagrechtem Pfeil.Jedes Kind kann nur solange schlafen, wie es seinem Schlafbedarf entspricht! Dabei gilt die Summe des Schlafes innert 24 Stunden. Je länger ein Kind tagsüber schläft, desto kürzer ist sein Nachtschlaf. Je früher ein Kind zu Bett gebracht wird, desto früher wacht es auch wieder auf. Die Nahrung sollte besser tagsüber zu sich genommen werden, dann schlafen die Kinder besser durch.
Schlafsituation: Wie sollen sich Eltern und Kind betten?
Es gibt Beistellbetten, die an das Elternbett «angebaut» werden können. Man kann im selben Bett mit dem Kind/den Kindern schlafen oder das Kind schläft alleine usw. Die Schlafsituation ist dann richtig, wenn das Kind und die Eltern entspannt schlafen können. Dabei sollte das Kind auf den Rücken gelegt werden (vermindert das Risiko des plötzlichen Kindstodes).
Kopfwackeln, Schaukeln und andere rhythmische Bewegungen gehören zum normalen Schlafverhalten im Säuglings- und Kleinkinderalter.
Nochmals: nächtliches Durchschlafen können die Eltern unterstützen, in dem sie sicherstellen, dass das Kind:
- sich geborgen fühlt und in seiner Selbstständigkeit gefördert wird
- am Abend ein vertrautes Einschlafritual durchgeführt wird und es dann weitgehend ohne elterliche Hilfe einschlafen kann
- es nur solange im Bett ist, wie es auch schlafen kann.
Schlafstörungen
Nächtliche Angstgespenster: Pavor nocturnus ist der Fachausdruck für Angsterschrecken. Dabei hat das Kind die Augen weit offen und reagiert nicht oder nur ungenügend auf das Erscheinen der Eltern. Das Kind schwitzt ausgeprägt, atmet verstärkt und hat einen schnellen Puls. Die Eltern können das Kind nicht wecken. Es kann um sich schlagen und auch die Eltern wegstossen. Es regt sich nur noch mehr auf, wenn es in den Arm genommen wird. Oft dauern diese beängstigenden Episoden zwischen 5 und 15 Minuten, eine sehr lange Zeit! Die Eltern können nur das Kind vor Verletzungen schützen und wenn es von selber aufwacht trösten und wieder zu Bett bringen. Normalerweise wird es sich nicht an das Geschehen erinnern können. Bei schlechten Träumen jedoch kann sich das Kind erinnern. Lassen Sie sich die Träume erzählen. Sie sind für die Kinder sehr real. Wenn Angstträume ein bis mehrmals pro Woche vorkommen und das Kind auch tagsüber verängstigt ist, nehmen Sie als Eltern fachliche Hilfe in Anspruch.
Medikamente
Auch verordnete Medikamente können bei Kindern zu Schlafstörungen führen. Falls Sie das beobachten, sprechen Sie den verordnenden Arzt darauf an. Auch pflanzliche oder homöopathische Medikamente sollten nur nach Absprache mit Fachpersonen versucht werden. Primär gelten die oben genannten Punkte, wie Schlafdauer ermitteln etc. Eltern mit Kindern, die Schlafstörungen haben, sollten bei der Therapie engmaschig begleitet und unterstützt werden. Alle Verhaltensänderungen greifen erst nach ein bis zwei Wochen.

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Dr. Monika Mayer Apothekerin
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Ratgeberreihe Kinder: Schlafentwicklung

Prinzipiell: Wir schlafen mit sogenannten Schlafzyklen: Non REM und REM-Schlaf genannt. Die Zyklen verändern sich während des Lebens, besonders die Dauer. Beim Säugling dauert ein Zyklus ca. 50 Minuten, und verlängert sich auf eine Dauer von 90 bis 120 Minuten beim Erwachsenen. Ein charakteristisches Schlafmuster der ersten zwei Lebensjahre sieht folgendermassen aus (Zeitpunkt / Schlafcharakteristik / Sehr! Variable Schlafdauer pro Tag): • Erste 2 Wochen / Schlafperioden von 2 bis 4 Stunden regelmässig über den Tag verteilt, die Wachperioden sind noch nicht an den Tag gebunden! / 14 bis 8 Stunden, Streuung von 12 bis 20 Stunden • Nach 2 bis 4 Wochen / Langsames Einstellen auf Tag-Nacht-Wechsel. Das Kind schläft abends zur selben Zeit ein und wacht nachts um dieselbe Zeit auf • Ab 10 Wochen / Erstmals ist ein Durchschlafen möglich. Wachperioden werden tagsüber länger, zwei Schlafperioden bilden sich aus • 15 Wochen / Beständiger Schlaf-Wach-Rhythmus • 3 bis 9 Monate / Die meisten Kinder schlafen tagsüber zwei- bis dreimal täglich eine halbe bis zwei Stunden • 6 Monate / Umverteilung des Schlafes von Tag auf Nacht ist abgeschlossen • Ab 12 Monate / Oft nur noch ein Schlaf tagsüber / ca. 13 Stunden • Ab 24 Monaten / Einige Kinder bereits ohne Mittagsschlaf.
Das sind die wichtigsten Veränderungen des Schlafmusters. Ein Säugling wacht durch seinen kurzen Schlafzyklus in der Regel jede Stunde kurz auf. Nach drei bis vier Zyklen folgt dann eine längere Wachphase. Bis zum 3. Monat werden die Phasen regelmässiger und dauern länger, eine wichtige Voraussetzung zum Durchschlafen. Die zweite wichtige Voraussetzung ist ein regelmässiger Tagesablauf! Manche Kinder finden ihren Rhythmus schnell alleine, andere brauchen die Eltern als Taktgeber! Ihnen hilft der regelmässige Ablauf mit den Aktivitäten (Essen, Spielen, Spazieren gehen usw.)
Durchschlafen bedeutet, dass der Säugling zwischen zwei Schlafperioden von 3 bis 4 Stunden wohl aufwacht, aber ohne zu schreien. Das heisst für die Wahrnehmung der Eltern schläft er 6 bis 8 Stunden am Stück. Dann braucht er in der Regel wieder eine Mahlzeit.
Achtung! Bevor die Säuglinge ihren Schlaf-Wach-Rhythmus fertig entwickelt haben, oder solange sie nachts noch Hunger haben, können sie nicht durchschlafen. (Es macht dann keinen Sinn, sie nachts schreien zu lassen, um ihnen das Durchschlafen zu lehren).
Säuglinge müssen zuallererst beim abendlichen Einschlafritual lernen, selbstständig einzuschlafen! Dann können sie beim nächtlichen Aufwachen sich selber beruhigen und finden zurück in den Schlaf. (Säuglinge, die bei jedem Erwachen aus dem Bett gehoben werden und/oder an die Brust genommen werden, gewöhnen sich daran und das wird ihr Ritual werden.)
Der sogenannte zirkadiane Rhythmus (Wach-Schlaf-Rhythmus entwickelt sich individuell in den ersten zwei Lebensjahren und ist angeboren) sagt nichts über die Schlafdauer aus. (Langschläfer oder Kurzschläfer gibt es bei den Nachtmenschen und bei den Frühaufstehern). Der Schlafbedarf nimmt mit zunehmendem Alter ab, ist aber individuell eine feste Grösse. Je länger ein Kind tagsüber schläft, desto weniger lang schläft es nachts. Eine Umstellung braucht wegen des zirkadianen Rhythmus Geduld. Es ist erst nach 7 bis 14 Tagen ein Erfolg zu erwarten.

Schlafstörungen:
Primär müssen organische Faktoren ausgeschlossen werden! (Reflux = saures Aufstossen, atopische Dermatitis mit starkem nächtlichen Juckreiz, zerebrale Erkrankungen, Epilepsie, um nur einige zu nennen.)
Das elterliche Verhalten und der Umgang mit Einschlafen und nächtlichem Aufwachen sind von zentraler Bedeutung!
Eine Störung kann das Gewohnheitstrinken sein. Es kommt oft im Alter von 4 bis 6 Monaten vor und ist normalerweise für das Gedeihen nicht nötig. Ab dem 4. Monat braucht ein Säugling keine nächtliche Mahlzeit mehr.
Zahnungsbeschwerden dauern auch nur einige Tage! Sporadische Angstträume sind ebenfalls völlig normal.
Echte Schlafstörungen sind therapiebedürftig. Wir gehen im nächsten Ratgeber darauf ein.

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