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Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Neophyten in aller Munde
Als Neo-phyt (= neue Pflanze) gelten ursprünglich gebietsfremde Pflanzen, die nach Kolumbus› Entdeckung von Amerika, also ab 1492, durch den Menschen eingeführt wurden und sich in der freien Wildbahn durchsetzen. Als «invasive Neophyten» bezeichnet man Neophyten, die sich zudem stark und schnell ausbreiten, sodass Lebensräume anderer Pflanzen gestört werden. Wir sprechen also von «invasiven Neophyten», wenn es um die Probleme der Ausbreitung geht.
Beispiele sind der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), die spätblühende sowie die kanadische Goldrute (Solidago gigantea und canadensis), der japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) oder die Robinie (Robinie pseudoacacia).
Man versucht, sie mit verschiedenen Mitteln einzuschränken: Sie werden ausgrissen, abgebrannt oder mit Herbiziden behandelt, so dass sie absterben.

Wenn ich im Wald auf eine Goldruten-ausreissende Schulklasse treffe und einer der Jungs sagt mir auf meine Frage, warum sie die Pflanzen ausreissen würden, dass diese eben «böse» seien, dann frage ich mich, ob das pädagogisch sinnvoll ist. Und ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, Kinder für die Natur zu sensibilisieren und gleichzeitig die neuen Pflanzen in Schach zu halten. Auch wenn es nötig ist, die Neophyten zu reduzieren.
Gehen wir zurück in die Zeit nach 1570, als die Kartoffel, für Europa auch ein Neophyt, in Europa ankam. Man kannte die Kartoffel noch nicht recht, ass die oberirdischen Früchte, was zu Bauchschmerzen und Vergiftungserscheinungen führte. Später ernährt die Kartoffelpflanze Millionen von Menschen. Die kanadische Goldrute wurde 1758 als Zierpflanze auf dem Eurasischen Kontinent eingeführt. Heute ziert sie manche Gärten und wilde Landstriche mit ihren gelben Blütenpyramiden. Die gedämpften jungen Triebe der Goldrute werden wie Spargel serviert und schmecken köstlich. Der Tee der kanadischen Goldrute unterstützt die Nierenfunktion ohne die Nieren zu belasten.

Der eindrücklich grosse japanische Staudenknöterich wurde um 1825 als Viehfutterpflanze eingeführt. Am besten schmecken die dicken jungen Sprosse. Diese werden geschält und können roh oder gekocht wie Rhabarber gegessen werden. Wie beim Rhabarber sollte nicht mehr als eine gute Hand voll pro Person und Tag genossen werden, beide enthalten Oxalsäure. Beim Ernten sollten Sie darauf achten, dass zuvor nicht mit Herbiziden gegen den Staudenknöterich vorgegangen wurde. Denn obwohl die Benützung von Herbiziden wie «Roundup» für Privatpersonen seit 2001 verboten ist, werden sie nach wie vor verkauft und genützt.
Die weissen Blüten der Robinie sind für mich eine absolute Delikatesse im Frühling, auf die ich mich immer freue. Sie schmecken süss und leicht nach Erbsen und ich nasche sie auf Wanderungen direkt vom Baum oder nehme eine handvoll mit zum Frittieren im Bierteig. – Achtung: Die gelben Blüten des Goldregens sehen ähnlich aus, blühen zu ähnlichen Zeit und sind hochgiftig!
Experten sind sich einig: die Neophyten sind zwar kurzfristig dezimierbar, auf die Länge jedoch nicht völlig auszurotten. Vielleicht ginge es also eher darum, einen neuen Umgang mit ihnen zu finden. Mein Plädoyer ist also: Nutzt die Neophyten, wenn sie schon so grosszügig wachsen.

Wenn Sie jetzt inspiriert sind von den Verwendungsmöglichkeiten der Neophyten, pflanzen Sie sich keine in den Garten – es hat ja immer noch genug in Feld, Wald und Wiese! Und bedienen Sie sich hemmungslos.

Die aktuelle «schwarze Liste» der invasiven Neophyten finden Sie unter https://www.infoflora.ch/de/neophyten/listen-und-infobl%C3%A4tter.html

Kurse und Pflanzenwanderungen zur sicheren Bestimmung finden unter www.sonjawunderlin.ch

Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

Sonja Wunderlin, Naturärztin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Trinkwasser
Am besten ist bekanntlich die Prävention. Deswegen hier ein Ratgeber über ein Thema, das mir am Herzen und auf dem Magen liegt.
Aktuell häufen sich die Meldungen von potenziell schädlichen bzw. krebserregenden Rückständen im Grundwasser. Immer wieder werden im Trinkwasser (und auch im Flaschen-Mineralwasser) neue Substanzen gefunden, welche kritisch einzustufen sind, diese überschreiten oft den Toleranzwert für Trinkwasser. Im Aargau ist es besonders prekär: An einigen Orten wurden Chlorothalonil, Chloradizon und Atrazin-Abbauprodukte gefunden.

Problematisch ist, dass nach Einsatz-Verbot eines Mittels dieses noch jahrelang im Trinkwasser verbleiben kann. Atrazin beispielsweise ist seit 2007 verboten, hat sich aber bis heute nicht aus unseren Böden ausgeschwemmt und nicht vollständig abgebaut. 33% von im Aargau genommenen Proben haben die zulässigen Grenzwerte immer noch überschritten. Es dauert.
Im Dezember 2019 hat das Bundesamt für Landwirtschaft das Fungizid Chlorothalonil verboten. Dies, nachdem der Stoff als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft worden war. Die Produzentin des Stoffes hat aktuell beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen dieses Verbot eingereicht.

2017 wurden in der Schweiz über 2000 Tonnen Pflanzenschutzmittel verkauft. Die grössten Mengen gelangen über die Landwirtschaft in den Boden, aber beispielsweise auch die Behandlung der Schienennetze der SBB mit Glyphosat (Handelsname «Roundup») tragen ihren Teil dazu bei. Die SBB testet aktuell bereits Alternativen zur Unkraut-Befreiung der Schienen, z.B. die Behandlung der Schienen mit heissem Wasser. Sie haben das Ziel, bis 2025 ohne Herbizide auszukommen.

«Pflanzenschutzmittel» gibt es aber auch nach wie vor für Privatpersonen in Baumärkten und Gartengeschäften zu kaufen, obwohl die Benützung stark eingeschränkt ist. NICHT gespritzt werden darf: nahe an Strassen, auf Kies-, Stein- und Teerplätzen. Es sollte zudem nicht vor starkem Regen gespritzt werden, da die Stoffe direkt in die Schächte gespült werden und somit neben der Belastung des Wassers auch keinerlei Nutzen haben. Ein weiteres Problem liegt bei der Überdosierung.

Lange Zeit war man der Meinung, Spritzmittel würden lediglich Pilze, Kleinstlebewesen (Schädlinge wie auch Nützlinge) oder Ackerbeikraut zerstören, sich bald abbauen und dann verschwinden. Es zeigt sich aber immer klarer, dass jede Substanz, die wir produzieren und benützen, irgendwann wieder zu uns zurückkehrt. Alles ist Teil grösserer Kreisläufe und landet beispielsweise in Form von Mikroplastik, Abbauprodukten der Spritzmittel oder Östrogenen im Wasser, in der Luft oder in der Erde, und schon bald sind sie zurück in unserem Trinkglas und auf dem Teller.

In den nächsten Jahrzehnten werden viele neue Ideen gefragt sein: Ackerkulturen und Sorten, die weniger gespritzt werden müssen, Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig stützen, Mulch-Techniken etc. Und alle können mitdenken: Der Produzent, der Verkäufer und der Anwender von Spritzmitteln, Landschafts- und Gemüsegärtner, Privatpersonen, Abwarte, Landwirte, Lehrer, Gemüseeinkäufer, Kinder, das Bauamt. Wir sitzen im gleichen Boot.

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