Damit es im Sommer nächsten Jahres bewundert werden kann, stricken und häkeln rund 30 Frauen bereits jetzt an allerlei bunten Stücken. Das Dekoteam des Fördervereins Tourismus Laufenburg möchte dabei auch Objekte auf der deutschen Seite des Rheins verschönern.
ANDREA WORTHMANN
Sie sind quietschgelb, knallrot oder himmelblau. Sie haben Lochmuster, Streifen oder sind sternförmig: Die Rede ist von gehäkelten oder gestrickten Teilstücken, die zu einem grossen Ganzen zusammengefügt werden. Jutta Leuenberger ist Initiantin und Organisatorin des Projekts „Laufenburg umgarnt“, welches unter der Schirmherrschaft des Fördervereins Tourismus Laufenburg steht. Ziel ist es, in der Zeit zwischen Anfang Juli und Ende Oktober 2024 möglichst viele bunte Kunstwerke auszustellen, indem verschiedene Objekte umstrickt oder umhäkelt werden.
Mit dem Dekoteam fing alles an
Alles begann mit der Idee, ein Dekoteam für Laufenburg zu gründen, welches sich um die Weihnachtsdekoration kümmern sollte. Später kam die Mithilfe bei den Osterbrunnen dazu, kürzlich noch der Altstadtmarkt, der von anderen Mitgliedern des Fördervereins ins Leben gerufen wurde und auch die Blumenkisten, die überall in der Stadt stehen, wurden mit der Hilfe des Dekoteams dieses Frühjahr neu bepflanzt. Und nun soll eben mittels Handarbeiten für diesen definierten Zeitraum das Stadtbild verschönert werden. Die Idee ist nicht unbekannt und auch in anderen Städten hat man schon ähnliche Projekte gesehen. Für Laufenburg ist es etwas Neues. Am einmal monatlich stattfindenden Stammtisch „Pro Laufenburg“ hatte Jutta Leuenberger ihre Idee vorgetragen und viele Frauen waren begeistert.
Manche davon haben auch noch Verwandte oder Bekannte dazugeholt und so sind jetzt auch ein paar Frauen aus der KulturWerk-Stadt Sulz dabei. Dort gibt es alte Strickmaschinen, die vor allem für grössere Flächen praktische Arbeit leisten. Die mit der Maschine gestrickten Streifen werden zusammengenäht und dann zu einer überdimensionalen Zipfelmütze gefertigt.
Grenzübergreifende Kunst
Sowieso: Das Projekt soll grenzübergreifend stattfinden, also es werden Objekte beidseits des Rheins eingestrickt. Die Mütze beispielsweise soll einen grossen Stein am Andelsbach zieren. Nachdem die Idee geboren war, sind die rund 30 beteiligten Frauen durch beide Laufenburg gegangen, um zu schauen, was sie umstricken könnten. Darunter sind Parkbänke, Bäume, Tischgarnituren, Brunnen, Blumenkübel und noch vieles mehr. Es wird gestrickt, was das Zeug hält. Kleine Quadrate werden zusammengenäht und zieren dann den Narrenbrunnen, Bäume am Laufenplatz sollen mit Sternen versehen werden, selbst Fahrräder werden zu bunten Kunstwerken. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Gestrickt wird in Gruppen oder auch jeder für sich selbst, so, wie es gerade kommt“, sagt Jutta Leuenberger. Mit dabei sind auch Schülerinnen und Schüler der Primarschule in Laufenburg und Sulz und Natascha Dospial mit ihren Schützlingen aus der Sprachwerkstatt, die auch Strick- oder Häkelstücke beisteuern werden. Die Übersicht, wer was und wieviel gestrickt hat, haben Jutta und ihre Schwägerin Cindy Leuenberger. Bei ihnen werden alle Stücke gesammelt, vermessen und zusammengenäht.
Wolle wird noch gebraucht
Das Ganze verbraucht natürlich Unmengen von Wolle. An verschiedenen Anlässen wurden dafür Spenden gesammelt. Sei es in Geld- oder Wollform. Grosszügige Unterstützung gab es von dem Wolle-Outlet Langendorf & Keller aus Murg-Niederhof. Nach wie vor sind Spenden willkommen und auch interessierte Menschen, die noch mitmachen möchten. Sei es beim Handarbeiten, beim Weihnachts-Dekoteam oder beim „Pro-Laufenburg-Stammtisch“. Jutta Leuenberger sagt: „Es soll eine Art aktives Vereinsleben geben für die Fördervereinsmitglieder“. Bei den Stammtischen kann man sich einbringen, Ideen sammeln oder einfach mal sagen, was einem am Herzen liegt. In nächster Zeit wird die Weihnachtsdekoration ein wenig in den Vordergrund rücken, danach wird aber fleissig weitergestrickt und -gehäkelt. Neue Projekte sind aber bereits in der Ideen-Pipeline.
Infos unter fvtl.ch oder