(eing.) Der Pausenplatz einer Schule gehört zum wichtigen Erfahrungsfeld der SchülerInnen. Er soll Ausgleich zu Anspannung und Konzentration schaffen und trägt zum Stressabbau bei. An der Primarschule Laufenburg wurde er deshalb umgestaltet.
Es ist wichtig, dass ein Pausenplatz freundlich, farbig, funktionstüchtig und mit intakter Begrünung daherkommt. Vor zwei Jahren hat die damalige Schulpflege Laufenburg das Projekt «Pausenplatzneugestaltung Primarschule Burgmatt» lanciert. Der Pausenplatz der Primarschule besteht aus rund 80 Prozent betonierter Fläche und für die rund 200 Kinder fehlten Dinge, wie viele grüne Pflanzen, Farben sowie genügend kindergerechte Kletter- und Spielmöglichkeiten. Eine Ecke des Pausenplatzes wurde in ein neues Outdoor-Klassenzimmer umfunktioniert.
Draussenwelt wird zur Lernwelt
An der Schule Laufenburg wird gelebt, was in der Bildungslandschaft immer öfters gesehen wird: Der Lernraum weitet sich aus. Die Draussenwelt wird zur Lernwelt der Kinder. Die Kinder werden schon heute vier Wochen im Jahr im Wald unterrichtet. Ein Outdoor-
Klassenzimmer, das nicht ganz so weit entfernt ist, bietet nun einen weiteren Lernort im Freien. So machten sich vor ca. einem Jahr drei Lehrpersonen, rund 50 SchülerInnen der 3. und 4. Klasse, der Elternrat und Fachpersonen an die Arbeit. Der zuvor nicht mehr benutzte, mit Unkraut überwucherte Platz wurde gejätet und geputzt. Die Hecke, die noch intakt war, wurde zurückgeschnitten, in die Lücken wurden regionale Stauden gesetzt, die einmal das Zuhause von Vögeln und Insekten werden sollen. Holzzäune wurden gesetzt, damit keine Vandalen den neuen Unterrichtsort verwüsten können.
Gemüse bereits geerntet
Hochbeete wurden zusammengebaut und befüllt. Schon in diesem Frühling haben die SchülerInnen sie in Betrieb genommen. Im Sommer und Herbst konnten Gemüse und Kartoffeln geerntet werden. Der Hochbeetgarten der Primarschule hat somit seine Feuertaufe schon bestanden. Die Kinder arbeiteten mit Schaufel, Pickel, Rebschere, Besen, grossem Hammer, Bohrmaschine, Fugenkratzer und Schubkarre. Es war eine grosse Freude zu sehen, wie motiviert sie
mitarbeiteten, auch wenn das Wetter es nicht immer gut mit uns meinte. Jedes Kind fand eine Arbeit, die ihm Spass machte. Diese Arbeiten bildeten schon den Start des Draussen-Unterrichtes: Kinder lernen an realen Gegenständen handlungsorientiertes und realitätsnahes Handeln.
Soziales Miteinander wird gefördert
Sie fördern durch das gemeinsame Arbeiten die sozialen Beziehungen untereinander, es bilden sich Lerngemeinschaften, die motiviert und aufmerksam an der Arbeit sind und ihrer Kreativität freien Laufen lassen können. Ausserdem werden die Zusammenhänge besser erlebt und verstanden. Und an der frischen Luft bewegt man sich automatisch mehr, was das Immunsystem stärkt. Rund 30 Lehrpersonen nehmen zurzeit an der vierteiligen Weiterbildung «Unterricht draussen» teil und werden von einer Fachperson des Juraparks Aargau vor Ort weitergebildet. Das ganze Projekt konnte dank finanziellen und materiellen Spenden durch folgende Stellen verwirklicht und umgesetzt werden: Stadt Laufenburg, Schneider-Wülser-Stifung, Jurapark Aargau, Florian Gartenbau aus Etzgen sowie der Gärtnerei Leuenberger aus Laufenburg. Ein grosses Dankeschön gilt all diesen Beteiligten.