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Laufenburg: «Natur macht Kunst» im und ausserhalb des Rehmann Museums

Laufenburg: «Natur macht Kunst» im und ausserhalb des Rehmann Museums

Kunst als (Natur-)Erlebnis und als neue Attraktion in der Region. Das verspricht die Ausstellung «Schimelrych bis Chrottenhalde», die am 23. März eröffnet wird.

ANDREA WORTHMANN

«Es ist eine grosse Sache», sagt Rudolf Lüscher und meint die kommende Ausstellung des Rehmann-Museums in Kooperation mit dem Jurapark Aargau. Für Lüscher, der als Stiftungspräsident des Rehmann Museums und Vizepräsident des Vereins Jurapark Aargau beide Welten - also die der Kunst und die der Naturthemen - gut kennt, freut sich besonders über die entstandene Zusammenarbeit. Kunst paart sich dabei mit der Natur, was bedeutet, dass die Kunstwerke nicht nur im Inneren des Museums zu sehen sind, sondern auch bei einem Rundgang vom „Schimelrych“ bis hin zur „Chrottenhalde“ erkundet werden können.
Austausch zwischen Kunst und Landschaft
Die Namensgeber der Ausstellung sind dabei nichts anderes als die Flurnamen, zwischen denen sich die Exponate und zu erkundenden Stationen befinden. Die Aufgabenstellung für die Künstlerinnen und Künstler aus der lokalen Szene, aber auch von nationaler und internationaler Bedeutung war „mutualistische Kunst“ zu kreieren. Mutualismus bedeutet in diesem Zusammenhang den Austausch Bild 2zwischen Kunst und Landschaft, bei dem beide Seiten voneinander profitieren. Der Kurator der Ausstellung, Michael Hiltbrunner, stellt in den einleitenden Worten des Ausstellungsbüchleins folgende Frage an die Kunst: „Wie ist die Natur Mitgestalterin dieser Werke, die eigentlich von Menschen geschaffen wurden?“ Er bezeichnet die Ausstellung mit dem Rundgang als «Sensation».
Beim Verrotten zuschauen
Zu sehen bekommen Besucherinnen und Besucher dabei so einiges: Die Laufenburger Künstlerin Dora Freiermuth befasst sich beispielsweise mit der Verrottung von Bananschalen. Bewundern kann man diese getrocknet in Epoxidharz im Museum oder im Prozess des Verrottens in Schauboxen beim Stadtgraben. Was aus den in Lehm gedrückten Schalen in den Monaten passiert, bleibt zu erkunden. Schimmel und allerlei Insekten sind zu erwarten. Im Museum gibt es neben thematischen Ölbildern und Aquarellen auch eine Installation mit 50 Tannen. Wald-, Teich-, Stadt- , sowie Wiesenboden wird in einer Audioinstallation Bild 3hörbar gemacht. Bilder, kreiert von Ameisen, und klavierspielende Hühner sind weitere Höhepunkte im Museum selbst.
Rundweg mit erlebbarer Kunst-Natur
Der knapp sieben Kilometer lange Rundgang zeigt zehn Kunstwerke, die eigens für diese Orte geschaffen wurden. Da wäre das Kunstprojekt von Jan van Ort, der Anwohner der NeuhoBild 4fstrasse darum gebeten hat, für die Dauer der Ausstellung nichts an ihrem Garten zu machen. Ob und wer dieser Verwilderung zustimmt, stellt sich im Laufe der Zeit raus. Es wird ein Pflanzenlabyrinth geben, der Flurname „Blauen“ wird wörtlich genommen und man kann Platz nehmen auf einer Sitzbank mit Musik. Zudem befindet sich am Rand des Rundgangs ein „Schaffens-platz“, an dem jede und jeder selber mit Naturmaterialien kreativ werden kann. Für den Weg sollten zwei bis drei Stunden eingeplant werden. In den sieben Monaten der Ausstellungsdauer ist damit zu rechnen, dass sich einige Kunstwerke des Rundwegs verändern werden, mutieren, eins werden mit der Natur. Der Weg könnte also durchaus mehr als einmal abgeschritten werden.
Ziel der Natur-Kunst-Ausstellung ist, die Menschen wieder mehr mit der Natur zusammenzubringen, zu sensibilisieren und Denkanstösse im Umgang mit ihr zu geben. Das funktioniert aber auch andersrum: „Menschen kommen mit Kunst in Berührung, die das vielleicht eigentlich gar nicht wollten, wie Joggerinnen oder Spaziergänger“, sagt Anna Hoyer. „So ist wirklich für jeden etwas dabei“, ergänzt Lüscher. Eine grosse Sache eben.

Bild 1: vlnr: Co-Geschäftsleiterin Jurapark Aargau, Anna Hoyer-Bühler, Geschäftsleiterin Rehmann-Museum, Patrizia Solombrino, Kurator Michael Hiltbrunner, Nachhaltigkeit und Kultur, Helene Bigler Brogli, Rudolf Lüscher, Anina Riniker, verantwortlich für die Kommunikation. 
Bild 2: Anina Riniker erklärt die Absichten von Dora Freiermuth, deren Schaukästen im Hintergrund zu sehen sind
Bild 3: Auch Hühner können musizieren
Bild 4: Diese Bild haben Ameisen gemacht