Die Gartenparty fiel ins Wasser, die Stimmung war trotzdem heiter: Seit 25 Jahren besteht das Rehmann-Museum am Rheinuferweg im Schimelrych, was am vergangenen Sonntag gebührend gefeiert wurde. Nicht nur mit Reden und Musik, sondern auch mit der Realisierung einer ökologischen Vision.
PETER SCHÜTZ
Zum 25-jährigen Jubiläum haben Fachpersonen die 1300 Quadratmeter grosse Aussenanlage in den «Lebensraum Skulpturengarten» verwandelt. Dazu war vorher ein Jubiläumsbaum gepflanzt worden, der laut Museums-Geschäftsführerin Patrizia Solombrino «ein Symbol für das tiefe Wurzeln des Museums in der Region und sein gleichzeitiges Wachsen in die Zukunft» sein soll.
Gestiftet und gepflanzt hatte den Maulbeerbaum Laufenburgs Stadtammann René Leuenberger mit Team. Um den Baum herum war in enger Zusammenarbeit mit Projektleiterin Anja Trachsel vom Jurapark Aargau und der Fachfrau für naturnahen Gartenbau, Katja Sattler, ein «lebendiger Garten für die Zukunft der Kunst und Natur» entstanden. Unterstützung erhielten sie von Museumsgärtner Martin Suter. Diverse Einrichtungen und Stiftungen hatten das Projekt finanziell gefördert.
Lied für den Maulbeerbaum komponiert
Kunst treffe auf gelebte Biodiversität, betonten die Festredner. Patrizia Solombrino forderte die Besucher auf, Wünsche, Gedanken und Visionen für die kommenden 25 Jahre Rehmann-Museum zu notieren. Eine besondere Ehre wurde dem Maulbeerbaum auch musikalisch zuteil: An der Feier trug das Duo «Ton sur Ton» mit Sylvie Klijn und Christoph Utzinger ein extra komponiertes Lied für den Baum, das «Baum-Lied», vor.
Pionierprojekt in Sachen Biodiversität
Anja Trachsel sagte, dass das Vorhaben, einen vielfältigen Lebensraum zu gestalten, ein «Pionierprojekt» sei. Sie empfahl es zur Nachahmung, denn «jeder von uns kann etwas gegen den Schwund der Biodiversität beitragen». Der Skulpturengarten habe eine Aufwertung erfahren, hielt sie fest, und soll zum Verweilen und Entdecken einladen. Auf dem Gelände, einem vergleichsweise kleinen offenen Raum, würden sich viele Bedingungen zusammenfinden, so Trachsel: sowohl sonnige als auch karge Stellen, schattige Plätze, Wege, Terrassierung, «alles auf engstem Raum».
Laut Katja Sattler wurde der Fokus auf zwei spezifische Arten gelegt: auf Glühwürmchen, die Kleinstrukturen brauchen, jedoch kein Licht, weshalb eine Hecke am Rheinuferweg gepflanzt wurde. Sowie auf das geschützte graue Fingerkraut, das am Schlossberg in Laufenburg vorkomme und nun auch, dank einer kantonalen Bewilligung, im Garten des Rehmann-Museums. «Wir hoffen, dass es einen stabilen Bestand gibt», sagte Katja Sattler.
«Ein Ankerpunkt für dreidimensionale Kunst im Aargau»
«Da ist etwas Wunderbares geschaffen worden», freute sich Stiftungsratspräsident Rudolf Lüscher, «mit Kunst und Natur, da sind wir auf dem richtigen Weg.» Das für drei Millionen Franken errichtete, 2001 eröffnete Rehmann-Museum sei ein «Ankerpunkt für die dreidimensionale Kunst im Aargau», so Lüscher. Der umgestaltete Skulpturengarten werde sich zum «Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Klimaanpassung im Siedlungsraum» entwickeln, war er überzeugt.
Rudolf Lüscher berichtete, wie Erwin Rehmann (1921 – 2020) auf die Frage, ob er stolz auf das für drei Millionen Franken errichtete Museum sei, geantwortet habe: «Er habe keine Zeit, stolz zu sein, er sei in einem andauernden Schaffensprozess.»
Der Ausstellungsschwerpunkt des Museums liegt vorwiegend auf der Bildhauerei, wobei auch andere künstlerische Sparten einbezogen werden. Heute wird es von einem Dreierteam geführt: von Kurator Michael Hiltbrunner, Geschäftsführerin Patrizia Solombrino und Museumstechniker Daniel Waldner, auch verantwortlich für das Sammlungsarchiv. Aktuell ist eine Ausstellung von Mo Diener zu sehen.