Die Organisatoren der Helliker Bundesfeier hatten dieses Jahr Regierungsrat Dieter Egli als Festredner gewinnen können. Er lobte am Vorabend des 1. August das lokale Engagement in Schweiz, das auch für die Lösung anstehender Herausforderungen nötig sei.
JÖRG WÄGLI, DANIELA ROHRER
Die Art und Weise, wie in der Schweiz der 1. August gefeiert werde, sei typisch für unser Land, meinte Regierungsrat Dieter Egli, vor trotz grosser Hitze gut gefüllten Rängen beim Schulhaus Hellikon einleitend: Vielfältig, unterschiedlich, total lokal – föderalistisch eben und damit typisch schweizerisch. Eine Feier müsse aber vor allem funktionieren – und dazu benötige es Freiwillige, die ehrenamtlich mittun, mitreden und mitbestimmen. Es brauche also das Milizsystem – wie unsere direkte Demokratie auch, so Egli. Damit war der Regierungsrat bei der Gemeinde, dem Grundelement unserer Demokratie, und ihrer Politik angelangt. «Hier können Sie sich beteiligen, können mitwirken und mitbestimmen. Sie können das, was Sie gut finden, direkt unterstützen, und das, was Sie stört, bekämpfen.»
Solche Auseinandersetzungen seien wichtig, auch zwischen Gemeinde und Kanton. Doch auch hier gelte: «Die Demokratie, speziell die direkte Demokratie, lebt von Ihrer, von unserer Beteiligung als Bürgerinnen und Bürger.» Doch Beteiligung, um nötige Kompromisse zu erreichen, bedeute auch Arbeit. «Ich könnte Ihnen jetzt vorschwärmen», so Regierungsrat Egli, «wie spannend es ist, andere Menschen und Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam etwas zu erreichen – aber eben, es bleibt trotzdem Arbeit.»
Und der Regierungsrat warnte davor, sich nur im Kreise Gleichgesinnter zu bewegen, denn: «Wenn sich alle einige sind, gibt es nichts zu besprechen. Dann sind ‹wir› immer richtig, und ‹die andern› sind immer falsch.» Diese Polarisierung, vor allem auch angesichts weltweiter Entwicklungen und durch Algorithmen und soziale Plattformen zusätzlich verstärkt – sei weder Beteiligung noch Engagement für die Wahrheit und Demokratie schon gar nicht. Deshalb bat Dieter Egli zum Schluss die Hellikerinnen und Helliker, sich weiterhin zu beteiligen und den Austausch zu pflegen. «Ich bin überzeugt», so der Regierungsrat, «dass es tausendmal sinnvoller ist, sich lokal zu engagieren, als global zu resignieren. Mehr noch: Es ist unsere einzige Möglichkeit, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft lösen wollen – in Hellikon und in der Welt.»
Bundesfeier begeistert rund 220 Besucher
Die traditionelle Bundesfeier in Hellikon hatte rund 220 Besucher angezogen. Die Veranstaltung hatte feierlich mit der Eröffnung durch Gemeindeammann Thomas Rohrer begonnen, der in diesem Rahmen auch die neue Pfarrerin, Hannah Audebert, vorstellte.
Für das leibliche Wohl sorgte die Männerriege, die die Festwirtschaft betrieb. Musikalisch wurde der Abend von der Musikgesellschaft Hellikon umrahmt, die für eine festliche Stimmung sorgte. Der Turnverein Hellikon übernahm den Barbetrieb und begeisterte die Besucher mit beeindruckenden Pyramiden.
Ein besonderes Highlight für die Kinder war der Lampionumzug. Jedes Kind erhielt anschliessend ein Brötli mit und ein Schoggistengeli, was natürlich für strahlende Gesichter sorgte. Die Bundesfeier in Hellikon war somit ein voller Erfolg und bot für Jung und Alt ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Programm.
Die ganze Festrede im Wortlaut finden Interessierte hier.