Mit neuem Personal und neuen Ideen geht es dem nächsten grenzüberschreitenden slowUp entgegen. Dieser wird am Sonntag, 16. Juni 2024, stattfinden, inklusive einer Eröffnungsfeier in Kaisten.
PETER SCHÜTZ
Die Vorbereitungen laufen bereits. Und der neue Geschäftsführer des Vereins slowUp Hochrhein, Christian Schweizer aus Frick, möchte die Grossveranstaltung aufpeppen, indem er die regionalen Vereine aufruft, sich mit eigenen Essen- oder Getränkeständen entlang der 32 Kilometer langen Strecke zwischen den beiden Laufenburg und Stein/Bad Säckingen zu beteiligen. Das Potenzial wäre da, denn das Vereinsleben in den Gemeinden, durch die der slowUp führt, kann sich sehen lassen. Die Erträge würden zu einhundert Prozent den Vereinen gehören. Er möchte «eine Volksfeststimmung hinbringen», sagte Christian Schweizer, offiziell seit dem 1. Oktober als neuer Geschäftsführer tätig, an der Versammlung des Vereins letzten Donnerstag im Restaurant Sonne in Ittenthal.
Beim Sponsoring herrscht Flaute
Diese «Volksfeststimmung» habe er an anderen slowUp’s in der Schweiz festgestellt, zum Beispiel im Emmental, wo sich die Vereine einbringen würden – und wo auch die Sponsoren in grösserer Zahl präsent sind als am Hochrhein. Auch dies sei eine Baustelle, an der es zu arbeiten gelte, war die Versammlung sich einig. Tatsächlich herrscht beim Sponsoring, mit Ausnahme der Migros, weitgehend Flaute – was laut Christian Schweizer daran liegt, dass es sich um einen grenzüberschreitenden Anlass handelt. Ausserdem, so brachte es Hansueli Bühler aus Stein auf den Punkt, führe der geringe Bevölkerungsanteil zu Zurückhaltung bei potenziellen Sponsoren – obwohl der letzte slowUp 25 000 Teilnehmer aufwies.
Immerhin: Die düsteren Wolken über dem slowUp Hochrhein haben sich verzogen. Nach schwierigen finanziellen Jahren und dem Rückzug der bisherigen Geschäftsführer Helene Häseli und Wendel Hilti zeichnet sich ein neuer Schwung ab. Dies wurde an der Versammlung in Ittenthal auch mit Blick auf die «Personaldecke» des Vereins deutlich. Zwar bleibt Gerhard Zumsteg Präsident des Vereins slowUp Hochrhein. Doch der Vereinsvorstand ist frisch aufgestellt – mit Felicita Wenk aus Frick, David Stocker aus Eiken, Werner Müller aus Wittnau und Manuel Polder aus Murg auf deutscher Seite. Geblieben ist Franz Ruckli aus Herznach. Felicita Wenk übernimmt die Kassenverwaltung von Urs Schneider, der dieses Amt nach 20 Jahren abgegeben hat. Revisoren bleiben Hansueli Bühler und Benie Ankli, beide aus Stein.
Den Gürtel enger geschnallt
Im Januar 2023 hatte es noch anders ausgesehen. Damals kam der Vorschlag auf, mit drei bis fünf Mitgliedern für den Vorstand die Aufgaben der Geschäftsstelle zu stemmen. Alternativ dazu könnte die Stelle der Geschäftsführung neu ausgeschrieben werden – was dann auch geschah. Mit dem Ergebnis, dass es drei Bewerbungen gab, von denen eine sich zurückzog. Nebst den personellen Änderungen waren die Finanzen an der Versammlung ein zentrales Thema. Immerhin und anders als in den letzten zwei Verlustjahren: Durch «optimale Kostenanpassung», so Gerhard Zumsteg, «sowohl bei den Ausgaben wie auch bei den Einnahmen ist das Defizit massiv tiefer ausgefallen». Konkret: Auf einen Verlust von über 13 000 Franken im Jahr 2022 folgte 2023 ein kleines Plus von 1548 Franken. «Wir haben den Gürtel enger geschnallt», fasste Noch-Kassier Urs Schneider zusammen. Doch um die weiterhin bis zu 120 000 Franken hohen Kosten pro slowUp decken zu können, will der Verein am Vignetten-Verkauf festhalten. Obwohl, so
räumte Gerhard Zumsteg ein, «nur 25 Prozent der Teilnehmer bereit sind, uns mit einem freiwilligen Beitrag zu unterstützen». Dieser liegt bei fünf Franken oder fünf Euro. Der Haken an der Grossveranstaltung am Hochrhein ist: Fix sind nur die Standortbeiträge der Gemeinden entlang der Strecke und der Beitrag vom Kanton Aargau von je 20 000 Franken sowie der Beitrag der Stiftung SchweizMobil mit knapp 60 000 Franken.
Gerhard Zumsteg ernannte in der Versammlung Urs Schneider zum Ehrenmitglied des Vereins slowUp Hochrhein.
Bilder:
1. Sie stehen hinter dem slowUp Hochrhein (von links): Geschäftsführer Christian Schweizer, Felicita Wenk, Franz Ruckli, Präsident Gerhard Zumsteg, Manuel Polder und Werner Müller. Foto: Peter Schütz
2. Der nächste slowUp Hochrhein, im Bild Laufenburg, findet am 16. Juni 2024 statt. Foto: Peter Schütz
3. Geehrt. Urs Schneider (links) mit Präsident Gerhard Zumsteg, ist Ehrenmitglied des Vereins slowUp Hochrhein. Foto: Peter Schütz