(eing.) Bei hochsommerlicher Witterung Wetter nahmen am vergangenen Freitag 35 Mitglieder am Vereinsausflug des Rebbauvereins Kaisten teil. Die alle zwei Jahre stattfindende Reise führte diesmal in die Zentralschweiz und bot neben dem Besuch einer hochmodernen Weinkellerei auch faszinierende Einblicke in das Küferhandwerk.
Die Anreise führte über die Jurahöhen nach Schöftland und weiter über den landschaftlich reizvollen Böhler nach Unterkulm sowie durch Teile des Luzerner Mittellands und Beromünster nach Eich. Hoch über dem Sempachersee wartete mit der Weinmanufaktur Brunner ein erster Höhepunkt des Tages. Christina und Mathias Brunner gründeten ihren Betrieb 2007. Sie bewirtschaften 21 Hektar Rebfläche an sechs Standorten. Rund um das Weingut Eichberg erstreckt sich ihr Hauptterroir. Dank kiesiger, teils karger sowie sandig-lehmiger Moränenböden, der idealen Hanglage und der ausgleichenden Wirkung des Sempachersees profitieren die dortigen Rebstöcke von besten Anbaubedingungen.
Bei der Besichtigung des vor drei Jahren fertiggestellten Weinkellers präsentierte Inhaber Mathias Brunner (eidg. dipl. Winzer und Oenologe) mit grossem Fachwissen und spürbarer Begeisterung die Produktion. Der Neubau entspricht aktuellsten Standards und bietet optimale Voraussetzungen für eine schonende Vinifikation. Mit seiner hochmodernen Kellerinfrastruktur erzeugt Brunner gemeinsam mit seinem Team auf innovative Weise qualitativ hochstehende Weine aus einem bemerkenswert breiten Sortenspektrum. Bei der anschliessenden Degustation überzeugten sich die Mitglieder von der Finesse und Qualität der edlen Tropfen und genossen gleichzeitig die eindrückliche Aussicht auf den Sempachersee und das Alpenpanorama.
Im idyllisch gelegenen Hotel Sonne am Seeufer in Eich liessen sich die Gäste anschliessend bei einem ausgezeichneten Dreigangmenü verwöhnen. Auf der kurzweiligen Weiterfahrt Richtung Zentralschweiz boten sich darauf immer wieder wechselnde Berg- und Alpenpanoramen.
In Küssnacht am Rigi folgte mit dem Besuch der Küferei Suppiger ein weiterer Höhepunkt. Der Familienbetrieb wird von Roland Suppiger geführt und stellt seit 1895 in Handarbeit Fässer unterschiedlichster Art und Grösse her. Als eine der letzten Küfereien der Schweiz beliefert das Unternehmen Kunden im In- und Ausland, insbesondere auch in Italien und Frankreich. Gleichzeitig engagiert sich der Betrieb für den Nachwuchs und bildet regelmässig Lernende im traditionsreichen Handwerk aus.
Klassische Küferwerkzeuge wie Gargelkamm oder Rundhobel wurden Sohn Marco Suppiger gewissermassen in die Wiege gelegt. Für ihn war es daher naheliegend, ebenfalls die Küferlehre zu absolvieren. Heute arbeitet er mit grosser Leidenschaft im Familienbetrieb. Mit viel Fachwissen und Begeisterung führte er die Fricktaler Delegation in das althergebrachte Handwerk ein. Neben standardisierten Barriques fertigt die Küferei nach Kundenwunsch individuell konzipierte Fässer – vom kleinen Zehnliterfass bis hin zu Giganten mit 22'000 Litern Fassungsvermögen. Verwendet wird, wo immer möglich, Schweizer Eichenholz, das laut Suppiger erfreulicherweise weiterhin ausreichend verfügbar ist.
Nach einer abwechslungsreichen Rückfahrt durch das Freiamt und das Mittelland kehrte die Gruppe mit zahlreichen neuen Eindrücken von ihrer wohlgelungenen Vereinsreise 2026 ins Weinbaudorf Kaisten zurück.