Die Bundesfier in Kaisten fand um die Mittagszeit beim Schulhaus Wuermatt statt. Als Gastredner durfte Gemeindeammann Oliver Brem Nationalrat Christoph Riner begrüssen.
Jörg Wägli
Der Gemeindeammann freute sich sehr, dass der Fricktaler Nationalrat, nachdem dieser bereits letztes Jahr am Jubiläum der Kaister Schützen anwesend war, auch an diesem Tag in Kaisten als Festredner auftrat. In seiner Begrüssung kam Oliver Brem zudem auf die globalen Verwerfungen sowie das grosse Problem der aktuellen Trockenheit zu sprechen. Die Schweiz habe aber stets gezeigt, dass sie Herausforderungen meistern könne, sagte er und zeigte sich überzeugt, dass wir trotz allem zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Mit Verantwortung, Respekt und dem Miteinander würden wir dazu in der Gemeinde die Basis legen. Überhaupt erkannte der Gemeindeammann das Zusammenkommen, wie am 1. August, als grosse Stärke.
«Wir gehören zusammen»
Nationalrat Christoph Riner kam einleitend ebenfalls auf den sehr guten Kontakt zu den Kaister Schützen zu sprechen. Als aktiver Schütze habe er zusammen mit seinen Kollegen von Oberzeihen schon viele gemütliche Stunden im Schützenhaus verbracht. Kaisten sei wie seine Wohngemeinde Zeihen eine ländliche Gemeinde – und es sei ihm ein grosses Anliegen, das die Landregionen in unserem Land nicht vergessen würden, sagte der Festredner.
Insgesamt widmete er seine Rede vor allem den (Mit-)Menschen. Zuallererst jenen, die leider nicht mehr unter uns weilen dürfen. Im Gedenken an sie bat er um einen kurzen Moment der Stille. Anschliessend richtete er den Blick auf das Heute und das Morgen. Freiheit, Sicherheit und Mitbestimmungsrecht seinen tragende Säulen unseres Landes, sie seien Garant für den Zusammenhalt und den Wohlstand. Und obwohl die Schweiz sehr vielfältig sei, die Menschen unterschiedliche Ansichten und Meinungen hätten: «Wir gehören zusammen!» Und vielleicht sei dies genau eine unserer grossen Stärken, so Riner. Doch man müsse an einen Tisch sitzen und sich mit Anstand und Respekt begegnen. «Das ist die Schweiz. Das ist unsere Heimat.»
Zeit und spezielle Momente bewusst erleben
Diese Heimat wünschte er sich auch für kommende Generationen. Eine Schweiz die sicher und lebenswert sei, in der die Schweizer Bürger über die Geschicke ihres Landes bestimmen. Und so müssten wir heute zu unseren Werten Sorge tragen, sagte der Redner, Sorge tragen aber auch zueinander. «Wir alle sind die Schweiz!», betonte Riner. Deshalb wünschte er sich, dass wir uns vornehmen, immer wieder einmal jemandem anderen eine Freude zu machen. Nichts grosses, teures, sondern mit etwas, das von Herzen kommt. Überhaupt wünschte sich der Nationalrat, dass wir uns mehr Zeit für uns und unsere Mitmenschen nehmen. Zeit und spezielle Momente bewusst erleben, schaffe Erinnerungen. Und schöne Erinnerungen seien unbezahlbar, machten das Leben tatsächlich reich. Deshalb rief er auch dazu auf, an diesem Tag nicht auf die Uhr zu schauen und etwas länger in der Gemeinschaft zu verweilen.
Sozusagen als Überleitung zum später auf dem Programm stehenden gemeinsamen Singen der Nationalhymne – notabene zu den Klängen der Musikgesellschaft Kaisten – betonte Riner gegen Ende seiner Rede, dass der Schweizerpsalm aus seiner Sicht keineswegs durch etwas Neues ersetzt werden sollte. Und vor allem auch der Teil «betet freie Schweizer, betet» sein keineswegs altmodisch und aus der Zeit gefallen. Und er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch kommende Generationen den Schweizerpsalm mit Freude und Überzeugung singen werden. Abschliessend wünschte er den zahlreich anwesenden Festbesuchern von Herzen in allen vier Landessprachen – unter Applaus – «einen schönen 1. August». Übrigens hatte es sich der Nationalrat während seiner Rede nicht nehmen lassen, den Kaisterinnen und Kaistern für ihre Aufmerksamkeit zu danken: «Es ist so ungewohnt ruhig. Die Leute hören zu. – Das bin ich mir von Bern nicht gewohnt!»
Musikalisch umrahmt wurde die Feier, welche offiziell um 15 Uhr endete, nebst der Musikgesellschaft auch von der Alphornguppe Kaisten. Für das leibliche Wohl des Gäste sorgte die Feldschützengesellschaft. Nach einer kurzen Pause ging es ab 17 Uhr weiter. Zwar hatten die Köhlerfreunde auf das geplante Höhenfeuer auf dem Fasnachtsberg verzichten müssen. Sie liessen es sich jedoch nicht nehmen, ihre Gäste im Mitteldorf bestens zu bewirten, so dass alle die Gemeinschaft an diesem 1. August weiterpflegen und -geniessen durften.
Bilder
Erstes Bild: Der Festredner: Nationalrat Christoph Riner. Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Die Musikgesellschaft Kaisten. Foto: Jörg Wägli
Die Bundesfeierrede von Nationalrat Christoph Riner im Wortlaut.