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Diplomatin Christine Schraner Burgener mit Gemeindepräsident Christian Kramer. Foto: Peter Schütz
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Diplomatin Christine Schraner Burgener sprach an der Bundesfeier in Mettauertal

Die Bundesfeier der Gemeinde Mettauertal am Samstag fand an einem besonderen Ort statt: auf dem Festgelände des Acherfäschts oberhalb von Wil. Als Festrednerin konnte Gemeindepräsident Christian Kramer die Diplomatin und Wiler Bürgerin Christine Schraner Burgener begrüssen.

PETER SCHÜTZ

Die gut besuchte Feier wurde vom OK des Acherfäschts mit Unterstützung des TSV Mettauertal organisiert. Den musikalischen Rahmen bildete die Musikgesellschaft Wil. Gemeindepräsident Christian Kramer sprach den Veranstaltern ein dickes Lob aus: «Ihr macht das sensationell», sagte er. Dass wegen der anhaltenden Trockenheit ein Feuer- und Feuerwerksverbot herrschte, vermochte die gute Stimmung nicht zu trüben. Christian Kramer schlug mit der im Bundesbrief von 1291 erwähnten «Arglist der Zeit» den Bogen in die von Kriegen geprägte Gegenwart. «Man könnte Konflikte gewaltlos lösen», bemerkte er, «man könnte sie ausdiskutieren, wie Diplomaten es tun». Damit machte er den Weg frei für Christine Schraner Burgener, eine der bekanntesten Schweizer Diplomatinnen. Sie hat eine lange Karriere im diplomatischen Dienst hinter sich, war Botschafterin in mehreren Ländern, unter anderem in Thailand, Deutschland und Südkorea. Ausserdem war sie UN-Sondergesandte für Myanmar, früher Burma. Seit anfangs 2025 ist Christine Schraner Burgener als Beraterin beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA tätig.

Die Festrednerin Christine Schraner Burgener. Foto: Peter SchützHeimatberechtigt ist Christine Schraner Burgener in Wil. Ihr Grossvater Franz Schraner aus Wil habe sie immer wieder an ihre Wurzeln erinnert, berichtete sie. Später habe sie ihre Eltern begleitet, wenn sie hierherkamen, um Äpfel und Wein zu kaufen. «Seine eigenen Wurzeln zu spüren und zu achten, empfinde ich als wichtig», sagte sie. Es sei wichtig zu wissen, woher man selbst und woher der oder die Andere (das Vis-à-vis) kommt. In ihren 35 Jahren Berufstätigkeit als Diplomatin wollte sie sich immer ins Gegenüber einfühlen, um die Hintergründe zu erfahren, die Schicksale der Menschen, mit denen sie zu tun hatte, zu erfahren. Denn, so Schraner Burgener: «Erst wenn man die Probleme des anderen kennt, kann man Mediation erfolgreich ausführen – ein wichtiges Instrument der Guten Dienste unserer Aussenpolitik.» Dabei sei es ihres Erachtens wichtig, auch selbst auf das eigene Wohlergehen zu achten. «Erst wenn es mir gut geht, habe ich genug Energie, anderen zu helfen», sagte sie. Und: «So sehe ich dies auch für die Schweiz: Wir müssen unsere Werte hochhalten, unsere direkte Demokratie pflegen, von unserem Stimm- und Wahlrecht Gebrauch machen, unseren sozialen Zusammenhalt schützen.» Dies stehe nicht im Widerspruch, offen zu sein, tolerant zu sein, Menschen in Not aufzunehmen, sie zu integrieren und ihnen eine Chance zu geben. Sie verwies auf die Erfolge von aufgenommenen Geflüchteten in der Schweiz, wie Dominic Lobalu aus dem Sudan, der 2024 in Rom für die Schweiz Europameister im 10'000-Meter-Lauf geworden ist. Menschen mit Migrationsgeschichte würden seit Jahrzehnten auch die Nationalmannschaften prägen «und bilden heute einen wichtigen Teil des Rückgrats unserer Fussball-Nationalmannschaft, wie wir es an der WM gerade erlebt haben». Christine Schraner Burgener hielt fest: «Auch jene Menschen, die weniger im Rampenlicht stehen und unseren Schutz benötigen, verdienen unsere Unterstützung bei ihrer Integration.»

Die Musikgesellschaft Wil spielte an der Bundesfeier der Gemeinde Mettauertal auf. Foto: Peter SchützZwei Tage nach der Bundesfeier steht sie die reise nach Afrika auf dem programm, nach Harare, um ihre Tätigkeit als Schweizer Botschafterin für Zimbabwe, Sambia und Malawi aufzunehmen. Auch dort möchte sie, wo nötig, «unsere guten Dienste anbieten und mich für die Interessen der Schweiz einsetzen». Die Welt bestehe nicht wegen einzelner grosser Persönlichkeiten, «sondern weil viele Menschen im unmittelbaren Umfeld ihren Beitrag leisten, Tag für Tag». Darauf könne die Schweiz bauen und stolz sein, so Christine Schraner Burgener.

Bilder
Erstes Bild: Diplomatin Christine Schraner Burgener mit Gemeindepräsident Christian Kramer. Foto: Peter Schütz
Zweites Bild: Die Festrednerin Christine Schraner Burgener. Foto: Peter Schütz
Drittes Bild: Die Musikgesellschaft Wil spielte an der Bundesfeier der Gemeinde Mettauertal auf. Foto: Peter Schütz

Die Rede von Christine Schraner Burgener im Wortlaut finden Interessierte hier.