(rs) Wie verändert sich unser Sehen, wenn das Auge älter wird, und was bedeutet das konkret für den Alltag? Dieser Frage widmete sich der Informationsanlass «Sehen im Alter» bei den Senioren für Senioren Möhlin, gestaltet von Dr. Jens Krüger, Facharzt für Augenheilkunde am Augenzentrum Möhlin, und Marco Wyss, Augenoptiker-Meister OSO bei Optik Meyer. Der Nachmittag bot eine seltene Kombination aus medizinischem Fachwissen und praktischen Alltags-Tipps, sehr verständlich erklärt und direkt in der Praxis anwendbar.
Zu Beginn führte Dr. Krüger in die physiologischen Veränderungen ein, die im Laufe des Lebens ganz natürlich auftreten. Er erläuterte, warum Kontraste schlechter wahrgenommen werden, weshalb die Blendempfindlichkeit zunimmt und wie sich die Fähigkeit zur Nahsicht verändert. Besonders eindrücklich schilderte er die beiden häufigsten altersbedingten Erkrankungen wie: Grauer Star, der zu einer zunehmenden Trübung der Linse führt, und Altersbedingte Makuladegeneration, die das zentrale Sehen beeinträchtigt. Dr. Krüger betonte, wie wichtig es sei, Warnsignale ernst zu nehmen – etwa plötzliche Sehverschlechterungen, verzerrtes Sehen oder dunkle Flecken im Blickfeld. Frühzeitige Diagnostik könne entscheidend sein.
Der Referent gab Einblicke in seine tägliche Arbeit und die Schwerpunkte des Augenzentrums, darunter Glaukom Diagnostik und Vorsorgeuntersuchungen. Er hob hervor – und man spürte – wie sehr ihn die Augenheilkunde fasziniert und wie wichtig es ihm ist, Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch zu begleiten, sondern ihnen auch Verständnis für die Vorgänge im Auge zu vermitteln. Seine Erfahrung aus der Geriatrie helfe ihm, Beschwerden im Gesamtkontext zu betrachten, erklärte er.
Einen ergänzenden Teil des Nachmittags mit vielen praktischen Tipps gestaltete Marco Wyss, Optiker, und er zeigte, wie man mit einfachen Mitteln die Lebensdauer einer Brille verlängern kann. Dazu gehörten Hinweise zu Pflege und Reinigung, schonender Aufbewahrung, Umgang mit Kratzern oder Beschlag und lockeren Bügeln. Viele der Tipps liessen sich sofort umsetzen – ein Mehrwert, der im Publikum spürbar geschätzt wurde.
Abgerundet wurde der Anlass durch konkrete Empfehlungen für den Alltag: bessere Beleuchtung, kontrastreiche Gestaltung von Wohnräumen, regelmässige Pausen bei Bildschirmarbeit und der gezielte Einsatz von Hilfsmitteln wie Lupen oder speziellen Leselampen. Auch das Thema Selbsthilfe und Prävention spielte eine zentrale Rolle – denn viele Beschwerden lassen sich durch frühzeitige Aufmerksamkeit und einfache Massnahmen abmildern.
Der gut besuchte Vortrag zeigte eindrücklich, wie wertvoll die Verbindung von medizinischem Wissen und optischer Praxis ist. Die Teilnehmenden erhielten nicht nur Antworten auf ihre Fragen, sondern auch Orientierung und Sicherheit im Umgang mit den eigenen Sehfähigkeiten. Wer sich für ein selbstbestimmtes Leben im Alter interessiert, fand hier Inspiration und viele sofort umsetzbare Tipps für ein «sehenswertes» Leben.
Ein weiterer Anlass, der von den Senioren für Senioren für die Öffentlichkeit organisiert wurde, hat sich gelohnt, nicht zuletzt durch den traditionellen Austausch untereinander und das gemütliche Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Bei diesen Temperaturen fehlte auch die nötige Wasserzufuhr nicht.