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Die Marktkommission (von links): Jonas Hürbin, Ramona Burkart, Irene Müller und Martin Schüttel. Foto: Lilia Staiger
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Kleiner Markt mit grosser Popularität – 40. Obermumpfer Dorfmarkt am 18. April

Seit April 2005 findet der beliebte Obermumpfer Dorfmarkt zweimal im Jahr statt – am 18. April bereits zum 40. Mal. fricktal.info hat mit der Marktkommission auf über 20 Jahre Dorfmarkt zurückgeblickt und erfahren, worauf sich Besuchende beim Jubiläumsmarkt freuen können.

LILIA STAIGER

Obermumpf. Am 21. April 2005 fand der erste Obermumpfer Dorfmarkt statt. Seither hat er sich als festes Dorfereignis etabliert, den das gesamte Dorf sowie Gäste aus der Umgebung gerne besuchen.

Volg war Initiator
Die ursprüngliche Idee für den Dorfmarkt kam vom Lebensmittelgeschäft Volg, das sich im Dorfkern von Obermumpf befindet. Auf die Anfrage hin schlossen sich vier Frauen aus dem Ort zusammen, um fortan die Organisation des Marktes zu übernehmen. Beim ersten Markt 2005 gab es zwölf Marktstände; heute sind es 25 bis 30 Anbieter. Bis 2021 stellte Volg jeweils Marktstände kostenlos zur Verfügung.

Fokus auf Regionalität
Das Augenmerk lag damals wie heute auf der Regionalität der angebotenen Produkte. «Wir haben kein Interesse an einer Vergrösserung des Marktes. Unser Markt hat Dorffestcharakter, und dafür sind die Menschen dankbar, daher soll er in dieser Form beibehalten werden», erklärt Martin Schüttel von der Marktkommission. Heute kommen zwar nicht mehr alle Anbieter aus dem Dorf, aber auf die Vereine, die von Beginn an mitwirkten, kann die Marktkommission heute noch zählen. Dazu gehören unter anderem die Männerriege, die an jedem Markt Pizza, und der Frauenturnverein, der eine Kaffeestube mit Kaffee und Kuchen sowie Desserts anbietet.
Zum Produktangebot des Dorfmarkts zählen unter anderem Holzofenbrot und Gebäck, Honig, Blumen, Strickwaren sowie andere kreative Handarbeiten. Beim Kinderflohmarkt, der seit dem zweiten Dorfmarkt dessen Herzstück ist, können Kinder selbst Spielsachen und gebastelte Gegenstände anbieten, und sie machen Spiele, wie beispielsweise Büchsenschiessen. «Die Kinder sind den ganzen Tag dabei und finden es sehr schön; sie genies­sen es», erläutert Martin Schüttel. Für die kleinen Besucherinnen und Besucher gibt es darüber hinaus eine Hüpfburg am Markt.
Zudem wird eine Kutschenfahrt angeboten, und man darf sich über einen Auftritt des Musikvereins freuen – das Unterhaltsprogramm bietet etwas für Gross und Klein.

Wetter spielt mit
Etwa 400 bis 500 Besucher kommen jeweils beim Dorfmarkt vorbei. «Man spricht alle im Dorf an, und das macht den Markt besonders», erklärt Ramona Burkart. Irene Müller fügt an: «Es ist auch schön, dass sich alle im Dorf sehen.» Der Erfolg des Marktes hängt natürlich auch stark vom Wetter ab: «Bislang hatten wir fast immer Glück», berichtet Irene Müller. Martin Schüttel ergänzt: «39 Mal fand der Markt statt, und es hat nur zweimal geregnet.»

Improvisation während Pandemie
Die Marktkommission ist froh, dass der Markt, seit er ins Leben gerufen wurde, so gut wie immer stattfinden konnte. «Während der Corona-Pandemie fiel der Markt dreimal aus», berichtet Martin Schüttel, «doch wir konnten zum Glück ein wenig improvisieren.» Irene Müller erinnert sich: «Die Männerriege lieferte damals ihre Pizza aus, statt sie wie sonst am Markt anzubieten, und der Bauernhof bot wie traditionell am Dorfmarkt neben dem Holzofenbrot besondere Backwaren an, die bestellt werden konnten.»

Dorfmarkt gehört in den Dorfkern
Vor zwölf Jahren, während des Umbaus des Gemeindehauses, wurde der Markt auf die andere Seite des Dorfs verlegt. Ramona Burkart war zu dem Zeitpunkt neu nach Obermumpf zugezogen: «Das war damals mein erster Markt; da gab es Überlegungen, den Dorfmarkt generell umzusiedeln, aber der Dorfmarkt gehört auf den Gemeindehausplatz, wo er sonst immer stattfindet, und das soll auch in Zukunft so bleiben», betont Irene Müller. «Wir sind aber auch auf den Goodwill der Anwohnerinnen und Anwohner angewiesen, die uns ihre Parkplätze zur Verfügung stellen – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle», fügt Martin Schüttel an.

Moderate Preise
Die Marktkommission organisiert den Markt auf Non-Profit-Basis. Für sie steht im Vordergrund, was sie für das Dorf herausholt: «Wir arbeiten alle ehren­amtlich – es ist uns eine Herzensangelegenheit. Unsere Standgebühren sind zudem sehr moderat», erläutert Irene Müller. «Unsere Auslagen finanzieren wir über die Standgebühren», ergänzt Jonas Hürbin. Die Zusammenarbeit in dem kleinen Team schätzen die vier Kommissionsmitglieder sehr: «Eine Sitzung pro Markt genügt, den restlichen Austausch führen wir über unseren Chat. Wir arbeiten unkompliziert und effizient zusammen; das macht uns Freude.»

Kinderschminken zum Jubiläum
Am 40. Obermumpfer Dorfmarkt, der am Samstag, 18. April, stattfindet, wird noch etwas Besonderes für Kinder angeboten: «Dieses Mal gibt es nicht nur eine grosse Hüpfburg, wir haben auch ein Kinderschminken organisiert – darauf sind wir schon ein wenig stolz», verrät Irene Müller.
Das kulinarische Angebot am Dorfmarkt sei das A und O, erläutert Jonas Hürbin: «Neben der Pizza von der Männerriege und den Kuchen und Desserts vom Frauenturnverein wird noch allerlei angeboten, beispielsweise ein Raclette- und Grillstand, Burger und Pommes frites, Kürbissuppe im Herbst sowie Waffeln, und beim Weinbrunnen darf der neueste Wein vom einheimischen Weinbau gekostet werden.»

Dorfbewohner schätzen den Markt
Die Obermumpferinnen und Obermumpfer freuen sich immer sehr auf den Dorfmarkt: «Er hat schon fast Klassentreffencharakter, weil man jeden kennt», merkt Jonas Hürbin an. «Die Gemeinde veranstaltet seit letztem Jahr beispielsweise den Neuzuzüger-Apéro am Dorfmarkt, was uns auch sehr freut», ergänzt Irene Müller. Die Besuchenden kommen aus dem gesamten Fricktal.
Für den 40. Dorfmarkt wünschen sich die Kommissionsmitglieder nicht sehr viel: «Schönes Wetter und eine gute Stimmung – mehr brauchen wir nicht», erklärt Irene Müller. «Die wundervolle Stimmung im Dorfkern macht es aus», ergänzt Jonas Hürbin.

Bild: Die Marktkommission (von links): Jonas Hürbin, Ramona Burkart, Irene Müller und Martin Schüttel. Foto: Lilia Staiger