(ba) Mitglieder des Naturschutzvereines Obermumpf hegten schon länger den Wunsch, den hübschen, munteren Seglern, den Mehlschwalben, ein geeignetes Hotel zur Verfügung zu stellen. Unter der engagierten Leitung von Hansjörg Benz und der Unterstützung durch Barbara Adler konnte dieses schöne und sinnvolle Vorhaben umgesetzt werden.
An einem Wohnhaus im Ausserdorf wurden die bestehenden Kunstnester sowie das renovationsbedürftige Kotbrett heruntergenommen. Die Kunstnester wurden gereinigt und zusammen mit weiteren Kunstnestern an ein ausgeklügeltes Schienensystem montiert, welches dann wieder beim Unterdach dieses Hauses angebracht wurde.
Durch dieses von Hansjörg Benz und Anton Lauber entwickelte Schienensystem sind die Nester einfach zu reinigen und wieder anzubringen. Ein langes Kotbrett unterhalb des Schwalbenhotels schützt die Hauswand und den Boden vor herunterfallendem Kot.
Das Schwalbenhotel-Team, sowie die Hausbesitzer freuen sich über die gelungene Aktion zur Förderung der Mehlschwalben.
Die Mehlschwalbe ernährt sich von kleineren, fliegenden Insekten, wie Mücken, Fliegen und Blattläusen. Über die Wintermonate, wenn es kalt wird und die Insekten fehlen, zieht dieser muntere Segler in den Süden der Sahara.
Zwei bis drei Bruten pro Jahr
Im April kehrt der Zugvogel zu seinem Brutplatz zurück. Meistens wird zur Brut sogar dasselbe Nest wieder benutzt. Die Mehlschwalbe zieht pro Jahr zwei bis drei Bruten hoch; die Brutzeit dauert etwa von Ende April bis Mitte September.
Baut die Mehlschwalbe ihr Nest selber, braucht es in der Umgebung offene, nasse Bodenstellen, wo die Vögel die lehmige Erde für den Nestbau entnehmen können. Mit diesem Lehm und Speichel formt die Schwalbe zwischen 2500 bis 3000 kleine Lehmkügelchen, welche sie zu einem kunstvollen Nest zusammensetzt.
Durch die Zunahme von asphaltierten Strassen, und das einhergehende Fehlen von Pfützen und offenen Bodenstellen fehlt den Mehlschwalben das geeignete Nistmaterial.
Durch das Anbringen von Kunstnestern kann den Mehlschwalben eine geeignete Alternative angeboten werden.
Naturgärten sind gefragt
Mit vielfältigen Naturgärten, Asthaufen, und artenreichen Buntbrachen wird der Insektenreichtum gefördert, was der Mehlschwalbe, weiteren Vögeln und Tieren, welche die Insekten auf ihrem Speiselan haben, zum Überleben dient.
Der Naturschutzverein dankt der Schreinerei Anton Lauber für die tatkräftige Unterstützung. Ein grosser Dank geht auch an die Familien Keller und Weber, an deren Haus nun das Schwalbenhotel auf die quirligen, munteren Gäste wartet.