(fi) Am 10. April berichtete fricktal.info über Nick Sigrist aus Oeschgen und den Bau eines neuen freistehenden Schwalbenhotels bei seinem Eigenheim. Das «neue» Hotel sollte den gefiederten Freunden eine Alternative zu den bestehenden Schwalbennestern an der Hausfassade bieten. Nun hat sich Nick Sigrist mit einer erfreulichen Nachricht gemeldet: Die ersten Mehlschwalben sind eingezogen. Nachfolgend sein Erfolgsbericht:
«Die ersten Mehlschwalben sichtete ich am 8. April. Kurz darauf bezogen zwei Pärchen die am Haus bestehenden Nester. Wenig später kam noch einmal der Winter mit Schneefall bis in unsere Lagen zurück. Die Mehlschwalben überdauerten dies ohne Probleme. Jedoch dauerte es rund zwei bis drei Wochen, bis weitere Exemplare vom Winterurlaub zurückkehrten.
Im Vergleich zum letzten Jahr kehrten insgesamt viel weniger Schwalben zurück. Ob einige vom Wintereinbruch überrascht wurden und den Überflug über die Alpen nicht schafften oder ob es andere Gründe gab, weiss ich nicht.
Ende April montierte ich am Schwalbenhotel-Masten einen Akku-Lautsprecher, der täglich den Lockruf der Mehlschwalben abspielte. Es war klar erkennbar, dass die Mehlschwalben dadurch sehr interessiert um das Schwalbenhotel flogen. Da dieses jedoch nicht so hoch ist wie die direkt daneben am Haus montierten Nester, überflogen sie es meist. Aber ich konnte auch erste Anflüge an die Nester erkennen.
Am 20. Mai stellte ich dann fest, dass sicher zwei Pärchen das Schwalbenhotel regelmässig anflogen und weitere einzelne Schwalben auch die Nester besuchte. Ich liess weiterhin den Lockruf ertönen in der Hoffnung, dass noch mehr Exemplare kommen werden. Ich schaute wohl noch nie so viel aus dem Fenster, wie in diesen Tagen. Und es ist interessanter als jeder Film...
Es scheint verschiedene Erfolgsfaktoren für die Ansiedlung zu geben. Zum einen wird der Anflug ins Nest vom Süden her klar bevorzugt. Dann ist er auch gleich wie bei den am Haus angebrachten Nestern. Weiter ist die Anflugschneise frei von Bäumen, und aufgrund des Geländegefälles ist der Anflug insgesamt frei, selbst die recht hohen Fahnenstangen mit Fahne beim Nachbarn stören die Schwalben nicht. Zudem ist das neue Schwalbenhotel nur rund 8 Meter vom Hausstandort entfernt, und da die Mehlschwalbe gerne in Gruppen lebt, hilft es, in naher Umgebung weitere Nester zu haben. Dann hilft ohen Zweifel auch ein Lockruf. Andernfalls wäre das neue Hotel in diesem Jahr wohl nicht bewohnt worden, da es mehr Nester als zurückkehrende Schwalben gab.
Hinzu kommt, dass wir noch die alten Holz-Telefonmasten mit den Drähten auf unserem Grundstück haben. Die Mehlschwalben lieben es, darauf zu sitzen und lautstark zu zwitschern. So hoffe ich, dass die Telefonleitungen noch eine Weile erhaltne bleiben – trotz technischem Fortschritt. – Insgesamt darf ich feststellen, dass es nicht nur Freude macht, einen kleinen Beitrag an den Natur und den Vogelschutz zu leisten, sondern dass es auch schön ist, nach doch intensiven Abklärungen sowie viel Überzeugungsarbeit festzustellen, dass der Standort richtig ist und auch den Erfolg zu sehen. Es macht richtig stolz, so etwas auf die Beine gestellt zu haben und beflügelt zu weiteren Ideen, den Natur- und Vogelschutz im eigenen Garten aktiv zu unterstützen.
Ich hoffe, dass weitere Personen solche Mehlschwalbenhotels bauen und werde auch gerne auch Tipps weitergeben.»