Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
4.3 °C Luftfeuchtigkeit: 50%

Freitag
4.8 °C | 20.5 °C

Samstag
5.7 °C | 21.7 °C

Rheinfelden: Jugendcoachin Sarah Zanoni nimmt jedes Kind ernst.

Rheinfelden: Jugendcoachin Sarah Zanoni nimmt jedes Kind ernst.

Ab dieser Ausgabe von fricktal.info wird Sarah Zanoni den Leserinnen und Lesern in regelmässigen Abständen im «Ratgeber Familie» wertvolle Tipps für den Familienalltag geben. Die Pädagogische Psychologin und Heilpädagogin unterstützt in dieser Funktion auch Kinder in der Oberstufe in Möhlin und hat eine Praxis in Rheinfelden.

ANDREA WORTHMANN

Im Praxisraum von Sarah Zanoni findet sich viel Spielzeug, es hängen gemalte Bilder an der Wand, ein Bett für Fantasiereisen oder Entspannungsübungen steht an einer Wand und mittendrin ein Tisch für Gespräche und Spiele. Es wirkt gemütlich und einladend. Blickt man aus dem Fenster, schaut man direkt auf den Rhein, denn das rote Haus, in dem sie Eltern und Kinder in ihrer Praxis empfängt, liegt gegenüber der Schifflände in Rheinfelden.
Verstehen – Fördern – Fordern
Vor 19 Jahren hat Sarah Zanoni mit Jugendcoaching angefangen. Zunächst arbeitete sie im Bereich Erziehungsberatung, hielt Vorträge und ging zu dem Familien heim. Immer wieder hätten Eltern verschiedenste Fragen an sie herangetragen, erzählt sie, und sie habe gemerkt, dass jede Familie, jedes Kind anders tickt. Um eine Struktur in ihr Schaffen zu bringen, ging sie nach einem Muster vor, welches sich in all den Jahren immer wieder gut bewährt hat: «Verstehen – Fördern – Fordern». Ihre erste Frage war deshalb immer das «Warum». Was sind mögliche Gründe und Ursachen für ein bestimmtes Verhalten eines Kindes. «Wenn ich das verstehe, kann ich daraus ableiten, was das Kind fördern würde», erklärt Zanoni. «Welche Massnahmen oder Handlungen braucht das Kind? Was hilft ihm?» Und dann schliesslich: «Was darf ich von dem Kind fordern, was kann es selbst beitragen? Können auch andere Familienmitglieder helfen?»
Auch Eltern kommen
Daraus entwickelte sich dann das Jugendcoaching. Es ist geeignet vom Kindergartenkind bis zu einem Alter von etwa 25 Jahren, aber auch Eltern hilft sie so im Umgang mit ihren Kindern. Zanoni wollte damals gezielter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und da die Erziehungsberatung mit den Familienbesuchen recht aufwendig war – zu dem Zeitpunkt hatte sie selber zwei kleine Kinder – entschied sie sich fürs Jugendcoaching mit eigener Praxis.
Spielerisch am Thema arbeiten
Für Zanoni sind dabei ein paar Dinge sehr wichtig. «Das Kind muss das Coaching auch wollen, und es muss selbst entscheiden dürfen, ob es das Richtige ist.» Sollte das Kind in Begleitung eines Elternteils sein, sei es wichtig, dass das Problem nicht vor Ort in der Praxis von den Eltern erörtert wird. Dies geschieht vorab in einem Telefonat, wofür sich die Jugendcoachin viel Zeit nimmt, um das Thema zu verstehen. In der Regel ist das Kind – je nach Alter – allein in der Praxis und nach fünf bis zehn Sitzungen erfolgt ein Elterngespräch. «Die Hauptsache ist, dem Kind ist wohl», betont Zanoni immer wieder und aus der jahrelangen Erfahrung weiss sie: «Nur wenn sich ein Kind rundum wohl fühlt, kann es an seinen Themen arbeiten».
Im Gespräch mit dem Kind kommen schnell spielerische Elemente zum Einsatz. Das kann Basteln sein, Malen oder die sogenannte «Sandbildtherapie nach Dora Kalff». Mit Figuren, Steinen oder Tieren können Szenen frei auf eine Sandfläche aufgestellt oder gebaut werden, bis ein Bild entsteht. Hierbei kommen oft unbewusste Themen zu Tage, die die geschulte Pädagogin dann zu deuten weiss.
Selbstvertrauen und Stress sind häufige Themen
Zanoni stellt sich auf jedes Kind, auf jeden jungen Menschen nach den individuellen Bedürfnissen ein: «Ich nehme jedes Kind ernst, selbst die jüngsten Persönlichkeiten». Die Kinder und Jugendlichen spüren das und wüssten ganz genau, was sie brauchen und was nicht. Auch den skeptischen Kindern lässt sie die Zeit zu entscheiden, ob der Weg des Coachings der richtige ist. «In den meisten Fällen lassen sich die jungen Menschen darauf ein», sagt sie. Viele Themen, die Sarah Zanoni mit den Kindern bearbeitet, haben mit Selbstvertrauen zu tun. Oft kämen die Kinder mit anderen Kindern nicht gut klar. Mobbing sei ein immer stärker werdendes Thema, aber auch Stress in der Schule und im Alltag. Jugendliche leiden oft unter Ängsten oder Panikattacken. In manchen Fällen rät die Pädagogin dann, einen psychologischer Spezialisten aufzusuchen. Dabei betont sie, dass Coaching eher ein Begleiten als eine Therapie sei, auch wenn die Übergänge fliessend sind. «Ein Coach steht hinter dir und unterstützt dich darin, deine Ziele zu erreichen», erklärt Zanoni. Sie hat vor allem viel Erfahrung mit hochsensiblen und hochintelligenten Kindern.
Therapiehund Nala
Von Anfang an hat Sarah Zanoni regelmässig ihre Hündin Nala mit in die Praxis gebracht. Mit ihrer freundlichen Art kann sie Türöffner oder Brücke sein. Die Pudeldame ist aufgeschlossen, lässt sich gerne streicheln oder übt Kunststückchen. Kinder fassen dadurch Bild 3schnell Vertrauen. Dabei bringt sie Kindern ganz nebenbei auch den Umgang mit Hunden bei. «Ein Tier wirkt stressreduzierend», weiss die Jugendcoachin. Allerdings kommt Nala nur in kleinen Sequenzen zum Einsatz, da sie auch Ruhepausen braucht.
Ratgeber soll praktische Alltagstipps liefern
Der Leserschaft des Ratgebers möchte Sarah Zanoni etwas mitgeben, was die Familien direkt praktisch umsetzen können und was einen Mehrwert für den Familienalltag geben soll. «Eine allgemeine Hilfestellung für den ganz normalen Familienwahnsinn», sagt sie und lacht. Der erste Ratgeber ist in dieser Ausgabe auf Seite 5 zu finden. Weitere Infos: www.jugendcoaching.ch

Bild 1:
Bild 2:
Bild 3: