(sp) Seit Beginn dieses Jahres präsidiert mit Claudia Rohrer zum ersten Mal in der Geschichte Rheinfeldens eine Frau den Stadtrat. Dass es sich gleichzeitig um das erste Mitglied der SP in diesem Amt handelt, macht den Wandel noch radikaler, noch gewöhnungsbedürftiger.
Mit Blick auf solche Situationen schrieb ein deutscher Autor einmal «Bei einer Zeitenwende kriegen nicht alle die Kurve» – die SP Rheinfelden tut es mit grosser Freude. Am 2. Januar lud sie zu einer spontanen Feier vor dem Roten Haus ein, um mit der Stadtpräsidentin auf den Beginn einer neuen Epoche anzustossen. Trotz grosser Kälte folgten zahlreiche Mitglieder und eingeladene Gäste dem Ruf.
Zuerst hatten alle Anwesenden die Gelegenheit, Claudia Rohrer persönlich alles Gute für ihr Präsidium zu wünschen und ein paar Gedanken mit ihr auszutauschen. Und so war es schon fast dunkle Nacht vor dem Roten Haus, als zwei ehemalige Mitglieder des Stadtrats das Wort ergriffen. Beide betonten die grosse Zuversicht, mit welcher sie dem Wirken der neuen Stadtpräsidentin entgegenschauen. Sie sind gespannt, welche Schwerpunkte sie für die Zukunft setzt, damit unsere Stadt noch liebenswerter und lebenswerter wird.
Die ehemalige Frau Vizeammann Brigitte Rüedin betonte, wie wichtig es sei, dass möglichst viele Menschen Claudia Rohrer den Rücken stärkten für ihre Arbeit und sie mit Rat und Tat unterstützten – seien das Parteimitglieder oder Frauen und Männer, die als Schlüsselpersonen die Stadt mitprägten. Das Rote Haus sei bewusst für diesen Apéro ausgewählt worden, weil es mehreren sozialen Institutionen Räume biete und sich zum Ort der Begegnung für grosse Kreise der Bevölkerung entwickelt habe. Als Geschenk und Erinnerung überreichte sie der Stadtpräsidentin vielfarbige Bändel mit einem Knoten, welche für das Zusammenleben von Menschen aller Art und Farbe und ebenso fürs Lösen ihrer Probleme stehen – im Roten Haus, wie natürlich auch im Rathaus.
Alt-Vizeammann Peter Scholer, der in seiner Politzeit vier Stadtammänner miterlebte, verlieh der riesigen Freude Ausdruck, dass er nun eine Stadtpräsidentin begrüssen dürfe. Er machte ihr Mut, die wichtigen Probleme konsequent anzupacken und tragende Lösungen zu erarbeiten. Und auch er hatte Präsente mitgebracht. Das waren zum einen ein grosser Lastwagen aus Holz, den ihm seine Mitarbeiter im Bauamt vor 20 Jahren als Abschiedsgeschenk übergeben hatten. Zieren wird er aber von jetzt an das Büro der Stadtpräsidentin, die ja dem Bauamt treu bleibt. Zum anderen eine Sonnenuhr, die sie daran erinnern soll, die sonnigen Zeiten zu geniessen.
Claudia Rohrer zeigte sich tief gerührt von der Vielzahl der Menschen, die trotz des unangenehmen Wetters den Weg gefunden hatten zum Apéro, der im Freien stattfand und ohne ihr Wissen organisiert worden war. Sie sei dankbar für die vielen wertvollen Begegnungen im Jahr 2025 und die grossartige Unterstützung. Diese seien die Grundlage ihrer Zuversicht, dass sie gemeinsam mit vielen Menschen die Zukunft von Rheinfelden positiv gestalten könne. Und dann verabschiedete sie sich schon zu einer ihrer ersten Amtshandlungen als Stadtpräsidentin, dem Besuch des Neujahrsempfangs der Nachbargemeinde Möhlin. In hoffnungsvoller Stimmung harrten die übrigen Gäste noch etwas aus, bevor auch sie sich auf den Weg ins warme Heim begaben.