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Der Bahnhofsaal ist das Prunkstück des Gesamtareals, um das sich alles anordnen wird. Foto: zVg

Vision nimmt Gestalt an – Die Stadt Rheinfelden informiert die Bevölkerung über die Planungen rund um den Bahnhof

«Mit der neuen Mitte bekommt Rheinfelden eine zukunftsfähige Verkehrsdrehscheibe und ein modernes Bahnhofsquartier, passend zu unserer weltoffenen und lebendigen Stadt.» So verspricht es Stadtammann Franco Mazzi für die Entwicklung des Gebiets rund um den Bahnhof Rheinfelden in den kommenden zehn bis 15 Jahren. Am Montag war die Bevölkerung in den Musiksaal der Kurbrunnenanlage geladen, um sich einen Eindruck von den Plänen für die Neugestaltung zu machen. Und der Andrang war grösser, als von Seiten der Stadt erwartet. Immer mehr Stühle mussten aufgestellt werden, um allen einen Platz bieten zu können.
JÖRN KERCKHOFF

«3,6 Millionen Menschen bewegen sich pro Jahr auf dem Bahnhofsgelände, zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Auto», nannte Stadtbaumeister Lorenz Zumstein während der Informationsveranstaltung eine beeindruckende Zahl. Dabei stellte Zumstein fest: «Der Zustand des Areals ist nicht der beste, die Liegenschaften sind in einem schlechten Zustand und die Aufenthaltsqualität für die Reisenden ist gering. Der Bushof ist nicht behindertengerecht und entspricht längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen.» Der Stadtbaumeister stellte dem Bahnhof kein gutes Zeugnis aus. Der Bahnhofsaal, der im Jahr 1934 errichtet wurde, sei ebenfalls sanierungsbedürftig und der Roniger Park, der an das Bahnhofsgelände angrenzt, sei zwar schön, bislang aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Für die Zukunft – mit dem Abschluss des Gesamtprojekts ist nicht vor 2032 zu rechnen – soll dies aber alles anders werden.

Sanierung des BahnhofsaalsMonique Rijks (links) moderierte das Bühnengespräch, an dem die Vertreter aller Projekt-Beteiligten teilnahmen. Foto: Jörn Kerckhoff
Auf Seiten der Planer habe man die Vision eines neuen Ankunftsortes für Rheinfelden, so Zumstein. Ein lebendiger Ort mit unterschiedlichen Funktionen soll rund um den Bahnhof entstehen. Eines der grossen Projekte ist dabei die Sanierung des historischen Bahnhofsaals, der als Kulturraum mit einer tragenden Rolle in der Neuen Mitte erhalten bleiben soll. Auch das ebenfalls historische Bahnhofsgebäude soll saniert werden, der Bahnhof soll zur Verkehrsdrehscheibe samt Bushof werden, diverse Gebäude mit Wohnungen und Räumen für Dienstleistungen sind geplant. 90 Prozent der Gebäude sollen Wohnungen werden – «und zwar ausschliesslich Miet- und keine Eigentumswohnungen», berichtete Annette Reutzel von der Realstone Group – die restlichen zehn Prozent Gewerbeflächen für kleine Geschäfte und andere Dienstleister.
Drei Gestaltungspläne sollen entstehen, für den Bahnhofsaal, das Bahnhofareal und für den Roniger-Park. «Warum drei?», fragte Monique Rijks, die mit ihrer Agentur sr2.gmbh städtebauliche Prozesse begleitet und den Abend moderierte. «Es sind drei getrennte Areale mit verschiedenen Besitzern, die aber natürlich im Zusammenhang stehen und ein Gesamtprojekt darstellen», erklärte Lorenz Zumstein. Eine weitere Frage von Monique Riks lautete: «Und warum braucht es überhaupt einen Gestaltungsplan?» Lorenz Zumsteg dazu: «Ein Gestaltungsplan legt für bestimmte Gebiete die Nutzweise und Zweckbestimmung fest. Dieser Plan ist verbindlich und kann nicht einfach komplett über den Haufen geworfen werden. Kleinere Anpassungen während der Umsetzung sind möglich, mehr aber auch nicht. Das ist wie ein kleines Baugesetz für das Areal.»
Der Gestaltungsplan für den Bahnhofsaal liegt seit Montag auf, Bürger können ihre Eingaben machen. «Wir freuen uns sehr, dass heute so viele Leute zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Wir haben Fachleute, die die Projekte planen, aber wir brauchen Eingaben von der Bevölkerung, die in diese Planungen einfliessen», machte Stadträtin Claudia Rohrer deutlich.

«Leute schätzen Möglichkeit der Mitwirkung»
Eine Feststellung, die auch Gemeindeschreiber Roger Erdin an diesem Abend machte. «Es gab noch sehr viele Gespräche im Anschluss an die Veranstaltung. Ich habe den Eindruck, dass es die Leute schätzen, dass sie Informationen bekommen und ihre Anliegen einbringen können.» Der Gestaltungsplan für den Bahnhofsaal liegt noch bis zum 8. Februar auf, Ideen können eingebracht werden. Diese werden dann bei der endgültigen Fassung des Gestaltungsplans berücksichtigt, der dann wiederum aufgelegt wird. Gegen diesen kann dann auch Einspruch erhoben werden. Sollte dies nicht der Fall sein, wird das Thema im Dezember die Gemeindeversammlung beschäftigen. Dort wird der Stimmbevölkerung eine Teiländerung der Nutzungsplanung sowie ein Kredit für den Erwerb und ein Planungskredit für die Sanierung des Bahnhofsaals zur Abstimmung vorgelegt. Die Gestaltungspläne für den Bahnhof und den Roniger-Park folgen später.

Bilder: Der Bahnhofsaal ist das Prunkstück des Gesamtareals, um das sich alles anordnen wird. Foto: zVg
Monique Rijks (links) moderierte das Bühnengespräch, an dem die Vertreter aller Projekt-Beteiligten teilnahmen. Foto: Jörn Kerckhoff