(hrk) Die Hochrheinkommission hat gemeinsam mit dem Kanton Aargau, dem Naturama Aargau, der Stadt Bad Säckingen, der Gemeinde Stein sowie weiteren Partnern die grenzüberschreitende Veranstaltung «Cool Down II» umgesetzt und den Austausch aus «Cool Down I» in die Region getragen.
Zum Auftakt betonten Bürgermeister Alexander Guhl (Bad Säckingen) und Gemeinderätin Sabine Datz (Stein) die Bedeutung der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg: «Der Klimawandel macht an Grenzen nicht halt – umso wichtiger ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.» Wie konkret Klimaanpassung wird, zeigte der grenzüberschreitende Klimaspaziergang bei rund 37 Grad. Das Naturama Aargau machte die Auswirkungen von Hitze unmittelbar erfahrbar: Während eine Wiese im Schatten deutlich kühler blieb, erreichte Asphalt am Nachmittag bis zu 66 Grad. Die Eindrücke verdeutlichten den akuten Handlungsbedarf.
In den Fachbeiträgen wurde die Bandbreite möglicher Ansätze sichtbar: Stefan Meier (Kanton Aargau) unterstrich die Relevanz grenzüberschreitender Klimaanalysen und betonte: «Wenn wir jetzt noch die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse unserer grenzüberschreitenden Klimaszenarien ignorieren und nicht rasch ins Handeln kommen, wird das Leben in unseren Städten und Gemeinden zukünftig immer unerträglicher werden. Darum mein Motto: Einfach jetzt machen!! und eine hitzeangepasste Siedlungsentwicklung mit voller Kraft vorantreiben, dabei aber auch den Klimaschutz nicht vergessen und eine ‹Netto Null›-Bilanz anstreben.»
Ralf Däubler (Stadt Bad Säckingen) ergänzte mit Blick auf die kommunale Umsetzung: «Der Klimaspaziergang hat uns allen die Dringlichkeit von Klimaschutz und Klimawandelanpassung ‹hautnah› erleben lassen. Jetzt gilt es, konkrete Massnahmen in die grüne und blaue Infrastruktur in unseren Kommunen umzusetzen. Lasst uns durch Entsiegeln, Bäume pflanzen und Einbindung von Wasser unsere Gemeinden noch lebenswerter gestalten.»
Ein roter Faden der Veranstaltung war die Rolle von Netzwerken: Ralf Dümpelmann, Präsident des Reallabors Sisslerfeld, stellte die Plattform als Ort der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vor. Inga Nietz, Geschäftsführerin der Energieagentur Südwest GmbH, betonte die Bedeutung praxisnaher Unterstützung: «Wir begleiten Kommunen und Bürgerinnen und Bürger dabei, Klimaschutz und Klimaanpassung konkret umzusetzen – durch Beratung, Vernetzung und Unterstützung bei Projekten.»
Praxisnahe Einblicke gab es auch bei ERNE Holzbau in Stein, wo innovative, nachhaltige Bauweisen vorgestellt wurden. Sie zeigen, wie klimaresiliente Entwicklung konkret umgesetzt werden kann.
Wie eng Klimaanpassung mit gesundheitlichen Fragen verbunden ist, machte Dr. med. Daniel Schlittenhardt, Ärztlicher Direktor des Rehaklinikums Bad Säckingen, deutlich. Steigende Temperaturen stellen insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen eine wachsende Belastung dar und erfordern gemeinsames Handeln.
Im Podium wurde deutlich: Es fehlt weniger an Ideen als an Umsetzung. Prägnant formulierte Alma Johansson (Kt. Aargau): «Die grösste Fehleinschätzung ist, dass Klimaanpassung nicht bezahlbar ist. Brandschutz hat man auch auf allen Ebenen umgesetzt – trotz massiver Kostenfolgen. In den nächsten zehn Jahren müssen wir vor allem Bäume pflanzen und Parkplätze entsiegeln.»
Die Hochrheinkommission versteht «Cool Down II» daher als Ausgangspunkt für konkrete Projekte – unterstützt durch den geplanten HRK-Kleinprojektefonds ab 2027. «Aus Begegnungen müssen Projekte entstehen», so Jasmin Rauhaus Höpfer. Die Präsenz des Interreg Programms Alpenrhein Bodensee Hochrhein unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung im Kontext europäischer Zusammenarbeit und Förderstrukturen.
Mit der geplanten Folgeveranstaltung «Cool Down III» im Frühjahr sollen die entstandenen Ideen weitergeführt und in konkrete Initiativen überführt werden – gemeinsam, vernetzt und über Grenzen hinweg.
Die Hochrheinkommission
Die Hochrheinkommission (HRK) ist eine partnerschaftliche Einrichtung zur Pflege der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Hochrhein. Partner der HRK sind die Kantone Aargau und Schaffhausen, das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Lörrach und Waldshut, der Regionalverband Hochrhein-Bodensee und die Planungsverbände Fricktal Regio und Zurzibiet. www.hochrhein.org
Infos zum Begegnungsfonds
Ob in den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt oder Bildung: Die Themen für grenzüberschreitende Begegnungsprojekte sind schier endlos. Durch ihren Begegnungsfonds fördert die HRK deutsch-schweizerische Begegnungsprojekte zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Schulen oder kulturellen Einrichtungen mit bis zu 2.500 Euro. Weitere Informationen unter: https://hochrhein.org/projektfoerderung/begegnungsfonds/