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Keine Wohnsitz- und Residenzpflicht mehr für den Pfarrer: Ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung der Reformierten Kirche Mittleres Fricktal in Stein

(mh) Die Reformierte Kirche Mittleres Fricktal traf sich am 3. September zu einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung in Stein. Die beiden Haupttraktanden waren die Befreiung der Wohnsitz- und Residenzpflicht für den am 21. Juni gewählten Pfarrer Mike Koch und die Anpassung des Stellenplans.

Der Kurator Marcel Hauser führte in das Traktandum «Befreiung der Wohnsitz- und Residenzpflicht» ein: Für gewählte Pfarrerinnen und Pfarrer gilt ab einem Pensum von 50% die Wohnsitz- und Residenzpflicht. Das bedeutet, dass sie verpflichtet sind, auf dem Gebiet der anstellenden Kirchgemeinde Wohnsitz zu nehmen und, wenn ein Pfarrhaus vorhanden ist, im Pfarrhaus zu wohnen. Die Kirchgemeinde kann jedoch, durch einen Beschluss der Kirchgemeindeversammlung, von der Wohnsitz- und Residenzpflicht entbinden. Pfarrer Mike Koch bleibt, wie bei seiner Wahl am 21. Juni mitgeteilt, an seinem Wohnort in Basel. Pfarrer Mike Koch wurde diskussionslos, einstimmig von der Wohnsitz- und Residenzpflicht befreit.

Stellenplan angepasst
Das zweite Haupttraktandum betraf den Stellenplan. Bisher sah der Stellenplan 160% für das Pfarramt vor. Neu soll 100% für das Pfarramt und 50% für Sozialdiakonie vorgesehen werden. Folgende Argumente sprechen für diese Anpassung: Der erarbeitete Finanzplan macht deutlich, dass in den nächsten Jahren nur noch maximal 140% Pfarramt finanzierbar sind. Eine Umfrage in der Kirchgemeinde machte deutlich, dass das Alterssegment der ca. 15- bis 45-Jährigen vermehrt mit neuen Formen angesprochen werden soll. Dieser Meinung sind auch die Mitglieder der «Arbeitsgruppe Zukunft Kirche Mittleres Fricktal». Die Arbeitsgruppe hat sich intensiver mit der Stelleplanung befasst. Eine Mehrheit der Mitglieder hat sich dafür ausgesprochen, dass die Kirchgemeinde für diese Aufgaben nicht eine weitere Pfarrperson braucht, sondern eine Sozialdiakonin oder einen Sozialdiakon. Die Vorteile wären, dass eine Sozialdiakonin oder ein Sozialdiakon für die offene Arbeit im Bereich Soziokulturelle Animation für der Zielgruppe der 15- bis 45-Jährigen gut ausgebildet ist, dass mit ähnlichem finanziellem Aufwand nicht nur eine 40%-, sondern eine 50%-Stelle vorgesehen werden könnte, und dass zudem zur Entlastung des Pfarramts Predigtdienste übernommen werden könnten. Nach verschiedenen Wortmeldungen wurde der Anpassung des Stellenplans, neu 100% Pfarramt und 50% Sozialdiakonie, auf den 1. April 2024 einstimmig gutgeheissen.
Aufgrund dieses Entscheides der Kirchgemeindeversammlung wird eine Kommission die 50%-Stelle Sozialdiakonie ausschreiben und das Auswahlverfahren verantworten. Die Wahl erfolgt in einer Kirchgemeindeversammlung.

Suche nach Kirchenpflegern
Unter dem Traktandum «Informationen aus der Kirchenpflege» orientierte Marcel Hauser über den Stand der Bildung einer neuen Kirchenpflege. In der Arbeitsgruppe Zukunft Kirche Mittleres Fricktal wurde dargelegt, wie das Amt vereinfacht, auf die persönlichen Begabungen, Neigungen und zeitlichen Ressourcen angepasst und somit mit relativ geringem Aufwand ausgeübt werden könnte. Zudem wurde über die Aufgaben und die Einführung in das Amt informiert. Wenige Mitglieder der Arbeitsgruppe interessieren sich für das Amt. Nachdem sich vier bis sechs Personen gefunden haben, die sich unter gewissen Umständen für das Amt interessieren, wird ein unverbindliches Treffen mit dem Kurator stattfinden. Der Kurator bittet die Gemeinde um Unterstützung bei der Suche nach neuen Mitgliedern, damit das Kuratorium möglichst bald beendet werden kann.