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Die Pfarrerin mit den Konfirmierten, von links: Ramon Sacher, Ilana Hochstrasser, Lucie und Sina Fleig, Elim Isch, Mara Hasler, Jara von Arx.
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Ein Tag des Übergangs ins Erwachsenwerden

(im) In der römisch-katholischen Kirche Zeiningen wurde am Sonntag, 26. April, die Konfirmation der Jugendlichen der Reformierten Kirchgemeinde Wegenstettertal gefeiert.

Der Gottesdienst, der die Jugendlichen in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufnimmt, war ein feierlicher Höhepunkt ihrer religiösen Erziehung. Pfarrerin Maria Doka nutzte die Gelegenheit, nicht nur den Übergang in ein neues Lebenskapitel zu würdigen, sondern auch über die Bedeutung von Familie und Verantwortung in einer sich wandelnden Gesellschaft nachzudenken.

Ein Tag des Übergangs

Mit dem feierlichen Akt der Konfirmation sind die Jugendlichen nicht nur erwachsene Mitglieder der Kirchgemeinde geworden, sondern dürfen fortan auch aktiv am kirchlichen Leben teilnehmen. «Heute ist ein grosser Tag», so die Pfarrerin in ihrer Ansprache. «Die Jugendlichen dürfen Gotte oder Götti werden, an Kirchgemeindeversammlungen teilnehmen und sogar mit abstimmen. Sie haben die Möglichkeit, das Leben unserer Gemeinde mitzugestalten», erklärte sie den versammelten Gemeindemitgliedern.

Trotz der Freude über diesen bedeutenden Schritt erinnerte die Pfarrerin an die Realität, dass es heutzutage viele Jugendliche gibt, die sich nach der Konfirmation nicht weiter im Gemeindeleben engagieren. «Es ist kein Vorwurf, es ist ein Teil unserer Zeit», sagte sie. Für sie sei es jedoch wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass der Glaube und die Zugehörigkeit zur Kirche weit über das formelle Ritual hinausgehen. «Gott hat nicht nur die Kirche erschaffen, sondern die ganze Welt und alle Menschen», betonte sie und rief zu einer breiten Perspektive des Glaubens auf.

Ein Thema, das verbindet: Familie

Jedes Jahr dürfen die Konfirmanden selbst das Thema ihres Gottesdienstes wählen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Thema «Familie» – ein Thema, das zugleich berührt und herausfordert. «Es ist ein sehr schönes, aber auch schwieriges Thema», kommentierte die Pfarrerin die Wahl. Sie hatte den Konfirmanden zwei Aufgaben gestellt: Sie sollten sowohl auf ihre Kindheit zurückblicken und ihre prägenden Erlebnisse beschreiben als auch ihre Vorstellungen von einer zukünftigen Familie skizzieren. Als Zeichen der Dankbarkeit verteilten die Konfirmanden je zwei Rosen an ihre Angehörigen.

«Die Zukunft meiner Familie soll von Liebe geprägt sein»

«Für meine zukünftige Familie ist mir Kommunikation und Ehrlichkeit sehr wichtig», betonte eine Konfirmandin. «Ich hoffe, dass ich ein schönes Haus mit einem grossen Garten haben werde und dass ich zwei oder drei Kinder habe», erklärte sie. Die 16-Jährige betonte, wie wichtig es ihr sei, dass ihre Kinder eine liebevolle und aktive Kindheit erleben, in der Erinnerungen geschaffen werden. «Ich möchte mit meiner Familie viel reisen und ihr die Welt zeigen. Meine zukünftige Familie muss nicht perfekt sein, aber sie soll voller Liebe und schöner Momente sein», sagte die Konfirmandin mit einem Lächeln.

«Familie bedeutet für mich Zusammenhalt und Respekt»

Eine weitere Konfirmandin teilte ihre Gedanken zur Zukunft. «Ich stelle mir meine Familie ruhig und harmonisch vor, in einem gemütlichen Zuhause, umgeben von viel Natur», sagte sie. «Ich würde liebend gerne zwei Kinder haben und diese in einem liebevollen Zuhause grossziehen.» Sie legte besonderen Wert auf die Bedeutung von Dankbarkeit und Respekt innerhalb der Familie: «Die Zeit mit meiner Familie ist mir sehr wichtig, und ich möchte so viel wie möglich mit ihnen erleben», fügte sie hinzu.

Ein Gebet für die Zukunft

Am Ende des Gottesdienstes versammelten sich die Gemeindemitglieder zu einem Gebet, das die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden segnen sollte. «Gott, heute beten wir vor allem für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sie sind junge Menschen, die schon vieles gelernt haben im Leben, aber noch viel vor sich haben», hiess es im Gebet. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass die Jugendlichen in den kommenden Jahren nicht nur durch ihre eigenen Erfahrungen, sondern auch durch die Unterstützung der Gemeinschaft wachsen.

Die Kirchenpflegepräsidentin Ruth Imhof-Moser übergab den sieben Konfirmierten einen Wetterwürfel und erklärte dessen Symbolik damit, dass auch das Leben nicht nur schöne Tage kenne, sondern auch Niederschläge und unbeständige Zeiten. Sie versicherte ihnen damit: «Der Glaube, dass Gott in jeder Lebenssituation, ob bei Sonnenschein oder Regen, da ist, gibt uns auch in unserer unsicheren Welt Halt und Geborgenheit.»

Die Konfirmation der Jugendlichen aus dem Wegenstettertal war nicht nur eine Feier des Erwachsenwerdens, sondern auch eine Erinnerung daran, dass die Kirche immer ein Ort der Gemeinschaft und des persönlichen Wachstums bleibt – auch in einer sich stetig verändernden Welt. Sowohl die Konfirmanden, ihre Eltern, Göttis und Gotten und Freunde erwartete danach ein reichlicher Apéro, zubereitet von der Reformierten Kirchgemeinde Wegenstettertal.

Bild: Die Pfarrerin mit den Konfirmierten, von links: Ramon Sacher, Ilana Hochstrasser, Lucie und Sina Fleig, Elim Isch, Mara Hasler, Jara von Arx.
Foto: Diren Gül