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Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg: Massnahmen werden immer konkreter

(pd) Das Steuerungsgremium* des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg hat an seiner Sitzung vom 31. März auf der Basis der im September 2025 verabschiedeten Ziele die Diskussion zu den GVK-Massnahmenansätzen weitergeführt. Das Gremium hat eine Strategie mit Massnahmenansätzen in drei Stossrichtungen zustimmend zur Kenntnis genommen: «Funktionierende Verkehrsnetze schaffen», «Den Verkehrsraum attraktiv gestalten» und «Kurze Wege fördern». Zudem wurden zuhanden der weiteren Arbeiten erste konkrete Massnahmen diskutiert und priorisiert. Um eine breitere Diskussion und direkte Rückmeldungen zu ermöglichen, haben an der Sitzung ausnahmsweise auch Vertreterinnen und Vertreter der fachlichen Begleitgruppe** teilgenommen.

Bereits am 9. September 2025 hatte das Steuerungsgremium* des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg die Lagebeurteilung für das GVK sowie die Ziele mit entsprechenden Erfolgskriterien verabschiedet: "Mobilitätsverhalten und Erreichbarkeit", "Grenzüberschreitender Verkehr", "Strassenraum", "Güterverkehr" (siehe Medienmitteilung vom 23. September 2025). Auf dieser Basis hat das Steuerungsgremium in den folgenden Sitzungen im September und November 2025 sowie zuletzt am 31. März 2026 Massnahmenansätze für alle Verkehrsträger – Motorisierter Individualverkehr (MIV), öffentlicher Verkehr (öV), Fuss- und Veloverkehr – diskutiert, um die GVK-Ziele zu erreichen. An der letzten Sitzung haben auch Vertreterinnen und Vertreter der fachlichen GVKBegleitgruppe** teilgenommen; dies, um auch ihre Rückmeldungen direkt abzuholen und eine breitere Diskussion über die Massnahmenansätze zu ermöglichen.

Ausgehend von den Planungsinstrumenten wie der Strategie mobilitätAARGAU, dem kantonalen Richtplan und der Mobilitätsstrategie von Fricktal Regio ergibt sich für das GVK Frick-Stein-Laufenburg eine Strategie mit Massnahmenansätzen in drei Stossrichtungen, die vom Steuerungsgremium zustimmend zur Kenntnis genommen wurde: 

- Funktionierende Verkehrsnetze schaffen: Durchgehende, sichere und optimal verknüpfte Verkehrsnetze und Verkehrsangebote für alle Verkehrsmittel. Diese ermöglichen es, häufiger mit dem Velo, dem öV oder zu Fuss unterwegs zu sein und planbar und rasch ans Ziel zu kommen.

- Den Verkehrsraum attraktiv gestalten: Im Zentrum steht die Erhöhung der Verträglichkeit – einerseits für alle Verkehrsteilnehmenden, andererseits aber auch für die Siedlung sowie die Natur und Landschaft. Die verträgliche Gestaltung beinhaltet die Lenkung der Verkehrsflüsse und den Betrieb und die Gestaltung der Strassenräume.

- Kurze Wege fördern: Die Grundbedürfnisse im Alltag können in kurzen Wegen zu Fuss oder mit dem Velo erfüllt werden.

Drei Handlungsfelder aus den Stossrichtungen abgeleitet

Aus den drei Stossrichtungen sind drei Handlungsfelder abgeleitet, in denen die konkreten Massnahmen entwickelt werden:

A) Mobilitätslenkung: Massnahmen dieses Handlungsfelds dienen der Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl und der Steuerung des Mobilitätsverhaltens. Die Voraussetzung dafür wird durch die Instrumente der Siedlungs- und Landschaftsplanung in Abstimmung mit der Verkehrsplanung geschaffen. Im Bereich Mobilität und Verkehr stehen Massnahmen in folgenden Bereichen im Vordergrund: 

- Baurechtliche Massnahmen im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung und der Arealentwicklung (Thema Verkehr und Mobilität)

- Angebotsseitige Massnahmen: Aufwertung und Umnutzung des Strassenraums; kombinierte Mobilität und Sharing-Angebote; Planung und Bewirtschaftung des ruhenden Verkehrs

- Monetäre Massnahmen zur Optimierung des individuellen Mobilitätsverhaltens

- Information und Kampagnen

B) Verkehrslenkung und -management: Massnahmen dieses Handlungsfelds dienen der Optimierung des Betriebs des Strassennetzes im Bestand. Das Handlungsfeld beinhaltet Massnahmen in folgenden Bereichen: 

- Massnahmen zur Stabilisierung des Fahrplans (öV) und des Verkehrsflusses (MIV)

- Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

- Massnahmen zur Bevorzugung des Fuss- und Veloverkehrs bei Lichtsignalanlagen

- Information über Verkehrszustand und Routenwahl

C) Verkehrsangebot: Massnahmen dieses Handlungsfelds zielen auf die Optimierung der Infrastruktur und des Angebots ab für alle Verkehrsmittel ab. Das Handlungsfeld betrifft folgende Bereiche: 

- Ausprägung des Strassennetzes für den motorisierten Individualverkehr (Netzergänzungen, verkehrsberuhigende oder kapazitätsmindernde Massnahmen)

- Weiterentwicklung des Angebots für den öffentlichen Verkehrs

- Weiterentwicklung des Angebots für den Veloverkehr

- Weiterentwicklung des Angebots für den Fussverkehr

Weitere Konkretisierung der Massnahmen

Die Teilnehmenden an der Sitzung des Steuerungsgremiums konnten in einer ersten Lesung zu den Massnahmen Stellung nehmen und sie priorisieren. Diese Rückmeldungen fliessen nun in die weitere Massnahmenentwicklung ein. Ein Fokus liegt dabei auch auf den grenzüberschreitenden Möglichkeiten und Auswirkungen. Das Steuerungsgremium wird sich an der nächsten Sitzung im Mai nochmals mit den Massnahmen auseinandersetzen. Das Ziel ist, noch dieses Jahr das Massnahmen- und Umsetzungskonzept zu verabschieden und danach in die Behördenvernehmlassung bei den beteiligten Gemeinden und Regionalplanungsverbänden zu schicken. Parallel dazu erfolgt bis voraussichtlich 2029 die Prüfung und die allfällige Anpassung des Richtplaneintrags für eine neue Rheinquerung bei Sisseln.

*Das Steuerungsgremium des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Aargau, des Regionalplanungsverbands Fricktal Regio, des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee sowie der folgenden Gemeinden im engeren Bearbeitungsperimeter der Planungen zusammen: Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Kaisten, Laufenburg, Oeschgen, Mumpf, Münchwilen, Sisseln, Stein und Wallbach.

** Im fachlichen Begleitgremium des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg sind zusätzlich zu den Gemeinden im Steuerungsgremium (siehe oben) die deutschen Gemeinden Bad Säckingen, Laufenburg (Baden) und Murg vertreten.

Das Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Frick-Stein-Laufenburg

Der Raum Frick-Stein-Laufenburg ist sowohl wirtschaftlich wie auch im Hinblick auf die zukünftige Siedlungsentwicklung von grosser kantonaler Bedeutung. In diesem Raum befindet sich unter anderem mit dem Sisslerfeld die grösste Arbeitsplatzreserve im Kanton Aargau und ein wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt. Dazu befinden sich im Perimeter dieses Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Entwicklungsschwerpunkte von regionaler Bedeutung in Frick, Laufenburg und Kaisten sowie Wohnschwerpunkte in Stein und in Frick. Zu erwähnen sind ebenfalls die neue Mittelschule in Stein und die Herausforderungen beim grenzüberschreitenden Verkehr. In Bezug auf die wichtige Abstimmung zwischen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung besteht in diesem Raum Handlungsbedarf. Der Regierungsrat hat deshalb im Januar 2024 zwei Verpflichtungskredite von je 500'000 Franken bewilligt für die Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts Raum Frick-Stein-Laufenburg sowie für eine vertiefte Überprüfung eines neuen Rheinübergangs in Sisseln. Die Erarbeitung des GVK Raum  Frick-Stein-Laufenburg erfolgt voraussichtlich bis 2026, ab 2025 bis 2029 folgt die Prüfung und die allfällige Anpassung des Richtplaneintrags für eine neue Rheinquerung bei Sisseln.