(glp) Die GLP Fricktal begrüsst die Interpellation von Grossrätin Béa Bieber ausdrücklich. Sie greift ein zentrales Zukunftsthema auf: Raum, Mobilität, Natur und Wirtschaft machen nicht an Kantons- oder Landesgrenzen halt – und müssen deshalb auch über diese Grenzen hinweg gemeinsam gedacht und gestaltet werden.
Der Regierungsrat anerkennt zwar dieses Grundverständnis, bleibt in seiner Antwort jedoch aus Sicht der GLP Fricktal zu zurückhaltend. Bestehende Instrumente und Plattformen der Zusammenarbeit sind wichtig, reichen aber nicht aus, um den wachsenden Herausforderungen eines hochverdichteten, grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsraums gerecht zu werden.
Gerade das Fricktal ist davon besonders betroffen. Als Teil des Hochrheins und Bindeglied zwischen der Nordwestschweiz, dem Aaretal und dem angrenzenden Ausland ist die Region täglich mit Siedlungsdruck, Verkehrszunahme, dem Schutz von Fruchtfolgeflächen sowie der Sicherung von Natur- und Erholungsräumen konfrontiert – oft über Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Eine rein kantonale Optimierung greift hier zu kurz.
Für das Fricktal ist eine stärkere strategische Koordination aus zwei Gründen besonders wichtig:
Verkehr und Mobilität: Pendlerströme, Güterverkehr und Freizeitmobilität im Fricktal sind stark grenzüberschreitend. Die Wirtschaft ist auf eine optimierte Mobilität im grenzüberschreitenden Raum angewiesen. Ohne gemeinsame Zielbilder drohen Mehrverkehr, Belastungen für die Bevölkerung und ineffiziente Investitionen.
Natur- und Landwirtschaftsflächen: Fruchtfolgeflächen, ökologische Vernetzung und Naherholungsräume funktionieren nur im regionalen Zusammenhang. Fehlende Abstimmung gefährdet langfristig Bodenqualität, Biodiversität und die Lebensqualität im Fricktal.
Die GLP Fricktal unterstützt daher die Forderung nach mehr strategischer, politisch abgestützter Koordination in der Nordwestschweiz und im Dreiland. Es geht nicht um neue Bürokratie oder Parallelstrukturen, sondern um mehr Verbindlichkeit, Transparenz und gemeinsame Zielbilder.
Der Kanton Aargau – und mit ihm das Fricktal – ist kein Randgebiet, sondern ein zentraler Scharnierraum. Die GLP Fricktal ist überzeugt: Eine nachhaltige Entwicklung unserer Region gelingt nur, wenn der Kanton diese Rolle aktiv wahrnimmt und vom blossen Koordinieren zum Mitgestalten übergeht. Es fehlt ein dauerhaftes, politisch legitimiertes, strategisches Koordinationsgefäss für den gemeinsamen Raum Nordwestschweiz / Dreiland – jenseits von Projekten, Fachrunden und formalen Zuständigkeiten.