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Plattform Sisslerfeld lanciert Archiv-Projekt: Das Sisslerfeld neu entdecken!

(eing.) Der neu gegründete Verein «Plattform Sisslerfeld» installiert demnächst nicht nur den über zehn Meter hohen Holzturm definitiv im Sisslerfeld. Die initiative Organisation lanciert auch ein grenzüberschreitendes Archiv-Projekt, mit dem Bilder, Filme, Dokumente und Erzählungen zur Entwicklung des Industriegebietes gesucht werden, wie der Verein heute mitteilte.

Einst diente das Sisslerfeld als Flugplatz, wurden dort Pläne für das erste Shopping-Center im Kanton Aargau gewälzt und folgte vor 65 Jahren der Spatenstich für das erste Chemiewerk. Die Industrialisierung wäre allerdings nie möglich gewesen, wenn nicht bereits zum Nationalfeiertag 1892 die Bahnstrecke Stein Säckingen-Koblenz eröffnet worden wäre. Die einst grösste zusammenhängende Landbrache der Nordwestschweiz erlebt aktuell die Transformation zu einer zukunftsfähigen Arbeitsplatzzone mit bis zu 15'000 Jobs.

Die Anrainergemeinden Stein, Münchwilen, Eiken und Sisseln sind dank der seit den frühen 1970er-Jahren errichteten Produktionsanlagen der Basler Chemie stark gewachsen. Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Deutschland, dem Elsass und der Schweiz pendeln bereits seit Jahrzehnten ins Sisslerfeld und haben die regionale Entwicklung, Geschichte und Identität stark mitgeprägt.

Was allerdings fehlt ist eine Dokumentation dieser Geschichte – und hier setzt das Projekt «Das Sisslerfeld neu entdecken» an: Der Verein Plattform Sisslerfeld sucht in einer Medienpartnerschaft mit der lokalen «Neuen Fricktaler Zeitung» (NFZ) Fotos und Bilder,
Audio-Aufnahmen, Videos, Dokumente und Objekte mit einem Bezug zum Sisslerfeld: Aufnahmen vom Arbeitsalltag und vom Arbeitsweg, vom Leben auf und neben dem Flugplatz, Werkszeitungen, Baupläne, Mitarbeiterausweise – aber auch persönliche
Erinnerungen, Anekdoten, Familiengeschichten oder Erzählungen aus dem Alltag im Grenzgebiet. Ganz bewusst sucht der Verein auch Materialien von ehemaligen Mitarbeitenden ennet der Grenze und plant dazu im Herbst auch spezielle Sammeltage in ausgewählten deutschen und französischen Gemeinden.

Die Materialien sollen digitalisiert, katalogisiert und aufbereitet werden und allenfalls auch für Ausstellungen in regionalen Museen ausgeliehen werden. Ziel sei, so der Verein, die Geschichten aus der Vergangenheit als kollektives Gedächtnis dies- und jenseits des Rheins zu bewahren: «Weil die Vergangenheit die Gegenwart gestaltet und die Zukunft prägt.» Das Projekt ist noch vor der offiziellen Einweihung der wiederaufgebauten Plattform eine erste Aktion des Vereins Plattform Sisslerfeld, der nicht nur die Bürgerbeteiligung und
Transparenz im Entwicklungsprozess des Sisslerfeldes fördern will, sondern sich auch um die Vernetzung von Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft bemüht.

Sinnbildlich dafür steht die demnächst auf dem Gemeindegebiet von Münchwilen installierte Plattform als Symbol für die erfolgreiche Transformation einer Region und den Mut, Wandel sichtbar und gestaltbar zu machen. Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf der
Webseite des Vereins: www.plattform-sisslerfeld.com