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Richtig die Strasse überqueren will gelernt sein. Foto: zVg

Schnellfahrer im Bereich von Schulen: Aktion Schulbeginn – Aargauer Regionalpolizeien ziehen gemischte Bilanz

(pd) Aargauer Regionalpolizeien ziehen eine gemischte Bilanz zur «Aktion Schulbeginn», die vom 14. bis 25. August durchgeführt worden ist.

Insgesamt 535 Stunden waren die Polizistinnen und Polizisten der Aargauer Regionalpolizeien vom 14. bis 25. August spezifisch für die Sicherheit unserer Kinder auf deren Schulweg unterwegs. Die traditionelle, alljährlich während zwei Wochen durchgeführte «Aktion Schulbeginn», wurde auch dieses Jahr insbesondere von den Eltern sowie den Verantwortlichen der Schulen sehr geschätzt.
Die seit Jahrzehnten anhaltenden Bemühungen zeigen schweizweit Wirkung. Die Unfallzahlen von Schülerinnen, Schülern sowie Jugendlichen allgemein sind stark zurückgegangen. Doch Grund zum Jubeln gibt es laut BFU nach wie vor wenig: Immer noch sterben in der Schweiz durchschnittlich sieben Kinder pro Jahr bei Verkehrsunfällen und Dutzende werden schwer verletzt. 40 Prozent der schweren Kinderunfälle geschehen dabei auf dem Schulweg.
Bei der «Aktion Schulbeginn» geht es nicht darum, fehlbare Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu büssen. Im Vordergrund steht die Sensibilisierung der Kinder für die Gefahren auf dem Schulweg sowie allgemein die Erhöhung der Verkehrssicherheit in den ersten beiden Schulwochen durch eine erhöhte Präsenz der Polizei.
Doch dadurch liessen sich (zu) viele Automobilistinnen und Automobilisten auch dieses Jahr nicht davon abhalten, im Bereich von Schulanlagen zu stark aufs Gas zu drücken. Die entsprechende Radarmessungen ergaben ein wenig erfreuliches Bild: Insgesamt waren 4265 Lenkerinnen oder Lenker genau dort zu schnell unterwegs, wo man eigentlich besonders auf die erhöhten Gefahren durch Kinder sensibilisiert sein sollte. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden bei der gleichen Aktion «lediglich» rund 3000 Geschwindigkeitsverstösse festgestellt. Zu denken gibt dabei, dass von den Übertretungen 763 im Bereich von 6 bis 10 Kilometer zuviel (nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranz) und knapp 200 im Bereich von 11 bis 15 Kilometer zuviel gemessen worden sind.

Richtig die Strasse überqueren will gelernt sein. Foto: zVgAufkommen von E-Scootern führt zu Problemen
Erfreulich ist hingegen, dass die Verstösse im Zusammenhang mit dem Gewähren, beziehungsweise eben Nichtgewähren des Vortrittsrechts an Fussgängerstreifen gegenüber den Vorjahren merklich zurückgegangen sind. Die Regionalpolizeien hoffen, dass dieser positive Trend weiterhin anhält.
Immer mehr Probleme verursachen hingegen die E-Scooter. Das Aufkommen dieser Fahrzeuge führe immer stärker zu Problemen, melden die Regionalpolizeien in ihrer Bilanz zur «Aktion Schulbeginn» 2023. Festgestellt wurden E-Scooter-Benützerinnen und -benützer, die ohne entsprechende Fahrerlaubnis unterwegs waren, sich nicht an die Verkehrsvorschriften hielten und auch solche, die nicht konforme Gefährte bewegt haben.
Während die Regionalpolizeien bei Geschwindigkeitsübertretungen logischerweise kein Pardon kannten, liessen sie bei anderen Vergehen vielfach Milde walten und liessen es bei Belehrungen und Ermahnungen bewenden. Das entspricht auch dem Grundgedanken der Aktion: «Wir wollen nicht primär Bussen generieren, sondern im Sinne der Verkehrsprävention alle Verkehrsteilnehmenden für die Gefahren auf dem Schulweg sensibilisieren und sie zum richtigen Verhalten anleiten», erklärte Oblt Daniel Schreiber im Vorfeld. Schreiber ist Chef der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal und hat die traditionelle Aktion der Aargauer Regionalpolizeien (VAG) auch dieses Jahr koordiniert.

Elterntaxis als Problem
Ein weiteres Thema sind (und bleiben offenbar) die Elterntaxis. Aber nicht überall, hält – unter anderem – die Polizei Oberes Fricktal in ihrer Bilanz fest: «Bei den Eltern kam die Aktion gut an. Kinder, welche den Fussgängerstreifen nutzten, wurden durch die Patrouillen begleitet oder, wenn sie es schon selber schafften, beobachtet. Elterntaxis konnten in den ländlichen Regionen wenig festgestellt werden. Anders verhielt es sich in den grösseren Gemeinden (Frick, Laufenburg), wo immer noch viele Elterntaxis feststellbar sind.»
Es gab auch dieses Jahr wieder spezielle Aktionen innerhalb der Aktion. So in der Region Muri: «Neben den intensiven Verkehrsüberwachungen im Schulbezirk Muri wurde in Aristau eine Verkehrskontrolle der aussergewöhnlichen Art durchgeführt. Durch die Polizei wurden diejenigen Fahrzeuglenker und -lenkerinnen angehalten, welche auf der Hauptstrasse vor dem Fussgängerstreifen für die Schulkinder angehalten haben. Als Dankeschön erhielten diese durch die 1.-Klässler
ein Dankeschön in Form eines Spitzbuben-Guetzlis. Der TCS überraschte die Fahrzeuglenkerinnen und -lenker zudem mit einer Bordapotheke.»

Bilder: Richtig die Strasse überqueren will gelernt sein. Fotos: zVg