(nb) Sicher sind sie vielen Leuten die orange beleuchteten Gebäude aufgefallen. Mit der Farbe Orange wird eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen symbolisiert. Sie wurde im Zuge der, von den Vereinten Nationen initiierten Orange-the-World-Kampagne, festgelegt.
Die Kampagne «16 Days of Activism Against Gender Violence» wurde 1991 vom Women‘s Global Leadership ins Leben gerufen. Die 16 Aktionstage beginnen stets am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und enden am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember. Mit diesen Daten soll deutlich gemacht werden, dass Frauenrechte Menschenrechte sind. Geschlechtsspezifische Gewalt ist immer auch eine Menschenrechtsverletzung.
Verschiedene Organisationen aus dem ganzen Fricktal haben auch dieses Jahr wieder aktiv an den Orange-Days mitgemacht und für das Thema sensibilisiert. Mitbeteiligt an den Anlässen 2024 waren der Soroptimistinnen Club Fricktal, Frauen aus der Politik Fricktal, die Fachstelle persönliche Beratung Rheinfelden, die Jugend- und Familienberatung Laufenburg und der Trägerverein schjkk Rheinfelden.
Sie starteten am 23. November mit Standaktionen in Frick und Rheinfelden. In Rheinfelden wurden mit dem Theatersequenzen der Theaterwerkstatt Rheinfelden besondere Akzente gesetzt. Mit Szenen aus einem «gewaltigen» Alltag wurde eindrücklich vor Augen geführt was z.B. Gewalt in der Familie bewirkt. Mit dem Verteilen von Orangen und Informationsmaterial an beiden Standorten unter Mitwirkung von politisch aktiven Frauen konnten die Menschen persönlich angesprochen werden. Was auffiel, das Thema ist den meisten Angesprochenen bewusst, jedoch ist die Schwelle sich zu äussern, etwas anzusprechen oder sich zu wehren oft sehr hoch.
In Rheinfelden konnte zudem für Mädchen von 10 bis 13 Jahren ein Wen-Do-Schnupperkurs angeboten werden. Wen-Do ist eine Form von Selbstverteidigung die jungen Menschen Selbstsicherheit und Mut vermittelt, sich gegen Angriffe jeglicher Art zu wehren.
Bei der Kinomatinée des Soroptimistinnen Club Fricktal am Sonntag, 24. November, wurden 75 Besucher*innen begrüsst. Mit dem Film «Né à Belfond - Versteckt geboren», einer Schweizer Filmproduktion von Christa Miranda, wurde ein Stück Schweizer Geschichte im Umgang mit Frauen gezeigt. Besonders gefreut hat die Veranstalterinnen der Überraschungsbesuch der Regisseurin und des Produzenten.
Ein Schlusshöhepunkt war für einige Frauen des Soroptimistinnen Cubs Fricktal, der Besuch einer Veranstaltung von Soroptimistinnen Schweiz am 30. November im Paul-Klee-Zentrum in Bern. Unter dem Titel «Gemeinsam gegen Gewalt – Die Istanbul Konvention und ihre Umsetzung» wurde mit Referaten, Präsentationen, Interviews und einer Plenumsdiskussion die Umsetzung der Istanbul Konvention in der Schweiz aufgezeigt. Sehr eindrücklich war das Interview mit der ehemaligen Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die sich während ihrer Amtszeit sehr um die Umsetzung der Istanbul Konvention bemüht hat. Ebenfalls sehr bewegend und nachdenklich stimmten die Zahlen und Fakten aus den Präsentationen wie auch die Aussagen der vier Personen die in der Plenumsdiskussion Fragen beantworteten.
Fakt ist, Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie sexualisierte Gewalt sind in der Gesellschaft sehr verbreitet. Gewalt nimmt tendenziell wieder zu und ist aufgrund von anerzogenen Verhaltensweisen, der Akzeptanz in der Gesellschaft und der Tabuisierung weiterhin ein Thema dem es sich zu stellen gilt.