Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
6 °C Luftfeuchtigkeit: 76%

Donnerstag
3.5 °C | 19.2 °C

Freitag
4.2 °C | 20.5 °C

Redaktor Linus Hüsser (rechts) mit Autoren und Vorstandsmitgliedern der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde bei der Präsentation des neuen Jahresheftes im Fricktaler Museum Rheinfelden. Foto: zVg

Spannendes zur Regionalgeschichte – 96. Jahrgang des Jahreshefts der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde veröffentlicht

(rv) Am letzten Donnerstag präsentierte die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde im Fricktaler Museum in Rheinfelden ihr neues Jahresheft «Vom Jura zum Schwarzwald». Linus Hüsser, der Redaktor der Ausgabe, stellte die sechs Autoren und ihre spannenden Aufsätze zur Regionalgeschichte vor.

Von Schweizer Seite sind Reto Bucher, Gerhard Trottmann und David Wälchli, von deutscher Seite Gerhard Krug, Heinz Thomann und Dr. Jürgen Wild vertreten. Als Mitarbeiter der Aargauer Kantonsarchäologie befassen sich Bucher und Wälchli gewohnt versiert mit bau-, nutzungs- und siedlungsgeschichtlichen Themen. Bucher rekonstruiert sehr detailliert die Geschichte des 2022 in Sulz abgebrochenen Hauses «Kleinstadt 4» und illustriert sie mit Plänen und Fotografien. Beleuchtet wird ein Zeitraum vom zirka 1574 bis zum Abbruch 2022.
Im Gegensatz dazu geht David Wälchli bei seiner Darstellung der früh- und hochmittelalterlichen Siedlungsplätze im Fricktal sozusagen in die Fläche. Er dokumentiert diverse Grabungen und gefundene Objekte. Eine Karte aller Grabungs- und Fundstätten rundet den Aufsatz ab.

Mumpf – einst beliebter Kurort
Schliesslich erinnert Gerhard Trottmann in seinem mit vielen historischen Fotos illustrierten Beitrag an die fast vergessenen Mumpfer Bädergeschichte. Im Gedächtnis der Region ist kaum noch präsent, dass Mumpf einst ein beliebter Kurort war, wo vorwiegend Schweizer Kurgäste Solbäder in Gasthöfen und Kurhotels genossen.
Aus deutscher Sicht liefert Heinz Thomann einen bemerkenswerten Artikel. Während im Fricktal die Erforschung der Geschichte von Bauern- und Bürgerhäusern nicht zuletzt durch Impulse der Fricktalisch-Badischen Vereinigung ein hohes Niveau erreicht hat, ist es um dieses Thema in Südbaden schlechter bestellt. Thomann liefert einen ersten Ansatz in diese Richtung. Er hat auf der Grundlage eines soliden Quellenstudiums die Geschichte des letzten, 1953 abgerissenen strohgedeckten Hauses im badischen Wallbach beschrieben.
Nicht minder bemerkenswert ist Gerhard Krugs Beitrag über den vorderen und hinteren Landhag in der Grafschaft Hauenstein/Hotzenwald. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Verteidigungsanlagen nur bedingt militärischen Zwecken dienten, sondern «für die Bauern vor allem eine politische Aussage und ein zentraler Bestandteil ihres Selbstverständnisses mit eigener Verwaltung und entsprechenden Rechten waren». Abschliessend sei noch auf einen Kurzbeitrag des Bad Säckinger «Bierhistorikers» Dr. Jürgen Wild verwiesen. Er hat auf einer Schweizer Auktionsplattform eine bislang nicht bekannte Biermarke der Säckinger Trompeterbrauerei gefunden, die in seinem Betrag abgedruckt und besprochen wird.
Das Jahresheft 96/2022 trägt die Nummer ISSN 1420-4401 und kann über die örtlichen Buchhandlungen bei der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde bezogen werden.

Bild: Redaktor Linus Hüsser (rechts) mit Autoren und Vorstandsmitgliedern der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde bei der Präsentation des neuen Jahresheftes im Fricktaler Museum Rheinfelden. Foto: zVg