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Das ukrainische Kochteam verwöhnte die Gäste. Foto: zVg

Ukrainer schenken ein Fest: fröhlicher Nachmittag bei der reformierten Gemeinde Wegenstettertal

(im) Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Wegenstettertal bereiteten am Samstag für die Reformierte Kirche ein Festessen zu. Sie bedankten sich damit auf ihre Weise für die Dienste der Kirchgemeinde.

Es war ein fröhlicher Samstagabend, der auch die Männer, Frauen und Kinder aus der Ukraine die schwierige Situation in der Heimat für einige Stunden vergessen liess. Mit einem mehrgängigen Essen und Buffet im Stil eines ukrainischen Hochzeitsmahls bedankten sie sich bei der Gemeindeleitung und den Freiwilligen für den Sprachunterricht und andere Dienstleistungen, die sie bald nach ihrer Ankunft im Wegenstettertal in Anspruch nehmen konnten. Zudem trugen sie Lieder und Gedichte vor.

Ein kulinarischer Dank an die KirchgemeindeSprachlehrer Peter Bürgi erklärte die ukrainische Speisenfolge. Foto: zVg
Kirchenpflegepräsidentin Ruth Imhof-Moser begrüsste das Team der Ukrainer und die 56 Gäste, darunter auch Behördenvertreter, mit den Worten: «Heute ist ein besonderer Tag, auch für unsere Kirchgemeinde. Wir dürfen Gast sein in unserem eigenen Kirchgemeindezentrum. Wir wurden eingeladen von unseren ukrainischen Freunden, die seit mehreren Monaten regelmässig den Deutschkurs besuchen. Es war ihr Wunsch, unserer Kirchgemeinde zu danken.» Dies sei eine Gelegenheit, als Gemeinde mit den ukrainischen Gästen ins Gespräch zu kommen.
Der Saal war aufwändig dekoriert: Rote Tischsets, blaue und gelbe Servietten, Windlichter mit blauen und gelben Schleifen und farbigen Tischkärtchen, die von den Religionsschülern gestaltet wurden. Eine grosse Friedensfahne und Bilder, welche eine ukrainische Kunstmalerin, die mittlerweile im Wegenstettertal wohnt, gemalt hatte, zierten die Wände. Die Festgemeinschaft wurde schon beim Eintreffen mit Drehorgelmusik von Daniel Zingg begrüsst und schon bald herrschte im Kirchgemeindezentrum grossartige Stimmung, es wurde gelacht und gesprochen – halb auf Deutsch, halb auf Englisch und manchmal auch mit Hilfe von Übersetzungs-Apps auf dem Smartphone oder Händen und Füssen.

Ein Fest und eine Schweigeminute
Als im Februar der Krieg ausbrach, hatte sich die Kirchenpflege Gedanken gemacht, was die Gemeinde mit ihren Resourcen beitragen könnte. «So luden wir zu einem Urkrainenachmittag mit Kaffee und Kuchen ein, um die Bedürfnisse der Geflüchteten kennenzulernen», so Ruth Imhof-Moser. Als Folge davon entstand das Angebot eines Sprachkurses, der von Kirchenpflegerin Maya Boss initiiert und bald darauf von Peter Bürgi tatkräftig unterstützt wurde und inzwischen rege benutzt wird. Im Laufe des Jahres vergrösserte sich das Sprachunterrichts-Team, das Imhof bei dieser Gelegenheit verdankte, weiter. Die Kirchenpflegepräsidentin nutzte die Gelegenheit, um mit einer Schweigeminute der aktuellen Lage im angegriffenen Land und der vielen Opfer zu gedenken. Sie las dazu auch den Text der ukrainischen Landeshymne, die wie die Schweizer Hymne einen christlich geprägten Text hat.
Peter Bürgi erläuterte die vielfältigen, leckeren Speisen auf dem Buffet: Von mit Leber gefüllten Eiern über Avocado-Lachs Salat, gefüllten Peperoni und Kohlrouladen bis zu Wareniki (Teigtaschen gefüllt mit Kohl oder Kartoffeln) war alles dabei. Und das war nur die Vorspeise. Vor der Vorspeise wurde Kutja serviert – eine süsse Speise aus Buchweizen, Honig, Nüssen, Mohn und Rosinen. Auch die Dessertliebhaber unter den Festenden kamen voll auf ihre Rechnung.
Die Reaktion der Ukrainerinnen und Ukrainer übertraf somit die Erwartungen an diesen Anlass meilenweit. Der Anlass entwickelte sich zu einem Fest mit Musik, Liedern und verschiedenen Beiträgen. Und die ukrainischen Köstlichkeiten fanden reissenden Absatz.

Bilder: Das ukrainische Kochteam verwöhnte die Gäste.
Sprachlehrer Peter Bürgi erklärte die ukrainische Speisenfolge. Fotos: zVg