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Asiatische Hornisse. Foto: Claude Flückiger
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Asiatische Hornisse: Aktueller Stand zur Ausbreitung im Baselbiet

(pd) Mit steigenden Temperaturen werden die Königinnen der Asiatischen Hornisse aktiv und beginnen mit dem Bau von Vornestern. Deren frühzeitige Entfernung ist entscheidend, um die rasche Ausbreitung einzudämmen. Im vergangenen Jahr wurden in den beiden Basel 337 Nester gemeldet, davon 266 im Baselbiet – mit stark steigender Tendenz.

Die invasive Art stellt zunehmend ein Risiko für Biodiversität, Imkerei sowie Obst- und Weinbau dar und kann bei Nestern in Siedlungsnähe auch die Bevölkerung gefährden. Meldungen aus der Bevölkerung bleiben zentral, während Einsätze wahrscheinlich aufgrund der hohen Anzahl priorisiert werden müssen. Vom Aufstellen von Fallen wird abgeraten.

Möglichst früh neutralisieren
Die Königinnen der Asiatischen Hornisse werden mit den steigenden Temperaturen wieder aktiv und beginnen mit dem Bau der Vornester. Diese sollten möglichst frühzeitig entfernt oder neutralisiert werden, um die Vermehrung einzudämmen. Bereits im Vorjahr konnten dank zahlreichen Meldungen aus der Bevölkerung sowie der engen Zusammenarbeit mit dem Bienenzüchterverband beider Basel in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft insgesamt 337 Nester der Asiatischen Hornisse gefunden werden. Davon befanden sich 266 Nester im Kanton Basel-Landschaft. Der Grossteil der Nester wurde fachgerecht entfernt oder neutralisiert.

Aktuelle Situation im Kanton Basel-Landschaft
Trotz den Gegenmassnahmen geht die Ansiedlung der Asiatische Hornisse in der Region Basel rasch voran. So wurden auf Baselbieter Kantonsgebiet im letzten Jahr etwa acht Mal so viele Individuen und Nester gemeldet als im Vorjahr. Das Ziel der Massnahmen ist, die Risiken für die Bevölkerung und Umwelt zu minimieren. Die gemeldeten Nester werden entfernt, doch muss aufgrund der hohen anzunehmenden Anzahl priorisiert werden. Wurde die invasive Hornissenart bislang primär als Problem für die Imkerei und Biodiversität angesehen, dürften zunehmend auch andere Bereiche, wie etwa der Obst- und Weinbau, davon betroffen sein. Ausserdem sind Nester in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen oder Schulen aufgrund des aggressiven Verteidigungsverhaltens ein ernst zu nehmendes Problem. Diese Nester haben die höchste Priorität und werden so schnell wie möglich neutralisiert. Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und dem Bienenzüchterverband beider Basel spielt nach wie vor eine Schlüsselrolle. Das Informieren und Ausbilden der Imkerschaft und weiteren Akteuren zum Umgang mit der Asiatischen Hornisse ist zentral.

Vornest der Asiatischen Hornisse. Foto: Vespa-Watch, iNaturalistMeldungen sind weiterhin wichtig
Meldungen von Nestern der Asiatischen Hornisse, insbesondere wenn eine Gefährdung für die Bevölkerung durch Stiche besteht, sind weiterhin wichtig und können mittels Fotoaufnahme und Smartphone über die nationale Meldeplattform www.asiatischehornisse.ch getätigt werden. Eingehende Meldungen von Nestern werden durch Fachleute evaluiert. Die Nestbekämpfung wird je nach Priorität und Möglichkeit in die Wege geleitet.

Vorsicht bei Nestern in Bodennähe
Im Frühjahr bauen Asiatische Hornissen ein Vornest, meist in Bodennähe. Solche Vornester befinden sich oft in Hecken, Sträuchern, an Gebäuden oder anderen geschützten Stellen. Bei Störungen oder Erschütterungen verteidigen Asiatische Hornissen ihr Nest vehement. So ist insbesondere bei Gartenarbeiten, beispielsweise beim Schneiden von Hecken, Vorsicht geboten.

Freiwillige gesucht
Das Aufsuchen und Entfernen von Nestern ist zeitaufwändig und erfordert Fachwissen und die richtige Ausrüstung. Mithilfe bei den Massnahmen ist deshalb sehr willkommen. Freiwillige, die bereit sind, einen Beitrag an die Eindämmungsmassnahmen zu leisten, können sich melden über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Achtung: Die momentan angebotenen Fallen sind nicht selektiv!
Seit einigen Monaten wird von verschiedenen Akteuren vermehrt zum Einsatz von Fallen geraten, um möglichst viele Asiatische Hornissen zu fangen. Zwar werden viele Modelle als selektiv angepriesen, jedoch zeigt eine neue, vom Bund finanzierte Studie, dass unter Umständen trotzdem sehr viele andere Insekten in den Fallen verenden. Das Fangen und Töten von geschützten Arten ist verboten, wie auch der Einsatz in geschützten Naturobjekten, wenn Beifang nicht vermieden werden kann. Wer Fallen aufstellt, ist dafür verantwortlich, dass die Sorgfaltspflicht eingehalten wird, und haftet bei unsachgemässem Betrieb. Fallen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Population, dafür gibt es bereits heute zu viele Asiatische Hornissen. Im Zweifelsfall soll auf den Einsatz von Fallen verzichtet werden.

Bilder
Erstes Bild: Asiatische Hornisse. Foto: Claude Flückiger
Zweites Bild: Vornest der Asiatischen Hornisse. Foto: Vespa-Watch, iNaturalist