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Grüne Aargau: Kinder und Familien stärken – Gemeinden entlasten

(gp) Die Grünen Aargau begrüssen das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz. Damit Unterstützung tatsächlich unabhängig vom Wohnort zugänglich wird, braucht es verbindliche Grundangebote und eine stärkere kantonale Mitfinanzierung.

Die Grünen unterstützen eine ganzheitliche frühe Förderung, die neben der Sprache auch die motorische, soziale und emotionale Entwicklung stärkt. Sie hilft wirksam, Entwicklungsprobleme früh aufzufangen und spätere, einschneidende Massnahmen zu vermeiden. Frühzeitige Beratung und Unterstützung entlasten Familien, bevor Schwierigkeiten zu Krisen werden. Die Grünen begrüssen deshalb die verbindliche kostenlose Kinder-, Jugend- und Familienberatung, den besseren Zugang zur Familienbegleitung und die Unterstützung junger Menschen beim Übergang in die Selbstständigkeit. Auch die vorgesehene Koordination der Hilfen ist wichtig: Belastete Familien sollen sich nicht selbst durch ein unübersichtliches Angebot kämpfen müssen.

Nach der Rettung muss die Vorlage ihr Versprechen einlösen
Noch im November 2025 strich die rechtsbürgerliche Mehrheit des Grossen Rats das Gesetzgebungsprojekt aus dem Aufgaben- und Finanzplan. Die Grünen engagierten sich gemeinsam mit anderen Parteien und zahlreichen Organisationen für dessen Rettung. Nach einer Petition mit über 8000 Unterschriften nahm der Rat die Streichung zurück. Mit dem heutigen Anhörungsstart kann die dringend notwendige Arbeit weitergehen.
Der Entwurf lässt jedoch entscheidende Angebote freiwillig: Elternbildung, Schulsozialarbeit und offene Kinder- und Jugendarbeit bleiben von kommunalen Entscheiden abhängig. Die Grünen verlangen eine bedarfsgerechte Grundversorgung in allen Regionen mit verbindlichen Anforderungen an Qualität, Erreichbarkeit und ausreichende Kapazitäten.

Der Kanton muss Verantwortung übernehmen
Die Gemeinden tragen bereits zahlreiche anspruchsvolle Aufgaben und haben wenig Gestaltungsspielraum. «Eine wirksame Kinder- und Jugendhilfe darf nicht an knappen Gemeindefinanzen scheitern», sagt Ruth Müri, Grossrätin der Grünen. «Die vorgesehenen kantonalen Beiträge an Koordination und Projekte sind sinnvoll. Darüber hinaus braucht es eine verlässliche kantonale Beteiligung an den zusätzlichen Kosten der Grundangebote in den Gemeinden und Regionen»