(pd) 40 Institutionen und Firmen aus Kultur, Forschung, Tourismus und Industrie öffnen am Samstag, 2. November, von 14 bis 22 Uhr ihre Türen für die fünfte Ausgabe der Aargauer Industriekulturnacht. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos, viele Angebote richten sich auch an Familien.
Noch nie haben sich so viele Netzwerkpartner der Industriewelt Aargau an der Hellen Nacht beteiligt: Gut 40 Firmen und Institutionen machen Industriekultur an 33 Veranstaltungsorten verteilt über den Kanton Aargau erlebbar. Sie vermitteln lebendige Industriegeschichte, präsentieren Aargauer Erfindungen, einstige Innovationen sowie zukünftige Technologien.
Wie gehen moderne Unternehmen und Forschungsinstitute mit den Herausforderungen in den Bereichen Energie, Entsorgung, Produktion um? Auf welchen herausragenden Aargauer Pionierleistungen bauen heutige Unternehmen ihre Angebote auf? Die Helle Nacht gewährt ungewohnte Einblicke.
Von alten Maschinen und nachhaltiger Entsorgung bis Hightech mit Künstlicher Intelligenz
Das Programm an der Hellen Nacht ist facettenreich: Wohin unser Restmüll kommt, der sich nicht rezyklieren lässt, klärt sich auf dem Rundgang durch die Kehrichtverwertungsanlage KVA Turgi. Um Entsorgung geht es auch im Bohrkernarchiv der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) in Mellingen, wo aufgezeigt wird, warum ein Tiefenlager im Gestein für Atommüll am sichersten ist. In der Villa Boveri dreht sich alles um die Pionierleistungen der früheren Industriestadt Baden, die heute eine wichtige Basis bilden für eine erfolgreiche Energiewende.
Spielerisch können Gross und Klein die von den Lernenden der libs (Industrielle Berufslehren Schweiz) kreierte Energielandschaft erkunden und den Roboter YuMi ausprobieren. Einen vertieften Einblick in Materialien und die Arbeit der Forschenden ermöglicht das Forschungsinstitut PSI in Villigen.
Alte Maschinen und einstiges Handwerk faszinieren: Im Holzbiegewerk Winkler in Felsenau staunen die Besucher*innen, wie Profis massives Schweizer Holz mit der traditionsreichen Thonet-Methode von 1850 und unter Einsatz von Dampf in neue Formen biegen. In Seengen wird das grösste wasserangetriebene Schmiede-Hammerwerk der Schweiz in Betrieb genommen und im Museum Zofingen können Besucher*innen die alten Stopzylinderpresse der Familie Ringier zum Rattern bringen.
Helle Nacht im Fricktal
Auch im Fricktal findet die Helle Nacht statt. Unter dem Schlagwort «Alles Zucker!» erzählt das Fricktaler Museum Rheinfelder Erfolgsgeschichten. Hier kann man sogar einen Schleckstengel produzieren. Touristmus Rheinfelden lädt zur Führung «Energiestadt Rheinfelden». Während diesem 90-minütigen Rundgang wird man von den dunklen und kalten Zeiten bis in die hochtechnisierte Energiewelt der Stadt von heute begleitet. Man erfährt mehr zur Klima- und Energie-Charta der Städte und Gemeinden, welche Rheinfelden 2021 unterschrieben hat und wie das Ziel einer komplett erneuerbaren Energieversorgung umgesetzt werden soll.
In der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden folgt man dem Weg der Biere und erfährt mehr zur traditionellen Braukunst und zur heutigen Produktion. In der Schweizer Saline Riburg (Rheinfelden) gibt es eine schwindelerregende Entdeckung des Salzes. Auf einem Rundgang erfährt man viel Wissenswertes über Auftausalz und den winterlichen Strassendienst.
Kooperationen und spürbarer Innovationsgeist für eine verheissungsvolle Zukunft
Diese und viele weitere Angebote richten sich an ein breites Publikum. Rundgänge, Workshops, Vorträge, Demonstrationen, Degustationen, Filmvorführungen, Parcours und Ausstellungen machen die diesjährige Helle Nacht besonders lebendig und attraktiv.
Die Industriekulturnacht wird organisiert vom Netzwerk Industriewelt Aargau. Das Netzwerk macht zusammen mit seinen Partnern Industriekultur von gestern, heute und morgen sichtbar und fördert den interdisziplinären Austausch zwischen den Partnern. So ist es dieses Jahr gelungen, dass 13 Partner einen Anlass zu zweit oder zu dritt auf die Beine stellen. Sie machen deutlich, dass über
Kooperationen Synergien entstehen und jeweilige Stärken genutzt werden können. Dieses Miteinander und der spürbare Innovationsgeist stehen sinnbildlich für die Möglichkeit einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft – ein Grund zur Hoffnung!
Mehr Informationen: www.hellenacht.ch