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 Neue Bereiche in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BL
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Liestal: Faszination Bandweberei − Museum.BL eröffnet die Ausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise»

(pd) Die Seidenbandweberei gehört zu den lebendigen Traditionen der Schweiz und ist ein Kernthema der Geschichte des Baselbiets. Mit dem Projekt «Seidenband jetzt!» sichert und vermittelt das Museum.BL das Wissen über die Seidenbandweberei im Kanton Basel-Landschaft.

Gemeinsam weben in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BLAls Teil des Projekts zeigt das Museum in Liestal einen neuen Bereich in der Dauerausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise». Die Besuchenden erhalten Einblick in die Neuzugänge in den kantonalen Seidenbandsammlungen – und in Baselbieter Ortsmuseen, wo sich Weberinnen und Weber für den Erhalt historischer Bandwebstühle engagieren.

Historische Webstühle in Aktion – eine gelebte Tradition
Ein Kernstück des Projekts «Seidenband jetzt!» ist die Zusammenarbeit des Museum.BL mit den Ortsmuseen der Region mit Fokus auf die Posamenterei. In der Ausstellung «Seidenband. Kapital, Kunst & Krise» zeigen neu Filmporträts einige der zwölf Baselbieter Ortsmuseen, in denen die Tradition der Bandweberei erlebt werden kann, von Anwil über Bennwil bis nach Reigoldswil. Es kommen die Menschen zu Wort, die ehrenamtlich und mit grossem Engagement ihre Freizeit an historischen Bandwebstühlen verbringen, Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen: vom Webfachmann über den Automatiker und die Primarlehrerin bis zum Matrosen. Sie alle weben vielfältige Bänder. Aber das Weben, das «Spüelimachen» und das Flicken gerissener Fäden ist nur der
eine Teil dieser Freiwilligenarbeit. Ebenso wichtig ist es, die Mechanik der Webstühle zu verstehen, diese riesigen Maschinen zu unterhalten und zu reparieren.

Sägerwebstuhl um 1900 in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BL Jüngste Sammlungszugänge – die Nachlässe Senn & Co. AG und Vischer & Co.
Wie stark die Bandindustrie einst die Region Basel durchzog, macht neu eine digitale Landkarte in der Ausstellung «Seidenband» sichtbar. Sie zeigt, dass auch in kleineren Baselbieter Orten wie Bretzwil oder Niederdorf Bandfabriken entstanden und die Heimposamenterei zu Hause war. Und sie verdeutlicht den engen Bezug des Basler Stadtbilds zur Seidenbandindustrie anhand von Bauten wie dem Wildt’sche Haus am Petersplatz, dem Rollerhof am Münsterplatz oder dem Weissen und dem Blauen Haus am Rheinsprung. Letzteres war Jahrzehnte lang das Wohnhaus der Familie und der Firmensitz der Basler Bandfirma Vischer & Co., 1696 gegründet von Hans Franz Sarasin. Zu dieser Firma hat das Museum.BL einen besonderen Bezug: 2022 erhielt es den Nachlass der bedeutenden Bandfirma als Schenkung der Familie Vischer. Ebenso verhält es sich mit dem umfangreichen Nachlass der Bandfirma Senn & Co. AG, Basel und Ziefen, den die Familie Senn 2019 dem Museum.BL schenkte. Auf diese beiden Sammlungszugänge richtet das Museum.BL im neuen Ausstellungsteil einen besonderen Fokus.

«Seidenband jetzt!» – das Projekt zur Wissenssicherung und -vermittlung
Die Herstellung von Seidenbändern war über Jahrhunderte ein zentraler Erwerbszweig in der Region Basel und ist heute Teil der Erinnerungskultur des Kantons Basel-Landschaft. Das Projekt «Seidenband jetzt!» – lanciert vom Amt für Kultur und realisiert vom Museum.BL – will möglichst viele Menschen für dieses einzigartige Kulturerbe sensibilisieren und begeistern. Denn das gelebte Wissen rund um die Bandproduktion, das oft eng mit Familiengeschichten und Arbeitsbiografien verknüpft ist, droht zunehmend verloren zu gehen. Eines der Hauptanliegen des Projekts ist es, dieses wertvolle Wissen zu erforschen, zu dokumentieren und für kommende Generationen zu sichern und zugänglich zu machen.

Bilder:
1. Neue Bereiche in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BL
2. Gemeinsam weben in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BL
3. Sägerwebstuhl um 1900 in der Ausstellung «Seidenband». Foto: Museum.BL