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Naturschätze aus dem Baselbiet

(pd) Ein spannendes Wettrennen liefern sich die Baselbieter Gemeinden um ein Naturporträt in der Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur» im Museum.BL in Liestal. Röschenz, Frenkendorf und Bottmingen sind die aktuellen Gewinnergemeinden. Sie werden mit ihren Naturschätzen Teil von 39 Naturporträts, die die Vielfalt der Flora und Fauna des Baselbiets zeigen.

Die drei Naturgeschichten erzählen von neuem Leben im alten Steinbruch, von aufgewerteten Waldrändern und vernetzten Lebensräumen für seltene Amphibien.

Röschenz – neues Leben im alten Steinbruch
Die rotgefärbten Felsen am Fusse der Redelsflueh bei Röschenz sind in der Nordwestschweiz in ihrer Ausprägung einzigartig. Das Gestein entstand vor etwa 50 bis 40 Millionen Jahren, als das Gebiet tropisch warm war. Seine Farbe erhält es von eisenhaltigen Tonmineralien, die sich in den verwitterten Spalten des Jurakalksteins gesammelt haben. Die «Roti Gruebe» ist ein ehemaliger Steinbruch und ein Paradies für viele wärmeliebende Pflanzen und Tiere, die hier in grosser Vielfalt vorkommen. Orchideen und Schmetterlinge, aber vor allem Reptilien wie Blindschleichen, Mauer- und Zauneidechsen sowie Schlangen schätzen die Wärme.

Bottmingen – vernetzte Lebensräume für seltene Amphibien
Im Naturschutzgebiet Bammertsgraben in Bottmingen jagen Ringelnattern im Wasser, Teichrallen ziehen ihre Küken gross und aus dem meterhohen Schilf ruft der Teichrohrsänger. Sobald die Sonne untergeht, ertönt das laute, mehrstimmige Balzkonzert der Frösche. Die ehemalige Abfalldeponie ist zu einem national bedeutenden Lebensraum für bedrohte Amphibien geworden. Das war nicht immer so: Zur Gewinnung von Ackerland wurde in den 1940er-Jahren das sumpfige Bruderholz mit dem fruchtbaren lehmigen Boden trockengelegt. Ab 1970 wurden jedoch mit zahlreichen Tümpeln und Weihern vernetzte Lebensräume mit Wanderkorridoren für Frösche, Kröten und Molche geschaffen, um die Amphibien vor dem Aussterben zu bewahren.

Frenkendorf – aufgewertete Waldränder
Ein gestufter Waldrand ist ein besonderer Lebensraum für Säugetiere, Vögel oder Insekten. Bei uns jedoch sind gestufte Waldränder aufgrund der intensiven Nutzung der Landschaft eher eine Seltenheit. In Frenkendorf bekommt der Wald nun dank eines langfristigen Aufwertungsprojekts seine vielfältigen Ränder zurück. Der dichte Wald wurde an den Rändern ausgelichtet. Verschiedenste Arten von Sträuchern wurden gepflanzt und bieten Nahrung und Nistmöglichkeiten für Insekten und Vögel. Ein Krautsaum mit Blumen und Kräutern lockt Bienen und Schmetterlinge an und verbindet den Wald mit der offenen Kulturlandschaft. Als Verstecke für Igel, Marder und weitere Kleinsäuger dienen Ast- und Steinhaufen. Und auch Reptilien wie die anspruchsvolle Zauneidechse kehren nun in den sonnigen Waldrand zurück.

Das Gemeinde-Wettrennen geht weiter
In jeder der 86 Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft gibt es besondere Naturschätze, die sich oft erst bei genauerem Hinschauen offenbaren und umso mehr überraschen. Das Museum.BL zeigt diese Fülle von Naturparadiesen, die die Region Basel zu einem ökologisch äusserst interessanten und bedeutenden Lebensraum machen. An der Vernissage am Freitag, 18. Oktober 2024 feiern wir den Einzug der drei neuen Naturporträts in die Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur». Zudem werden die neuen Gewinner-Gemeinden bekanntgegeben. Denn das Wettrennen geht weiter: Welche Gemeinden ihre Naturgeschichten im Museum.BL erzählen, können alle mitbestimmen: online oder mit einem Beitrag ins «Gemeindekässeli» in der Ausstellung.

Führung durch die Ausstellung «Wildes Baselbiet» mit Kuratorin Ila Geigenfeind: Sonntag, 27.10.2024, 14.00 Uhr, ohne Anmeldung, im Museumseintritt inklusive