(pd) Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) des Aargauer Grossen Rats unterstützt die Festsetzung des Standorts für ein Holzheizwerk in Döttingen. Mit diesem Vorhaben soll langfristig die Wärmeversorgung der rund 2700 ans Fernwärmenetz der Refuna AG angeschlossenen Endkunden sichergestellt werden.
Heute betreibt die Refuna AG ihr Netz mit Abwärme aus dem Kernkraftwerk Beznau (KKB). Sie versorgt damit rund 2700 Endverbraucher – unter ihnen auch Grossverbraucher wie das Asana Spital in Leuggern, die ABB in Turgi und das PSI in Villigen – in elf Gemeinden. Da das KKB bis Ende des Jahres 2029 abgeschaltet werden soll, muss die Refuna AG bis dann eine neue Wärmequelle für den Betrieb ihres Netzes bereitstellen. Die Mitglieder der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) stimmen der Festsetzung des Vorhabens Holzheizwerk Döttingen im Richtplan mit grosser Mehrheit zu.
Gute räumliche Abstimmung
Die Kommissionsmitglieder halten das Vorhaben grundsätzlich für räumlich gut abgestimmt. Der dafür vorgesehene Standort sei raumplanerisch sinnvoll gewählt. Die noch offenen Fragen im Zusammenhang mit der Effizienz der Holznutzung durch das Holzheizwerk sowie mit weiteren Vorgaben beziehungsweise Auflagen für das Projekt seien jedoch nicht Gegenstand des Richtplanverfahrens. Sie müssten im Rahmen der nachgelagerten Verfahren geklärt werden.
Hoher Holzbedarf
Das Holzheizwerk Döttingen soll jährlich rund 318'200 Kubikmeter Holzschnitzel verbrauchen, die aus einem Umkreis von bis zu 150 Kilometern stammen sollen. Wird diese Holzmenge mit dem LKW herangeführt, entspricht dies durchschnittlich 26 Lastwagenfahrten pro Tag. Der hohe Holzbedarf und der grosse Radius, aus dem das Holz herantransportiert werden soll, wurden in der Kommission UBV teil-weise kritisiert. Da die Nachfrage nach Brennholz in den kommenden Jahren tendenziell weiter steigen werde, könne nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Rohstoff knapp werden könnte. Die Forderung, das Holz sei mit der Bahn heranzuführen, wurde von verschiedenen Kommissionsmitgliedern als unrealistisch bewertet.
Auch der geplante Weiterbetrieb des bestehenden weitläufigen Hochtemperaturnetzes der Refuna AG wurde thematisiert. So wurde argumentiert, die hohen Wärmeverluste würden das Netz ineffizient machen. Zudem sei die Anzahl der Endverbraucher gemessen am hohen Energiebedarf der Anlage zu gering. Dem hielt die Kommissionsmehrheit entgegen, dass zu diesen Endverbrauchern nicht nur Ein- und Mehrfamilienhäuser, sondern eben auch Grossverbraucher gehören. Es sei wichtig, dass den an das Wärmenetz Angeschlossenen rechtzeitig eine alternative Wärmequelle zur Verfügung stehe, damit sie nicht zur Umsetzung individueller Lösungen gezwungen seien.
Die Vorlage wird voraussichtlich im April oder Mai 2023 im Grossen Rat behandelt.